In einer ehemaligen Kegelbahn in Metzingen-Neuhausen (Kreis Reutlingen) steht ein Nachbau des Mount Everest mit vielen Bergen drumherum - maßstabsgetreu und handgefertigt. Vor fast 20 Jahren hat der Restaurator Panos Avramidis angefangen, einen Teil des Himalaya nachzubauen. Jetzt soll das baufällige Gebäude mit der Kegelbahn abgerissen werden. Das Gebirge braucht einen neuen Ort - am besten einen, wo viele Menschen es bewundern können.
Himalaya-Modell bauen als Therapie
Als Panos Avramidis angefangen hat, das Gebirge zu bauen, war das auch eine Art Therapie für ihn. "Seinerzeit hatte ich frisch meine Lebenspartnerin verloren und wir hatten noch ein Kind. Das war noch klein und da habe ich nicht mehr in die Berge gehen können. Da habe ich mir gedacht, dann hole ich halt die Berge zu mir", so Avramidis. Das habe ihn auch ein bisschen abgelenkt von seinem Schicksalsschlag.
Als Allererstes hat der ausgebildete Restaurator Satellitenbilder vom Computer-Bildschirm abgepaust - für die exakten Höhenlinien. Aus Kunststoff, Schicht für Schicht, hat er dann die Berge wachsen lassen. Zum Schluss hat Avramidis die Oberfläche modelliert. Anfangs entstand das Modell an unterschiedlichen Orten. Zusammengefügt hat er es erst im Raum der alten Kegelbahn, die ein Freund ihm kostenlos zur Verfügung gestellt hat.
Liebeserklärung an die Berge
Die Himalaya-Region kennt er nicht nur von Satellitenbildern. Panos Avramidis war auch schon oft selbst dort. Mit dem Verein Mountain Spirit Deutschland aus Lichtenstein (Kreis Reutlingen) hat er schon Schulen aufgebaut, Wasserprojekte umgesetzt und fast 800 Gewächshäuser in der ganzen Region gebaut, erzählt Vereinspräsident Wolfgang Henzler.
Wohin mit dem Himalaya-Modell?
Viele Jahre Aufbau-Arbeit in Nepal - und nun droht in Metzingen-Neuhausen der Abriss des Himalaya. Niemand weiß, wie lange das Gebäude noch steht. Klar ist, so hatte es auch als Erstes die SÜDWEST PRESSE berichtet: Lange kann es nicht mehr dauern. Avramidis und Henzler hoffen, dass sie für das Bergmodell ein Museum begeistern können. Das dürfte etwa eine Tonne wiegen. Vielleicht kommt das Deutsche Museum in München, das Lindenmuseum in Stuttgart oder eines von Reinhold Messner infrage.
In einem Museum könnte man die weißen Berge auch in wechselndem Licht erstrahlen lassen und vielleicht sogar Nebel aus den Tälern aufsteigen lassen, phantasieren die beiden. Noch hat kein Museum zugesagt, aber Avramidis und Henzler sind überzeugt: Sie werden sicher mindestens ein Museum auf der Welt finden, das die Himalaya-Skulptur vielen Menschen präsentieren will.