Weihnachten bald ohne Baum?

Junge Christbäume in der Region vertrocknen

Die Trockenheit setzt auch jungen Weihnachtsbäumen zu. Für Weihnachten 2026 gibt es noch genug, doch die Ausfälle bei Neupflanzungen könnten in einigen Jahren spürbar werden.

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Stand

Von Autor/in Sabrina Kır

Christbaumkulturen in Baden-Württemberg haben mit der langen Trockenheit in diesem Sommer zu kämpfen. Besonders betroffen sind junge, frisch gepflanzte Bäume. Für die Weihnachtsbaumsaison 2026 rechnet der Christbaumverband Baden-Württemberg allerdings noch nicht mit gravierenden Folgen.

Für Weihnachten 2026 gibt es noch genug Christbäume

Bei den großen, verkaufsfähigen Christbäumen gebe es teilweise Qualitätseinbußen, sagt Sebastian Fertig, Vorsitzender des Christbaumverbands Baden-Württemberg. Gravierende Schäden habe es aber nicht gegeben. Wenn es nun kühler und regnerischer bleibe, sei die Branche mit einem blauen Auge davongekommen. Viel länger hätte die Trockenphase allerdings nicht dauern dürfen.

Auch bei Fischer’s Weihnachtsbäumen in Lichtenstein-Holzelfingen (Kreis Reutlingen) sind an einzelnen Bäumen Schäden durch die intensive Sonneneinstrahlung zu sehen. Schwieriger könnte es dort in diesem Jahr vor allem bei großen Christbäumen ab etwa 1,75 Meter werden, da die Bäume wegen der starken Hitze langsamer wachsen.

Trockenheit trifft vor allem junge Weihnachtsbäume

Deutlich problematischer sieht es bei Neuanpflanzungen aus. Sebastian Fertig berichtet von Betrieben, bei denen die jungen Bäume teilweise komplett ausgefallen sind. Gerade in den ersten beiden Jahren benötigen die Pflanzen viel Wasser, bis sie ausreichend verwurzelt sind. Bei Fischer’s Weihnachtsbäumen wurden im April gepflanzte Jungbäume bereits fünfmal bewässert. Nach Angaben des Betriebs kommen trotzdem nur etwa 70 Prozent durch.

Braune und vertrocknete Christbaum-Jungpflanzen auf dem Bühlhof in Wolfenhausen. Die Trockenheit setz ihnen zu.
Einige Jungpflanzen auf dem Bühlhof in Wolfenhausen haben stark mit der Trockenheit zu kämpfen. Viele Setzlinge sind vollständig vertrocknet. Hans-Ulrich Braun

Auch Hans-Ulrich Braun vom Bühlhof in Wolfenhausen (Kreis Tübingen) berichtet von komplett vertrockneten Setzlingen. Teilweise habe selbst die Bewässerung kaum geholfen.

Ausfälle könnten sich erst 2034 bemerkbar machen

Für Verbraucherinnen und Verbraucher könnte das Problem deshalb erst mit deutlicher Verzögerung sichtbar werden. Die vertrockneten Neuanpflanzungen müssen ersetzt werden. Damit sei praktisch ein Jahr verloren, sagt Verbandsvorsitzender Fertig. Die jetzt ausgefallenen Jungbäume könnten dadurch etwa 2034 beim Angebot fehlen.

Die Betriebe versuchen bereits, sich an trockenere Bedingungen anzupassen. Auf dem Bühlhof wird beispielsweise Stroh auf dem Boden verteilt, damit Feuchtigkeit länger gespeichert wird. Bei der nächsten Pflanzung will Braun außerdem Substrate einsetzen, die mehr Wasser aufnehmen können.

Gesunde grüne Christbaum-Jungpflanzen auf dem Bühlhof in Wolfenhausen. Sie haben die Trockenheit überstanden.
So sollten die jungen Christbäume aussehen: Diese Setzlinge auf dem Bühlhof in Wolfenhausen haben die Trockenheit überstanden. Hans-Ulrich Braun

Auch auf der Ostalb hohe Ausfälle

Dass vor allem junge Christbäume unter der Trockenheit leiden, berichten auch Betriebe auf der Ostalb. Beim Familienbetrieb Stoll in Neresheim-Weilermerkingen sind nach eigenen Angaben bis zu 40 Prozent der jüngeren Bäume ausgefallen. Beim Familienbetrieb Dangelmaier in Aalen-Waldhausen sind laut Markus Dangelmaier rund 30 Prozent der Jungbäume vertrocknet. Die älteren Bäume hätten die Hitze dagegen bei beiden Betrieben gut überstanden.

Bei Stoll könnten die Christbäume bereits in diesem Jahr teurer werden: Der Betrieb rechnet mit einem um vier bis fünf Euro höheren Meterpreis. Dangelmaier will gestiegene Kosten für Sprit und Dünger dagegen noch nicht vollständig weitergeben. Auswirkungen der ausgefallenen Jungbäume auf die Preise erwartet er erst in etwa fünf Jahren.

Christbaum-Angebot könnte auch aus anderen Gründen sinken

Unabhängig von der Trockenheit sieht Fertig noch ein weiteres Problem: Immer mehr Christbaumproduzenten gäben auf, unter anderem weil Nachfolger fehlen. Deutschland könne seinen Bedarf schon heute nicht vollständig aus eigener Produktion decken. Im Jahr 2024 wurden nach Angaben des Statistischen Bundesamtes rund 1,8 Millionen Weihnachtsbäume importiert. 83 Prozent davon kamen aus Dänemark.

Für Weihnachten 2026 bedeutet das noch keinen Christbaummangel. Langfristig könnte es jedoch schwieriger werden, das bisherige Angebot aufrechtzuerhalten.

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Sabrina Kır
Portraitaufnahme von Sabrina Kir bei SWR Aktuell im Studio Tübingen.

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