Nach der verheerenden Explosion eines Wohnhauses in Albstadt-Tailfingen (Zollernalbkreis) versuchen Ermittler herauszufinden, was zu dem Unglück mit drei Toten geführt hat. Mittlerweile hat die Polizei bestätigt, dass es sich bei den drei Toten um die in dem eingestürzten Gebäude wohnende dreiköpfige Familie handelt, so die Polizei: ein 33-jährigen Mann, eine 30-jährige Frau und ihr sechsjähriges Kind. Das Haus wurde bei der Explosion komplett zerstört.
Kriminaltechniker und die Spurensicherung waren am Freitag vor Ort. Sie hatten unter anderem geprüft, ob die Explosion durch einen Gasaustritt ausgelöst wurde, so die Polizei.
Ursache laut Polizei noch unklar Explosion in Albstadt mit drei Toten: So sicher sind Gasheizungen
In Albstadt sind bei einer Hausexplosion mehrere Menschen gestorben. Vieles spricht für Gas als Ursache. Das sagt ein Experte zur Sicherheit von Gasheizung und Gasherd.
Oberbürgermeister Tralmer widerspricht Gerüchten
Kurz nach der Gasexplosion verbreitete sich das Gerücht, dass im Haus Gasgeruch festgestellt und den Stadtwerken gemeldet worden sei. Ein Mann, der sich im Internet als Schwager des getöteten Paares vorstellt, spricht darüber in einem Video auf Facebook. Auch er spricht von Gasgeruch, den seine Schwägerin wahrgenommen haben soll. Wie er sagt, habe sie einen Techniker bestellt, der sei aber nicht zum Termin erschienen. Bei wem konkret der Gasgeruch gemeldet worden sei, sagt er nicht. Gegenüber dem SWR will er sich nicht äußern.
Der Oberbürgermeister von Albstadt und Albstadtwerke-Aufsichtsratchef, Roland Tralmer (CDU), hat aufkommenden Gerüchten widersprochen. "Dass von der betroffenen Familie wenige Tage vor dem Unglück bei den Stadtwerken angerufen worden sei und angeblich Gasaustritt moniert wurde, habe ich selbstverständlich überprüft und da ist nichts dran", so Tralmer in einem Interview mit dem SWR. Bei solch einem Unglück würde die Gerüchteküche schnell hochkochen. "Ich setze darauf, dass die Ermittlungsbehörde in aller Ruhe und der notwendigen Sorgfalt die Ursache aufklärt", so der Oberbürgermeister.
Explosion in Albstadt: Benachbarte Häuser teils stark beschädigt
Die Explosion war so heftig, dass bei mindestens sieben Gebäuden im direkten Umfeld Schäden an Dächern entstanden oder Fenster eingedrückt worden seien, sagte eine Sprecherin der Stadtverwaltung Albstadt. Man habe bereits mehrere Handwerksbetriebe damit beauftragt, die Gebäude schnellstmöglich wieder bewohnbar zu machen.
Nach Angaben der Stadt konnten am Donnerstagabend alle Bewohnerinnen und Bewohner der beschädigten Nachbargebäude zurück in ihre Häuser. Bis auf die Bewohner eines Hauses, die in einem Hotel untergebracht wurden, wie eine Sprecherin der Stadtverwaltung sagte.
Was hat die Explosion ausgelöst?
Wie es zu dem Unglück kommen konnte, ist noch unklar. Die Polizei versuchte am Freitag mit Bauplänen und einer Drohne den Unglücksort zu rekonstruieren. Beweismittel wurden sichergestellt und werden jetzt begutachtet. Vieles spreche für Gas als Ursache, so die Polizei. Vor allem auch, weil die Häuser im Wohngebiet alle mit Gas beheizt werden. Die Gasleitungen der Bewohner in der gesamten Straße der Unglücksstelle seien vorsorglich abgedreht worden.
So haben Nachbarinnen und Nachbarn die Explosion erlebt
Für die rund 20 bis 30 Bewohner der benachbarten Häuser hatte die Stadt direkt nach dem Unglück in der Sporthalle eine Notunterkunft eingerichtet. Einige von ihnen seien in einem psychischen Ausnahmezustand gewesen und mussten von Seelsorgern psychologisch betreut werden, sagte ein Sprecher des Roten Kreuzes. Bei einer Spendenaktion für die Opfer kamen bislang bereits mehr als 60.000 Euro zusammen. Mit dem Geld soll unter anderem die Bestattung der Familie finanziert werden.
Die Betroffenheit der Menschen im Ort ist groß. Viele Albstädterinnen und Albstädter waren am frühen Donnerstagmorgen von einer lauten Explosion aus dem Schlaf gerissen worden.
Auf einmal hat es einen Knall gegeben. Das Haus hat einen richtigen Rucker getan. Meine Frau ist dann auch aufgewacht.