Weitere Reliefs im Tempel von Esna von Ruß befreit

Tübinger Forscher legen Wandmalereien von Göttern und Königen in Ägypten frei

Jahrhundertelang waren die Wandmalereien im antiken Tempel von Esna in Ägypten verdeckt. Restauratoren haben nun weitere Götter und Könige mit ihrem Schmuck sichtbar gemacht.

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Von Autor/in Lisamarie Haas Baum

Seit sechs Jahren arbeiten Restauratoren an dem antiken Tempel von Esna. Er liegt etwa 50 Kilometer südlich von Luxor in Ägypten. Der Tempel wurde vor mehr als 200 Jahren wiederentdeckt. Auch Forschende der Universität Tübingen sind bei dem ägyptisch-deutschen Restaurierungsprojekt dabei. Jetzt haben sie weitere Wandmalereien freigelegt.

Forscher: Details in Gewändern, Thronen und Kronen haben Bedeutung

Zu sehen sind Reliefs und Malereien von Göttern und Königen mit farbigen Gewändern, Throne und Kronen. Die Reliefs waren jahrhundertelang mit Ruß verdeckt. Die Bevölkerung von Esna hatte die Tempelhalle fast 2.000 Jahre lang als Feuerstelle genutzt.

Wandbemalung des Tempels von Esna
Die heilige Barke mit dem Schrein des Chnum, der Hauptgottheit von Esna, getragen von mehreren Priestern. Ahmed Amin, Ministerium für Tourismus und Altertümer Bild in Detailansicht öffnen
Wandbemalung des Tempels von Esna
Der Schurz des Königs mit aufgemalten Pflanzen. Der Papyrus (oben) ist die Pflanze von Unterägypten und die Lilie (unten) die Pflanze von Oberägypten. Ahmed Amin, Ministerium für Tourismus und Altertümer Bild in Detailansicht öffnen
Wandbemalung des Tempels von Esna
Der König opfert vier Räuchergefäße vor der heiligen Barke des Chnum. Vor ihm (mit dem Leopardenfell) der Sempriester, der dem Schöpfergott Chnum eine Töpferscheibe opfert. Ahmed Amin, Ministerium für Tourismus und Altertümer Bild in Detailansicht öffnen
Wandbemalung des Tempels von Esna
Der Thron der lokalen Göttin Menhit, einer Löwengöttin, mit vier gemalten Lotosblumen. Ahmed Amin, Ministerium für Tourismus und Altertümer Bild in Detailansicht öffnen

Die Malereien haben oft eine Bedeutung, sagt der Tübinger Ägyptologe Christian Leitz. Zum Beispiel lasse sich ablesen, über welche Gebiete ein ägyptischer König herrschte. Die gemalten Details seien Bestandteil der Opferszenen, die die Innenwände des Tempels bedecken. Bislang waren nur die hieroglyphischen Texte und die Reliefs bekannt. Auch die Dekoration der Throne habe ihre eigene Bedeutung, sagt Leitz.

Rote und gelbe Farbe bei Wandmalereien im Tempel

Nachdem der schwarze Ruß entfernt wurde, wurden auch rote und gelbe Pigmente wieder sichtbar. Diese unterscheiden sich beispielsweise von vorrangig blauen und weißen Malereien in der Stadt Dendera, so Leitz. Dendera liegt nördlich von Luxor.

In den vergangenen sechs Jahren hatte ein Team von zeitweise bis zu 30 ägyptischen Restauratoren in Esna gearbeitet. Sie legten bereits die früheren Farben der gesamten mit astronomischen Darstellungen bemalten Decke sowie der 18 inneren Säulen frei. Im Winter sollen sechs markante Säulen im Außenbereich des Tempels restauriert werden.

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