Nach Bränden im Sommer

Wie Ziegen uns vor Waldbränden schützen können: Forum in Rottenburg liefert Ideen

Die Bilder der Flammen wirken nach: Waldbrände waren im Sommer gefährlich und nah. Doch es gibt Ideen, wie Menschen und Wälder geschützt werden können - sie kommen aus Rottenburg.

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Von Autor/in Theresa Krampfl

Tiere können die Ausbreitung von Waldbränden verhindern. Darüber haben Experten beim Forum "Feuer und Wald" der Forsthochschule Rottenburg (Kreis Tübingen) am Freitag diskutiert. Dabei wurden auch weniger naheliegende Ideen besprochen. So könnten beispielsweise Ziegen und Schafe dazu beitragen, dass sich Waldbrände nicht ausbreiten.

Ein Sommer mit Waldbränden

Die Brisanz der Lage ist eindeutig: Ein Sommer mit Waldbränden liegt hinter uns. Auch am Spitzberg bei Tübingen oder in Schramberg (Kreis Rottweil) brannten Teile des Waldes. Beim Forum in der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg will man Wissen teilen, um sich auf künftige Brände vorbereiten zu können.

Ziegen und Schafe gegen die Verbreitung von Bränden

Juliane Baumann von der Hochschule für Forstwissenschaft Rottenburg hat die Bedeutung von Waldweiden im Kampf gegen Waldbrände vorgestellt. Erkenntnisse verschiedener Brände würden zeigen, dass Flächen, auf denen mal eine Herde Tiere gelebt hat, weniger brennen. Denn Brennmaterial würde von den Tieren zu Dung umgewandelt. Und wenn sich die Flammen am Boden nicht ausbreiten können, brenne es auch in den Baumkronen weniger.

Förster müssten zum Schutz des Waldes also auch an Ziegen oder Schafe denken, so Baumann. Denn für sie ist klar: Wir sollten uns nicht mehr damit beschäftigen, ob Waldbrände kommen, sondern wie wir damit umgehen.

Die Frage ist nicht, ob es brennt, sondern wie es brennt!

Förster und Feuerwehr sollen besser zusammenarbeiten

Das Forum "Feuer und Wald" in Rottenburg ist Teil eines bundesweit geförderten Waldbrand-Schutzprojekts. Das Projekt will die Vernetzung von Forst und Feuerwehr anschieben - in ganz Deutschland. Dabei geht es sowohl um Prävention von Waldbränden, als auch um Zusammenarbeit während eines Brands und um das Teilen von Erkenntnissen danach.

Die Feuerwehr brauche zum Beispiel von den Förstern im Falle eines Waldbrandes genaue Pläne der Waldstruktur, um den Verlauf des Brandes vorherzusehen.

Klimawandel verschärft Waldbrandgefahr

Auch der Reutlinger Feuerwehrkommandant Stefan Hermann war Teil des Forums. Er hat selbst den Brand in Schramberg erlebt und sagt: Den Einsatz müsse man sich jetzt im Nachgang genauer ansehen und checken, an welchen Punkten man fürs nächste Mal dazu lernen kann.

Wir befürchten, dass aufgrund des Klimawandels die Waldbrand-Situation prekärer wird. Wir wollen von den erfahrenen Bundesländern lernen.

Brandschutz: Taktisch Feuer legen

Bei den Vorträgen und Diskussionen beim Forum "Feuer und Wald" ging es auch immer wieder um die Frage, wie Brandschutz und Klimaschutz zusammen gehen können. Am Beispiel von Totholz wurde diskutiert, wie bedeutend es für Biodiversität sei und in welchen Fällen es aber einen Brand beschleunigen könnte.

Auch die Rolle der Jagd auf den Wald und den Brandschutz oder der Einsatz von taktischem Feuer, also dem absichtlichen Anzünden von Bereichen zur Eindämmung von Feuer, waren Thema.

Vorführung eines Lösch-Hubschraubers in Rottenburg

Am Samstag war das Forum in Rottenburg für Besucherinnen und Besucher geöffnet. Förster und Feuerwehr stellten Projekte und Materialien vor - rund um den Schutz vor Waldbränden. So zum Beispiel auch das Spezialfahrzeug der Feuerwehr Reutlingen, das durch Feuer fahren kann. Ein Lösch-Hubschrauber wurde ebenfalls vorgeführt.

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