Verein muss Notfallpläne machen

Ermittlungen laufen: Wird der Sportplatz in Mössingen-Belsen jetzt abgeschlossen?

Tiefe Furchen von Autoreifen auf dem Belsener Sportplatz: die Sanierung könnte teuer werden. Der Vorstand denkt darüber nach, den Sportplatz künftig mit einem Tor zu schließen.

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Von Autor/in Theresa Krampfl

Nach der Verwüstung des Sportplatzes in Mössingen-Belsen (Kreis Tübingen) denkt der Vorstand des Sportvereins darüber nach, den Platz künftig abzusperren. Das sagt Klaus-Peter Kocher vom Verein im SWR-Gespräch am Mittwochabend. Auch wenn das schade wäre für diejenigen, die den Platz jederzeit frei für ihren Sport nutzen.

In den frühen Stunden des vergangenen Samstags ist jemand mit seinem Auto auf die Rasenfläche gefahren und hat tiefe Furchen auf dem gesamten Feld hinterlassen. Die Polizei ermittelt noch.

Experten prüfen, wie teuer die Sanierung des Sportplatzes in Belsen wird

Momentan seien Sachverständige daran, Optionen zur Sanierung des Feldes zu erarbeiten. Bis Ende der Woche würden diese voraussichtlich der Stadt als Eigentümerin des Sportplatzes Bescheid geben, wie teuer welche Variante wäre. Einen komplett neuen Rasen zu pflanzen, wäre wohl die teuerste Variante, mutmaßt Bürgermeister Martin Gönner (Freie Wählervereinigung). Sowas könne an die 200.000 Euro gehen. Einfach Löcher mit Erde auffüllen reiche da nicht. Der Rasen müsse eben sein, gut bewässert werden, aber auch locker gepflanzt. Noch wisse man gar nicht, ob auch die unterirdische Bewässerungsanlage kaputt sei. Wenn dem so wäre, kämen noch zusätzliche Kosten auf die Stadt zu - in Zeiten von leeren Haushaltskassen.

Ein Kindergarten, eine Straße oder eine andere Einrichtung wird dann weniger bekommen oder muss länger warten. Das ist das, was weh tut.

Martin Gönner (links) und Klaus-Peter Kocher (rechts) sind schockiert über die tiefen Furchen in der Rasenfläche des TV Belsen, die der Fahrer hinterlassen hat.
Martin Gönner (links) und Klaus-Peter Kocher (rechts) sind schockiert über die tiefen Furchen, die der Fahrer hinterlassen hat.

Mutwillige Zerstörung des Rasens: War es jemand mit Ortskenntnis?

Diese blinde Zerstörungswut ist für Martin Gönner nicht nachvollziehbar. Er vermutet, dass es jemand mit Ortskenntnis war, denn mit dem Auto auf den Rasen zu kommen, ist nicht ganz einfach. Man müsse das Gelände kennen. Auch Klaus-Peter Kocher vom Vorstand des TV Belsen findet es unglaublich. Immer mal wieder gäbe es kleinere Sachbeschädigungen im Bereich der Sportplätze, doch eine solche Verwüstung habe er noch nicht erlebt.

Im Verein seien so viele Jugendliche tätig, um alles möglich zu machen. "Wenn dann sowas kaputt ist, ist es frustrierend und schlimm", sagt er im SWR-Interview. Fußballtrainer Herbert Schanz ist genauso entsetzt. Seit 50 Jahren sei er in diesem Verein tätig. So etwas habe es bislang nicht gegeben.

Teams müssen künftig auf Sportplatz in Mössingen ausweichen

Der Sportplatz sei vor allem im Frühjahr und Sommer jeden Tag belegt, erzählt Kocher. Er befürchtet, dass die Sanierung des verwüsteten Platzes länger dauere. Und auch der nebenanliegende Kunstrasenplatz soll ab dem Frühjahr saniert werden. Dann bleibe einigen Teams nur noch, auf andere Plätze auszuweichen und längere Wege in Kauf zu nehmen. Für den Verein sei das ein großer Organisationsaufwand.

Der Kunstrasenplatz in Mössingen-Belsen wird im Frühjahr auch saniert. Er hat einige Unebenheiten, die zu Stürzen und Verletzungen führen könnten. Wenn dann der verwüstete Sportplatz nebenan auch noch saniert wird, müssen einige Teams ausweichen.
Der Kunstrasenplatz wird im Frühjahr auch saniert. Er hat laut Verein einige Unebenheiten, die zu Stürzen und Verletzungen führen könnten.

Ermittlungen der Polizei dauern an

Die Polizei ermittelt weiter. Einige Hinweise seien schon eingegangen. Dort rechnet man Ende nächster Woche mit möglichen Ermittlungsergebnissen. Um die Suche nach dem Täter zu beschleunigen, versprechen Stadt und Verein eine Belohnung von 2.000 Euro, wenn Hinweise zur Überführung des Täters führen würden. Doch eigentlich erhoffen sich Gönner und Kocher, dass sich der Täter stellt und jetzt Größe beweist.

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