Im Juni vergangenen Jahres sind einem Mann in Trochtelfingen (Kreis Reutlingen) 30.000 Euro geraubt worden. Die mutmaßlichen Täter stehen nun in Tübingen vor Gericht. Der Prozess hat am Mittwoch begonnen.
Bedroht, gefesselt, beraubt
Es klingt wie ein Albtraum: Zwei Männer brechen nachts bei einem Mann ein. Sie versuchen den Schlafenden mit einer Injektion zu betäuben, bedrohen ihn mit einer Waffe und stehlen Geld und wertvollen Schmuck. Dann fesseln und knebeln sie den Mann.
Doch es war kein Albtraum, sondern ist im Juni 2024 tatsächlich passiert. Vier Männer sollen für den Raubüberfall verantwortlich sein. Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft: Zwei der Männer sollen den Raubüberfall geplant und zwei sollen ihn durchgeführt haben. Noch bevor das Opfer die Tat angezeigt hat, hatte die Polizei die mutmaßlichen Täter schon festgenommen. Bei einer Streife waren ihr die Tatverdächtigen in Mössingen (Kreis Tübingen) aufgefallen.
Tränen im Publikum
Beim Prozessauftakt war die Stimmung im Saal bedrückt. Verwandte und Freunde der Angeklagten saßen im Publikum. Als einer der Angeklagten erzählte, dass sein Vater getötet wurde und er selbst die Schule früh abbrechen musste, weil Krieg in seinem Heimatland Albanien herrschte, kämpften Menschen im Publikum mit den Tränen.
Angeklagten drohen fünf Jahre Freiheitsstrafe
Im Prozess soll die Schwere der Tat ermittelt werden. Besonders wichtig sei dabei auch der psychische Zustand des Opfers, so der Staatsanwalt. Für den Mann müsse es eine massive Schocksituation gewesen sein, sagte er. Der Einbruch ins eigene Zuhause, im Schlaf überwältigt, und dann auch noch bedroht, ausgeraubt und gefesselt zu werden. Laut dem Staatsanwalt droht den Angeklagten eine Mindeststrafe von fünf Jahren.