1,8 Millionen für Naturschutzprojekt bei Freudenstadt

Wisente sollen die Artenvielfalt im Schwarzwald fördern

An der Alexanderschanze bei Freudenstadt soll ein Wisentgehege entstehen - seit Jahren kämpft ein Verein dafür. Jetzt rückt die Verwirklichung des Projekts dank Fördergeldern näher.

Teilen

Stand

Von Autor/in Catharina Straß

Seit zehn Jahren kämpft der Förderverein Wildtierpark Alexanderschanze für ein Wisentgehege. Jetzt könnte es Realität werden: Das Land hat 1,8 Millionen Euro für das Naturschutzprojekt bereitgestellt.

Wisente, auch als europäische Bisons bekannt, sind beeindruckende Tiere mit massigem Körperbau, großem Buckel und nach innen gebogenen Hörnern. Sie sollen bei Freudenstadt auf einer Fläche von 12 Hektar angesiedelt werden, um die Wald- und Offenlandschaften zu beweiden. Finanziert wird das durch Gelder aus dem Verkauf von Landesanteilen an der Waldgenossenschaft Murgschifferschaft.

Baden-Württemberg

Rund 1.300 Hektar mehr Fläche BW-Landtag entscheidet: Nationalpark im Schwarzwald soll größer werden

Lang wurde debattiert, nun hat der Landtag die endgültige Entscheidung getroffen: Der Nationalpark im Schwarzwald wird größer. Unumstritten ist der Vorgang aber nicht.

"Jetzt in die Umsetzung": Planungen für Wisentgehege werden konkret

Für Julian Osswald, Vorsitzender des Fördervereins Wildtierpark Alexanderschanze e.V., sind es denkbar gute Nachrichten. Auf Instagram schreibt er: "Damit kann der Nationalpark jetzt in die Umsetzung gehen."

Seit Jahren wirbt der frühere Oberbürgermeister von Freudenstadt für das Wildtiergehege an der Alexanderschanze. Warum, beschreibt er in einem Projektflyer: "Die Rückkehr der Wisente in den Schwarzwald symbolisiert mehr als die Wiederansiedlung eines beeindruckenden Tieres - sie steht für den Erhalt unserer natürlichen Vielfalt und das harmonische Miteinander von Mensch und Natur."

Wisente stehen auf einer Wiese. Bald womöglich auch an der Alexanderschanze bei Freudenstadt.
Nachdem sie in Europa so gut wie ausgestorben waren, wurden Wisente vor gut 10 Jahren in Deutschland wieder angesiedelt. Mit ihren Hufen, ihrer Art zu grasen und ihrem Dung sollen sie auch im Schwarzwald Lebensraum etwa für Insekten schaffen.

Wisente als natürliche Artenschützer im Schwarzwald

Das geplante Wisentgehege liegt in unmittelbarer Nähe zum Nationalpark Schwarzwald, einem der größten Schutzgebiete Deutschlands mit über 10.000 Hektar Fläche. Die Mischung aus lichten Wäldern und Offenland an der Alexanderschanze bieten laut Osswald ideale Bedingungen für die Tiere. Durch ihre Beweidung könnten die Wisente zur Pflege der Landschaft beitragen und die Artenvielfalt fördern.

Die Rückkehr der Wisente bietet uns die einzigartige Gelegenheit, die Natur in ihrer Urform wieder aufleben zu lassen und aktiv zum Umweltschutz beizutragen.

Gehege soll Teil des Nationalparks werden

Neben dem Naturschutzaspekt soll das Wisentgehege auch ein attraktives Ziel für Besucher werden. Wanderer und Radfahrer können das Gebiet über die B28 oder beliebte Routen wie die Schwarzwaldhochstraße-Tour erreichen. Das Konzept sieht sichere Begegnungen zwischen Mensch und Tier vor: Beobachtungspunkte, Infotafeln und barrierefreie Wege sollen den Besuchern ein naturnahes Erlebnis ermöglichen, ohne die Tiere zu stören. "Unsere Vision: Ein Wildtierpark für Artenvielfalt, Erholung und nachhaltigen Tourismus“, so Osswald.

Mit der finanziellen Zusage kommt einiges an Planung auf den Förderverein zu: Er hofft, zusätzlich 20 Hektar Wald vom Land pachten zu können, um das Gehege zu erweitern und vollständig in den Nationalpark Schwarzwald zu integrieren. Auch muss der langfristige Betrieb des Geheges geklärt werden: Die Betreuung der Tiere, medizinische Versorgung und ihre Kontrolle erfordern eine professionelle Organisation. Die finanziellen Grundlagen sind geschaffen - für den Verein geht es jetzt an die Umsetzung.

Baiersbronn

Wildtiermonitoring bringt neue Einsichten ins Tierleben Der Herr der Kameras: Tag- und Nachtleben im Nationalpark

Es ist eine Welt, die man sonst nicht zu Gesicht bekommt: Die Tierwelt des Nationalparks Schwarzwald. Doch einer sieht alles: Der Herr der Kameras, Raffael Kratzer.

Bad Rippoldsau-Schapbach

Die Bärin hatte einen Jogger getötet "Problembärin" Gaia: Deswegen ist sie immer noch nicht im Schwarzwald

Eigentlich sollte Gaia schon längst im Alternativen Wolf- und Bärenpark leben. Doch die Vorbereitungen auf die so genannte "Problembärin" machen mehr Mühe als gedacht.

Baiersbronn

Neues Ausflugsziel auf der Schwarzwaldhochstraße Nationalpark Schwarzwald hat jetzt einen Spechtpfad

Der Nationalpark Schwarzwald feiert 10-jähriges Bestehen und hat aus diesem Anlass eine neue Attraktion bekommen: einen Spechtpfad. Am Dienstag wurde er eröffnet

SWR1 Baden-Württemberg SWR1 Baden-Württemberg

Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
Catharina Straß
Catharina Straß

Unsere Quellen

Transparenz ist uns wichtig! Hier sagen wir Ihnen, woher wir unsere Infos haben!