Ursache laut Polizei noch unklar

Explosion in Albstadt mit drei Toten: So sicher sind Gasheizungen

In Albstadt sind bei einer Hausexplosion mehrere Menschen gestorben. Vieles spricht für Gas als Ursache. Das sagt ein Experte zur Sicherheit von Gasheizung und Gasherd.

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Von Autor/in Maximilian Stokburger

Auch Tage nach der Explosion in einem Wohnhaus in Albstadt-Tailfingen (Zollernalbkreis) steht der Ort unter Schock. Bei dem Unglück am Donnerstagmorgen vergangener Woche waren drei Menschen ums Leben gekommen. Die Polizei geht davon aus, dass vieles für Gas als Ursache spricht. Vor allem auch, weil die Häuser im Wohngebiet alle mit Gas beheizt werden.

Großeinsatz in Albstadt-Tailfingen: So sieht es nach der Explosion aus
Großeinsatz in Albstadt-Tailfingen: So sah es am Morgen nach der Explosion aus. Auch umliegende Häuser sind laut Polizei zum Teil stark beschädigt und evakuiert worden. Bild in Detailansicht öffnen
Großeinsatz in Albstadt-Tailfingen: So sieht es nach der Explosion aus
Beim Einsturz eines Wohngebäudes in Albstadt-Tailfingen sind drei Menschen ums Leben gekommen. Es handelt sich dabei "mit hoher Wahrscheinlichkeit" um eine Familie im Alter von 33, 30 und sechs Jahren, wie die Polizei mitteilte. Bild in Detailansicht öffnen
Großeinsatz in Albstadt-Tailfingen: So sieht es nach der Explosion aus
Die Ursache der Explosion war laut Polizei zunächst unklar. Bild in Detailansicht öffnen
Großeinsatz in Albstadt-Tailfingen: So sieht es nach der Explosion aus
Polizei, Feuerwehr und Rettungskräfte waren nach Angaben des Polizeisprechers mit einem Großaufgebot an Kräften in dreistelliger Zahl im Einsatz. Bild in Detailansicht öffnen

Jörg Knapp, Ingenieur beim Fachverband Sanitär Heizung Klima BW, ist Gasexperte. Er kennt die Risiken, spricht im SWR-Interview aber auch davon, dass Gasheizungen und Co. sehr sicher sind.

Unfallgefahr? So sicher sind Gasanlagen

Das Risiko einer Explosion an einer Gasanlage in Deutschland sei äußerst gering, so Jörg Knapp. Das belegten Daten des Deutschen Verbands des Gas- und Wasserfachs (DVGW). Die DVGW-Statistiken zeigten, dass nur maximal ein Prozent aller Schadensfälle auf die Gasanlage selbst zurückzuführen sei. Zudem hätten viele der wenigen Unfälle in unzulässigen Manipulationen ihre Ursache, so Knapp. Die Wahrscheinlichkeit einer Explosion liege bei den Millionen betriebenen Gasanlagen bei "praktisch null".

Gasanlage: Welche Regeln und Pflichten gibt es?

Haus- beziehungsweise Gasanlagenbesitzer müssen in Deutschland bestimmte Prüfpflichten einhalten. Dazu zählt unter anderem eine jährliche Sichtkontrolle. Diese kann der Eigentümer selbst durchführen oder damit eine Fachperson beauftragen. Dabei wird kontrolliert, ob die Leitungen unbeschädigt sind und Anzeichen von Korrosion oder undichten Stellen aufweisen. Außerdem sei spätestens alle zwölf Jahre eine Gebrauchsfähigkeitsprüfung vorgeschrieben, so Knapp. Dabei werde eine Druckprüfung durchgeführt, um festzustellen, ob die Leitung noch dicht ist.

Stille Gefahr: Woran erkenne ich, dass Gas austritt?

Hier rät der Experte, auf den Geruch zu achten. Dem eigentlich geruchslosen Gas sei ein Geruchsstoff beigemischt, so Knapp. Dadurch soll sichergestellt werden, dass eventuelle Leckagen rechtzeitig erkannt werden können.

Regionale Energieversorger wie die Netze BW oder die badenova raten bei Gasgeruch unter anderem zum Lüften, um eine mögliche Gaskonzentration zu senken. Außerdem sollte der Gashaupthahn, falls sicher erreichbar, zugedreht werden. Nach dem Verlassen des Gebäudes sollte der Bereitschaftsdienst des zuständigen Betreibers kontaktiert werden. Dieser Service sei kostenlos, auch wenn sich der Gasgeruch als falscher Alarm herausstellen sollte.

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Der Energieversorger EnBW mit Sitz in Karlsruhe hält Sicherheitsbedenken bei modernen Gasherden für unbegründet, sofern diese von einem Fachmann angeschlossen und zertifiziert sind - beispielsweise mit der CE-Kennzeichnung. Die Sicherheitsanforderungen sind hoch, dennoch empfiehlt es sich laut EnBW, einen Gasmelder zu installieren. Dieser schlägt Alarm, wenn der Gasgehalt in der Luft steigt, und funktioniert ähnlich wie ein Rauchmelder.

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Maximilian Stokburger
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