Umzug aus ehemaliger Kegelbahn nötig

Tonnenschwere Himalaya-Skulptur aus Metzingen sucht neues Zuhause

Panos Avramidis baut seit Jahren an einem gigantischen 3D-Modell des Himalaya-Gebirges. Damit konnte er in einer alten Kegelbahn unterkommen. Aber jetzt muss das Gebirge umziehen.

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Von Autor/in Peter Binder

In einer ehemaligen Kegelbahn in Metzingen-Neuhausen (Kreis Reutlingen) steht ein Nachbau des Mount Everest mit vielen Bergen drumherum - maßstabsgetreu und handgefertigt. Vor fast 20 Jahren hat der Restaurator Panos Avramidis angefangen, einen Teil des Himalaya nachzubauen. Jetzt soll das baufällige Gebäude mit der Kegelbahn abgerissen werden. Das Gebirge braucht einen neuen Ort - am besten einen, wo viele Menschen es bewundern können.  

Eine Tonne Netze, Kleber und Gips: Noch steht der 3D-Himalaya-Nachbau in Metzingen-Neuhausen (Kreis Reutlingen). Panos Avramidis hat ihn in jahrelanger Arbeit gebaut.
Zwanzig Quadratmeter Himalaya-Gebiet in einer ehemaligen Kegelbahn, einem inzwischen abrissreifen Gebäude. Gebaut hat die Skulptur Panos Avramidis in jahrelanger Arbeit. Peter Binder

Himalaya-Modell bauen als Therapie

Als Panos Avramidis angefangen hat, das Gebirge zu bauen, war das auch eine Art Therapie für ihn. "Seinerzeit hatte ich frisch meine Lebenspartnerin verloren und wir hatten noch ein Kind. Das war noch klein und da habe ich nicht mehr in die Berge gehen können. Da habe ich mir gedacht, dann hole ich halt die Berge zu mir", so Avramidis. Das habe ihn auch ein bisschen abgelenkt von seinem Schicksalsschlag.

3D-Himalaya-Gebirge Nachbau in Metzingen. Künstler Panos Avramidis steht neben einem Teilsegment des Kunstwerkes.
Panos Avramidis hat 20 Jahre lang an seinem 3D-Modell des Himalaya in Metzingen-Neuhausen geplant und gebaut. Das gesamte Kunstwerk ist knapp eine Tonne schwer. Peter Binder

Als Allererstes hat der ausgebildete Restaurator Satellitenbilder vom Computer-Bildschirm abgepaust - für die exakten Höhenlinien. Aus Kunststoff, Schicht für Schicht, hat er dann die Berge wachsen lassen. Zum Schluss hat Avramidis die Oberfläche modelliert. Anfangs entstand das Modell an unterschiedlichen Orten. Zusammengefügt hat er es erst im Raum der alten Kegelbahn, die ein Freund ihm kostenlos zur Verfügung gestellt hat.

Liebeserklärung an die Berge

Die Himalaya-Region kennt er nicht nur von Satellitenbildern. Panos Avramidis war auch schon oft selbst dort. Mit dem Verein Mountain Spirit Deutschland aus Lichtenstein (Kreis Reutlingen) hat er schon Schulen aufgebaut, Wasserprojekte umgesetzt und fast 800 Gewächshäuser in der ganzen Region gebaut, erzählt Vereinspräsident Wolfgang Henzler.

Wolfgang Henzler und Panos Avramidis stehen hinter dem 3D-Himalaya-Nachbau in Metzingen. Sie suchen einen neuen Ort für das Gebirgsmodell.
Wolfgang Henzler und Panos Avramidis stehen vor 20 Jahren Arbeit. Sie sind optimistisch, ein neues Zuhause für das maßstabsgetreue Gebirgsmodell zu finden. Peter Binder

Wohin mit dem Himalaya-Modell?

Viele Jahre Aufbau-Arbeit in Nepal - und nun droht in Metzingen-Neuhausen der Abriss des Himalaya. Niemand weiß, wie lange das Gebäude noch steht. Klar ist, so hatte es auch als Erstes die SÜDWEST PRESSE berichtet: Lange kann es nicht mehr dauern. Avramidis und Henzler hoffen, dass sie für das Bergmodell ein Museum begeistern können. Das dürfte etwa eine Tonne wiegen. Vielleicht kommt das Deutsche Museum in München, das Lindenmuseum in Stuttgart oder eines von Reinhold Messner infrage.

In einem Museum könnte man die weißen Berge auch in wechselndem Licht erstrahlen lassen und vielleicht sogar Nebel aus den Tälern aufsteigen lassen, phantasieren die beiden. Noch hat kein Museum zugesagt, aber Avramidis und Henzler sind überzeugt: Sie werden sicher mindestens ein Museum auf der Welt finden, das die Himalaya-Skulptur vielen Menschen präsentieren will.

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Erstmals publiziert am
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Autor/in
Peter Binder
Peter Binder ist Reporter für Hörfunk, Online und Fernsehen beim SWR im Studio Tübingen.
Onlinefassung
Klara Keuthen
Klara Keuthen ist Reporterin für Social Media, Online, Hörfunk und Fernsehen beim SWR im Studio Tübingen .

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