Seit zehn Jahren kämpft der Förderverein Wildtierpark Alexanderschanze für ein Wisentgehege. Jetzt könnte es Realität werden: Das Land hat 1,8 Millionen Euro für das Naturschutzprojekt bereitgestellt.
Wisente, auch als europäische Bisons bekannt, sind beeindruckende Tiere mit massigem Körperbau, großem Buckel und nach innen gebogenen Hörnern. Sie sollen bei Freudenstadt auf einer Fläche von 12 Hektar angesiedelt werden, um die Wald- und Offenlandschaften zu beweiden. Finanziert wird das durch Gelder aus dem Verkauf von Landesanteilen an der Waldgenossenschaft Murgschifferschaft.
Rund 1.300 Hektar mehr Fläche BW-Landtag entscheidet: Nationalpark im Schwarzwald soll größer werden
Lang wurde debattiert, nun hat der Landtag die endgültige Entscheidung getroffen: Der Nationalpark im Schwarzwald wird größer. Unumstritten ist der Vorgang aber nicht.
"Jetzt in die Umsetzung": Planungen für Wisentgehege werden konkret
Für Julian Osswald, Vorsitzender des Fördervereins Wildtierpark Alexanderschanze e.V., sind es denkbar gute Nachrichten. Auf Instagram schreibt er: "Damit kann der Nationalpark jetzt in die Umsetzung gehen."
Seit Jahren wirbt der frühere Oberbürgermeister von Freudenstadt für das Wildtiergehege an der Alexanderschanze. Warum, beschreibt er in einem Projektflyer: "Die Rückkehr der Wisente in den Schwarzwald symbolisiert mehr als die Wiederansiedlung eines beeindruckenden Tieres - sie steht für den Erhalt unserer natürlichen Vielfalt und das harmonische Miteinander von Mensch und Natur."
Wisente als natürliche Artenschützer im Schwarzwald
Das geplante Wisentgehege liegt in unmittelbarer Nähe zum Nationalpark Schwarzwald, einem der größten Schutzgebiete Deutschlands mit über 10.000 Hektar Fläche. Die Mischung aus lichten Wäldern und Offenland an der Alexanderschanze bieten laut Osswald ideale Bedingungen für die Tiere. Durch ihre Beweidung könnten die Wisente zur Pflege der Landschaft beitragen und die Artenvielfalt fördern.
Die Rückkehr der Wisente bietet uns die einzigartige Gelegenheit, die Natur in ihrer Urform wieder aufleben zu lassen und aktiv zum Umweltschutz beizutragen.
Gehege soll Teil des Nationalparks werden
Neben dem Naturschutzaspekt soll das Wisentgehege auch ein attraktives Ziel für Besucher werden. Wanderer und Radfahrer können das Gebiet über die B28 oder beliebte Routen wie die Schwarzwaldhochstraße-Tour erreichen. Das Konzept sieht sichere Begegnungen zwischen Mensch und Tier vor: Beobachtungspunkte, Infotafeln und barrierefreie Wege sollen den Besuchern ein naturnahes Erlebnis ermöglichen, ohne die Tiere zu stören. "Unsere Vision: Ein Wildtierpark für Artenvielfalt, Erholung und nachhaltigen Tourismus“, so Osswald.
Mit der finanziellen Zusage kommt einiges an Planung auf den Förderverein zu: Er hofft, zusätzlich 20 Hektar Wald vom Land pachten zu können, um das Gehege zu erweitern und vollständig in den Nationalpark Schwarzwald zu integrieren. Auch muss der langfristige Betrieb des Geheges geklärt werden: Die Betreuung der Tiere, medizinische Versorgung und ihre Kontrolle erfordern eine professionelle Organisation. Die finanziellen Grundlagen sind geschaffen - für den Verein geht es jetzt an die Umsetzung.