Baustelle bleibt mehrere Tage geschlossen

Drei Tote bei Unfall an Brückenbaustelle in Horb: Gondelseil gerissen

Auf der Großbaustelle an der Hochbrücke in Horb sind am Dienstag drei Bauarbeiter gestorben. Sie stürzten mit einer Gondel in die Tiefe. Jetzt ist klar: Das Seil ist gerissen.

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Von Autor/in Anne Jethon, Jannis Gövert

Erste Erkenntnisse nach dem Arbeitsunfall am Dienstag in Horb am Neckar: Das Stahlseil, an der die Arbeitsgondel mit den drei Bauarbeitern hing, war gerissen und stürzte dadurch in die Tiefe. Außerdem war die Gondel bisherigen Erkenntnissen zufolge nicht überladen. "Die Nutzung durch drei Personen entsprach den Vorgaben", sagte ein Polizeisprecher am Mittwochvormittag.

Auf der Großbaustelle an der Hochbrücke waren am Dienstagmittag drei Bauarbeiter tödlich verunglückt. Sie waren laut Feuerwehr schon beim Eintreffen der Rettungskräfte nicht mehr am Leben. "Es konnte nur noch der Tod festgestellt werden", sagte der Sprecher der Feuerwehr in Horb. Die Männer waren zwischen 40 und 46 Jahre alt. Die Rettungskräfte waren mit einem Großaufgebot vor Ort.

Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln

Polizei und Staatsanwaltschaft haben die Ermittlungen aufgenommen, um herauszufinden, wie es zu dem Unfall kommen konnte. Außerdem untersucht ein Gutachter den Unfallhergang. Die Kriminalpolizeidirektion Calw und die Staatsanwaltschaft Rottweil haben ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet, auch um die Unfallursache zu ermitteln.

"Es ist ein komplexes Ermittlungsverfahren", sagte ein Polizeisprecher. Die Polizei will nicht nur Augenzeugen befragen. Auch weitere Mitarbeiter und Menschen, die mit der Baustelle zu tun hatten, sollen vernommen werden.

Drei Tote bei Brückenbaustelle: Politiker drücken Beileid aus

Auch Horbs Oberbürgermeister Peter Rosenberger (CDU) war vor Ort. Er drückte sein tiefstes Beileid aus. Die Baustelle werde auf jeden Fall am Mittwoch und Donnerstag und vermutlich auch am Freitag stillstehen. Es sei gut, dass der Bau für die kommenden Tage gestoppt werde, so der Oberbürgermeister.

Auch Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) erklärte seine tiefe Betroffenheit. Zusammen mit Regierungspräsidentin Sylvia Felder (CDU), Landrat Klaus Rückert (CDU) und Horbs Oberbürgermeister Peter Rosenberger erklärte er in einer Mitteilung: "Das ist einer der schwersten Arbeitsunfälle, den es je auf einer Straßenbaustelle im Land gegeben hat. Die Tragik des heutigen Ereignisses ist schwer zu fassen." Man sei in Gedanken bei den Angehörigen der Opfer. Am Mittwoch will der Verkehrsminister an der Unglücksstelle der Opfer gedenken.

Brücke ist Teil der Ortsumfahrung

In Horb entsteht momentan eine große Hochbrücke über dem Neckartal. Sie ist Teil der Ortsumfahrung, die seit 2018 gebaut wird. Bisher geht die Bundesstraße 32 durch die Innenstadt von Horb - das soll mit der künftigen Brücke nicht mehr so sein. Die Brückenbaustelle ist momentan zwischen 40 und 100 Metern hoch. 2028 soll der Verkehr auf der Brücke freigegeben werden.

Bereits im Februar 2024 hatte es ein Problem auf der Baustelle gegeben. Damals hatten Bauarbeiter festgestellt, dass Bolzen, die für die Betonierung eines Brückenpfeilers notwendig sind, abgebrochen waren. Die Bahnstrecke, die neben und unter der Brückenbaustelle entlang führt, konnte daraufhin einige Tage nicht befahren werden.

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