Das Amtsgericht Tübingen hat einen Mann zu drei Jahren und zwei Monaten Gefängnis verurteilt. Er hatte mehrere Supermärkte und eine Tankstelle in der Region Neckar-Alb beraubt.
War es schwerer Bandendiebstahl oder Diebstahl? Das war die zentrale Frage bei der zweiten und letzten Verhandlung am Tübinger Amtsgericht. Einem heute 34-jährigen Mann wird vorgeworfen, im Zeitraum zwischen 2022 und 2024 mehrere Supermärkte bestohlen zu haben. Das Amtsgericht hat entschieden: Ja, in zwei von den verhandelten sechs Fällen war es schwerer Bandendiebstahl. Es sei durch Bilder von Überwachungskameras und Zeugen belegt, so der Richter, dass drei Personen am Einbruch beteiligt waren. Deshalb die höhere Strafe von drei Jahren und zwei Monaten Haft.
Supermärkte und Tankstellen: Hier ist der Mann eingebrochen
Die Einbruchserie - immer nachts - fing am 28. Dezember 2022 in einer Jet-Tankstelle in Tübingen an. Dann folgten 2024 Diebstähle in einem Penny-Markt in Schönaich (Kreis Böblingen) und Edeka-Märkten Dettenhausen (Kreis Tübingen), Wannweil (Kreis Reutlingen), Waldachtal und Eutingen im Gäu (beide Kreis Freudenstadt). Es ging vor allem um Alkohol und Tabakwaren im Gesamtwert von über 220.000 Euro. Die soll er teils selbst konsumiert und teils verkauft haben.
Einbruchserie: Vorwürfe teils eingeräumt
Die sechs gewaltsamen Einbrüche und Diebstähle hatte der 34-Jährige vor Gericht zugegeben. Er sagte aber, er habe nicht mit anderen in einer Bande gehandelt, also zu dritt oder mehr. Dann hätte er es "ganz anders gemacht", so der Angeklagte in seinem Schlussstatement. Er und seine Verteidigerin haben das Urteil aber angenommen und werden nicht in Berufung gehen, so die Verteidigerin gegenüber dem SWR. Die Staatsanwaltschaft hatte ähnlich wie das Gericht eine Freiheitsstrafe von drei Jahren und vier Monaten gefordert.