Ausstellung mit Bildern von Kaulquappen, Raben und Löwen

"Wildlife Photographer of the Year" im Naturkundemuseum Reutlingen

Das hat Tradition in Reutlingen: Im Naturkundemuseum werden nun schon zum 20. Mal Bilder der besten Natur- und Tierfotografen gezeigt.

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Von Autor/in Harry Röhrle

Er gilt als der "Oscar" der Naturfotoszene: die Auszeichnung zum "Wildlife Photographer of the Year". Deshalb ist er der weltweit größte und renommierteste Wettbewerb für Naturfotografie. Die hundert besten Motive des Wettbewerbs 2024 sind ab Donnerstag im Naturkundemuseum Reutlingen zu sehen.

"Wildlife Photographer of the Year" wird vom Natural History Museum in London entwickelt und produziert. Das heißt Experten wählen jedes Jahr die hundert besten Naturbilder. Auch im Wettbewerb 2024 haben Fotografinnen und Fotografen aus aller Welt zigtausend Fotos eingereicht. Die Organisatoren des Wettbewerbs erlauben keine Manipulation oder Inszenierung.

Das Bild des Siegers zeigt Kaulquappen

Den "Wildlife Photographer of the Year" hat schließlich der kanadische Fotograf Shane Gross gewonnen. Das Siegerfoto zeigt einen riesigen Schwarm Kaulquappen in einem farbenfrohen Schleier aus Algen. Shane Gross hat für dieses Bild mehrere Stunden lang geschnorchelt. Kaulquappen bestimmen das Siegerbild, also keine exotische Tierart. Das ist auch das Erfolgsrezept dieses Wettbewerbs und der Reutlinger Ausstellung: Auf den besonderen Moment des Üblichen kommt es an.

Das Foto hat den Titel "Die kunstvolle Krähe". Durch eine ungewöhnliche Fototechnik wirkt das Bild wie ein Gemälde.
"Die kunstvolle Krähe" - eine Krähe im Stadtpark von Basel. Durch eine ungewöhnliche Fototechnik wirkt das Bild wie ein Gemälde.

Alltäglich auch das Motiv eines Raben in einem Baum. Der Fotograf Jiri Hrebicek aus Tschechien machte daraus aber etwas Besonderes. Durch bewusstes Wackeln mit der Kamera sieht das Foto aus wie ein Gemälde.

Warum ausgerechnet das Naturkundemuseum Reutlingen

Vor 20 Jahren hat die Leiterin des Naturkundemuseums Reutlingen, Barbara Karwatzki, eine Anfrage für die Ausstellung bekommen. Mit ihrer Einwilligung wurde eine Tradition angestoßen. Seit 2004 macht die Ausstellung jedes Jahr Station in Reutlingen, neben einer Handvoll anderer Orte in Deutschland. Die Ausstellung wurde immer populärer, die Besucherzahlen stiegen kontinuierlich. 7.000 kamen zur Premierenausstellung. Im vergangenen Jahr waren es bereits 2.000 Besucherinnen und Besucher pro Woche. Insgesamt rechnet das Naturkundemuseum jetzt mit über 20.000 Menschen.

"Doppelter Rittberger", so heißt das Foto der Ausstellung im Naturkundemuseum Reutlingen. Ein Hermelin macht einen für die Art typischen Luftsprung.
Ein Hermelin macht einen für die Art typischen Luftsprung: "Doppelter Rittberger". Bild in Detailansicht öffnen
"Stürmische Szene" - ein Foto der Ausstellung "Wildlife Photographer of the Year" im Naturkundemuseum Reutlingen
"Stürmische Szene": Ein Löwenmännchen und -weibchen fauchen sich nach dem Liebesakt im Serengeti Nationalpark an. Bild in Detailansicht öffnen
Ein junger Wanderfalke jagt über seinem Nest in Los Angeles einem Schmetterling hinterher. Das Foto trägt den Titel: Übung macht den Meister.
Der Titel des Fotos: "Übung macht den Meister". Ein junger Wanderfalke jagt über seinem Nest in Los Angeles einem Schmetterling hinterher. Bild in Detailansicht öffnen
Ein nur zwei Millimeter großer Springschwanz neben dem Fruchtkörper eines Schhleimpilzes in Berlin. Das zeigt das Foto der Reutlinger Ausstellung bis Februar 2026.
"Leben unter totem Holz": Ein nur zwei Millimeter großer Springschwanz neben dem Fruchtkörper eines Schhleimpilzes in Berlin. Bild in Detailansicht öffnen
"Die letzte Ruhestätte", heißt das preisgekrönte Foto, das gerade in Reutlingen hängt. Eiskristalle bedecken eine tote Hirschkuh.
Eiskristalle bedecken eine tote Hirschkuh. Passend dazu trägt das Foto den Titel: "Die letzte Ruhestätte". Bild in Detailansicht öffnen
Sechs Monate wartete der Fotograf, bis er den Luchs in der hügeligen Landschaft Russlands vor die Linse bekam. Das Foto heißt "Grenzgebiet des Luchses".
Der Titel des Bildes: Grenzgebiet des Luchses. Sechs Monate wartete der Fotograf, bis er den Luchs in der hügeligen Landschaft Russlands vor die Linse bekam. Bild in Detailansicht öffnen
Ein friedvoller Augenblick: Friedlich schlummert ein kleines Äffchen in den Armen der Mutter.
Friedlich schlummert ein kleines Äffchen in den Armen der Mutter - "Ein friedvoller Augenblick". Bild in Detailansicht öffnen
Eine Menge gemeiner Miesmuscheln besetzt die Uferklippen: "Stärke durch schiere Anzahl".
"Stärke durch schiere Anzahl": Eine Menge gemeiner Miesmuscheln besetzt die Uferklippen. Bild in Detailansicht öffnen
"Plötzlich erwachen" - Ein Kampf um Leben und Tod zwischen Insekten. Das Foto ist in Reutlingen im Naturkundemuseum zu sehen.
"Plötzlich erwachen": Ein Kampf um Leben und Tod zwischen Insekten. Bild in Detailansicht öffnen

Weitere Fotoausstellungen geplant

Insgesamt haben die "Wildlife Photographer of the Year"-Ausstellungen in Reutlingen bislang über 330.000 Menschen angezogen. Das Konzept einer Fotoausstellung in einem Naturkundemuseum funktioniert also. Deshalb gibt es seit kurzem Schwerpunktausstellungen von Fotografen, die bereits als "Wildlife Photographer of the Year" ausgezeichnet wurden. In diesem Jahr war das der Norweger Audun Rikardsen mit seiner Ausstellung "WinterWale". Im kommenden Jahr wird Ingo Arndt seine Bilder in Reutlingen präsentieren. Er hat 2024 mit dem Bild "Das Abrisskommando" in der Kategorie "Tierverhalten Wirbellose" gewonnen.

"Das Abrisskommando" - der Titel des Fotos, das bei der Ausstellung "Wildlife Photographer of the Year" im Naturkundemuseum Reutlingen gezeigt wird.
"Das Abrisskommando" - so der Titel des Fotos, das bei der Ausstellung "Wildlife Photographer of the Year" noch bis Februar 2026 im Naturkundemuseum Reutlingen gezeigt wird.

Die neuen Sieger des Wettbewerbs 2025 stehen seit Mitte Oktober fest. Diese Bilder sind dann Ende kommenden Jahres in Reutlingen zu sehen. Die aktuelle Ausstellung im Naturkundemuseum Reutlingen dauert bis zum 1. Februar 2026.

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Erstmals publiziert am
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Autor/in
Harry Röhrle
Harry Röhrle ist Reporter für Hörfunk, Online und Fernsehen beim SWR im Studio Tübingen.

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