Keine Ferien für die Abiturienten

Nach misslungenem Abistreich in Rottenburg: Schüler übermalen Sprüche an den Wänden

Am Montag haben die Rottenburger Abiturienten mit der Schadensbegrenzung nach ihrem Abistreich begonnen. Sie müssen 1.000 Quadratmeter Wandfläche übermalen.

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Von Autor/in Theresa Krampfl

Malerteppich ausrollen, Abkleben und Streichen heißt es seit Montagmorgen für die Abiturientinnen und Abiturienten des Eugen-Bolz-Gymnasiums in Rottenburg am Neckar (Kreis Tübingen). Sie müssen Sprühkreide auf ungefähr 1.000 Quadratmetern Wandfläche entfernen, die sie bei ihrem Abistreich auf Innen- und Außenwänden verteilt haben. Die Schulabgänger waren fälschlicherweise davon ausgegangen, die Farbe ließe sich entfernen.

Trotz Sommerferien: Streichaktion an Rottenburger Gymnasium

Die größte Aufgabe am Montag: Malervlies auslegen und Türen, Decken und Lichtschalter abkleben. Das dauert in etwa einen ganzen Tag bei der Größe der Flächen auf vier Etagen. Am Dienstag und Mittwoch geht es dann ans Streichen. Bei der ganzen Aktion bekommen die Abiturientinnen und Abiturienten Unterstützung von einer Malerfirma, die ihnen alles erklärt.

Es muss alles perfekt vorbereitet sein. Dann könnt ihr entspannt streichen.

Ein Malermeister zeigt den Abiturientinnen und Abiturienten, wie sie gut abkleben, bevor sie die Sprüche auf den Wänden übermalen.
Malermeister Philipp Jäger zeigt den ehemaligen Schülerinnen und Schülern, wie sie gut abkleben.

Abi-Jahrgang und Schulleiter nach Abistreich gelassen

Die Abiturientinnen und Abiturienten könnten eigentlich gerade ihre Freiheit genießen. Stattdessen müssen sie drei Tage in der Schule sein. Aber die meisten sehen es gelassen. So sehe man sich immerhin nochmal, erzählt eine ehemalige Schülerin. "Bevor ich bei der Hitze zuhause herumhänge, kann ich auch hier sein", so eine andere. Der Jahrgang hält zusammen - die meisten von ihnen packen in Schichten mit an.

Die Mehrheit der Abiturienten am Eugen-Bolz-Gymnasium in Rottenburg hilft mit beim Überstreichen ihrer aufgesprühten Sprüche.
Von den 70 Leuten aus dem Abi-Jahrgang sind ein paar gerade im Urlaub. Aber die große Mehrheit beteiligt sich an der Aktion.

Auch Schulleiter Andreas Greis ist am Montagvormittag vorbeigekommen. Er sieht die Sache entspannt. Seine ehemaligen Schülerinnen und Schüler seien von Anfang an sehr betroffen darüber gewesen, dass die Farbe nicht mehr abgeht. Da habe es schon Abistreiche gegeben, die ärgerlicher waren. Mal hätten Schülerinnen und Schüler zum Beispiel Heringe, also Fische, hinter der Tafel versteckt.

Das jetzt ist von den Auswirkungen größer, aber von der Intention her harmlos.

Crowdfunding-Kampagne gestartet

Um die Kosten in Höhe von mehreren Tausend Euro für die ganze Aktion zu decken, haben die ehemaligen Schülerinnen und Schüler einen Spendenaufruf gestartet. Dabei sind 4.785 Euro zusammengekommen. Eine Person hat sogar 500 Euro gespendet. Der Abi-Jahrgang ist sehr dankbar für die Unterstützung.

Sprüche an den Wänden mit angeblich wasserlöslicher Sprühkreide: Beim Abistreich in Rottenburg ging die Farbe nicht mehr weg.
So sehen die Sprüche an den Wänden jetzt aus. Der Jahrgang hat vergeblich versucht, die Farbe mit Wasser und Schwamm zu entfernen.

Noch sieht man in der ganzen Schule die Sprüche: vom Abi-Motto "Punjabi", über Insider-Witze bis hin zu Quatsch-Zeichnungen. Doch schon am Mittwochabend soll alles wieder sauber sein. Das ist eine der letzten Sanierungen im Altbau des Eugen-Bolz-Gymnasiums, denn in etwa einem Jahr soll er abgerissen werden.

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