Die Erweiterung des Nationalparks im Schwarzwald zu einem zusammenhängenden Gebiet kann kommen: Der Landtag stimmte einer Änderung des Nationalparkgesetzes mehrheitlich zu. Das Gesetz tritt zum 1. Januar 2026 in Kraft.
Flächentausch mit Waldgenossenschaft
Die Fläche zwischen dem Nord- und Südteil des Nationalparks gehört der Waldgenossenschaft Murgschifferschaft. Für den Lückenschluss übernimmt das Land Baden-Württemberg nun die rund 3.000 Hektar. Als Ersatz erhält die Murgschifferschaft eine gleichwertige Fläche Staatswald in der Nachbarschaft der Schwarzwaldgemeinde Enzklösterle (Kreis Calw). Darauf hatte sich das Land und die Waldgenossenschaft nach langen und schwierigen Verhandlungen geeinigt. Laut der Webseite des Nationalparks Schwarzwald beträgt der Flächenzuwachs durch den Tausch insgesamt rund 1.300 Hektar.
Das Land zieht sich zudem aus der Genossenschaft zurück und verkauft seine Anteile an die verbleibenden Eigner für 40 Millionen Euro. Im Juni meldete der Landesrechnungshof Bedenken an der Berechnung dieser Summe. Auch aus der Opposition kam Kritik, dass Anteile deutlich unter ihrem Wert verkauft werden.
Die grün-schwarze Regierungskoalition hatte sich im Oktober vergangenen Jahres grundsätzlich auf die Erweiterung geeinigt. Auch der Nationalparkrat hatte der Erweiterung im Februar zugestimmt.
Staatssekretär sieht Gewinn für Naturschutz
Die Verbindung der beiden Teilgebiete sei ein Gewinn für den Naturschutz und die Artenvielfalt, sagte Umweltstaatssekretär Andre Baumann (Grüne) im Landtag. Denn für viele Tier- und Pflanzenarten sei die bisherige Trennung der Gebiete eine nicht oder nur schwer überwindbare Barriere gewesen.
Kritik wegen fehlender Transparenz
Kritik kam erneut von der Opposition. Der SPD-Abgeordnete Martin Rivoir bemängelte fehlende Transparenz beim Verkauf der Anteile des Landes an der Murgschifferschaft. Es gebe keine belastbaren Zahlen, was diese wert seien. Der FDP-Politiker Klaus Hoher sprach zudem von einem "Prestigeprojekt des Ministerpräsidenten", das das Land viel koste, aber wenig bringe.
Von den gewonnenen 40 Millionen Euro durch den Anteilsverkauf fließen 35 Millionen in den "Zukunftsfonds Wald", wie der Staatsanzeiger berichtet. Dieser kann zum Wohl des Forstes eingesetzt werden. Die restlichen fünf Millionen werden für die Errichtung eines Wildtiergeheges und den Ankauf von Moorflächen genutzt.
Der Nationalpark Schwarzwald wurde 2014 eingerichtet und ist bisher das einzige Großschutzgebiet dieser Art im Südwesten. Eine Besonderheit eines Nationalparks ist, dass der Mensch in bestimmten Kerngebieten nicht mehr eingreift.