Im Rahmen einer Gala in der Zehntscheuer in Rottenburg (Kreis Tübingen) sind am Samstagabend die Finalisten des Sebastian-Blau-Preises für Mundart-Literatur geehrt worden. Der Publikumspreis ging an Klaus Schmidt aus Esslingen. Der gebürtige Hayinger überzeugte das Publikum mit seinem liebevollen Sprechgesang.
In der Kategorie Prosa ging der erste Preis an Luise Besserer aus Freiburg. Die in Tübingen aufgewachsene Autorin beschreibt in ihrer Geschichte 'Sieba Johr lang' die Welt in einer Textilfabrik in den 1950er Jahren - erzählt aus der Perspektive einer jugendlichen Arbeiterin.
In der Kategorie Lyrik wurde Jürgen Seibold aus Leutenbach im Rems-Murr-Kreis mit dem ersten Preis ausgezeichnet. In seinem Gedicht 'Dahoim' beschäftigt sich der Autor in einem Selbstgespräch mit dem, was daheim sein im Guten und Schlechten ausmacht.
Weitere Auszeichnungen gingen in der Kategorie Lyrik an Richard Bareis aus Starzach-Bierlingen im Kreis Tübingen und Klaus Schmidt aus Esslingen. Für ihre Erzählungen wurden Suse Lichtenberger aus Wien und Gabi Weber-Urban aus Gäufelden im Kreis Böblingen ausgezeichnet. Aus über 40 Bewerbungen wurden die sechs Finalisten für die Gala ausgewählt.
Mundart-Verein will schwäbisches Kulturerbe erhalten
Ausrichter des Wettbewerbs ist der Verein „schwäbische mund.art e.V., der seit 2002 alle zwei Jahre den Sebastian-Blau-Preis für schwäbische Mundart verleiht. Abwechselnd für Musik, Kabarett, Film und nun zum vierten Mal für Literatur. Der Preis soll dazu beitragen, dass die schwäbische Sprache auch in Zukunft in der Literaturlandschaft als wertvolles Kulturerbe wahrgenommen wird. In diesem Jahr werden insgesamt über 10.000 Euro an Preisgeld vergeben.
Preis erinnert an Mundartdichter Sebastian-Blau
Namensgeber des Sebastian-Blau-Preises ist der langjährige Herausgeber und Chefredakteur der Stuttgarter Zeitung, Josef Eberle. Unter dem Pseudonym Sebastian Blau wurde er zu einem der bedeutendsten Dialektdichter der deutschen Literaturgeschichte.