Uli Keuler aus Kusterdingen-Mähringen (Kreis Tübingen) steht für schwäbischen Humor mit Hirn, wie kaum ein zweiter. Am Donnerstagabend hat er im SWR Studio Tübingen auf sein Leben als Kabarettist zurückgeblickt. Als Bonbon spielte er vor knapp 100 Fans im ausverkauften Österbergsaal den Sketch "Helikopter-Eltern" - wie üblich ohne Kostüm und Requisit. Aber mit dem typisch schwäbischen Sprachwitz.
Keulers Anfänge waren schwer
SWR Moderator Markus Beschorner sprach mit Keuler über seine Anfänge auf der Bühne. Im Januar 1973 habe er seinen ersten Auftritt vor zahlendem Publikum gehabt, aber die ersten zehn Jahre seien schwer gewesen, so Keuler. Er habe damals immer vor etwa 120 Menschen gespielt und es seien nie mehr geworden. "Ich habe ein Jahr lang gespielt ohne jemals ein Zugabe geben zu müssen." Irgendwann kam die Wende. Ein Meilenstein 1986: Das damaligen SWF Landesstudio Tübingen produzierte Aufnahmen für eine Langspielplatte. Darauf der heute legendäre Sketch "Der Betriebsausflug". Ein Kult-Stück von vielen. Ab da ging es mit Uli Keulers Karriere steil bergauf.
Im November 2025 hatte er sich im Deufringer Schloss in Aidlingen (Kreis Böblingen) nach 52 Jahren von der Kabarett-Bühne verabschiedet – natürlich mit seinem bekannten Witz "Goht a Ma durch da Wald...". Dass es sein letzter Auftritt war, hat die Öffentlichkeit erst im Nachhinein erfahren. Großes Aufsehen um seinen Abschied habe er nicht machen wollen. "Mir war's wichtig, dass die Leut' unbefangen da drin sitzen." Eine Abschiedstournee wäre "bissle gfühlig" geworden, so Keuler am Donnerstagabend.
Kabarettist Keuler - der Minimalist mit Witz
Uli Keuler war stets allein auf der Bühne. Auf seinem Stuhl. So hat er über fünf Jahrzehnte sein Publikum mit Ironie und schrägen Beobachtungen begeistert. Seine Spezialität: Er erweckte alltägliche Figuren mit überraschenden Pointen zum Leben. Die Fans lieben ihn dafür. Seine kultigen Sketche allerdings wird es live auf der Bühne wohl nicht mehr geben.
Zweimal wurde Uli Keuler mit dem Kleinkunstpreis Baden-Württemberg ausgezeichnet. Im Jahr 2021 hat er den Ehrenpreis beim Sebastian-Blau-Preis für schwäbische Mundart bekommen.