Ermittler des Cybercrime-Zentrums Baden-Württemberg sind einem Mann aus dem Ostalbkreis auf die Spur gekommen, der per Internet schweren sexuellen Missbrauch von Kindern in Auftrag gegeben haben soll. Außerdem soll er den Missbrauch live mitverfolgt und aktiv angeleitet haben, so die Generalstaatsanwaltschaft in einer Mitteilung vom Montag. Der Tatverdächtige ist inzwischen in Untersuchungshaft.
Sexueller Missbrauch vor Webkamera: Auftraggeber schaut zu und kann Anweisungen geben
Dem Mann werden laut Mitteilung mindestens zwei Taten aus den Jahren 2025 und 2026 zur Last gelegt. Diese werden dem Bereich des "Live Distance Child Abuse" zugeordnet. Dabei werden Kinder und Minderjährige in einer Liveübertragung sexuell missbraucht. Der Auftraggeber kann Anweisungen geben, was live vor der Webkamera passieren soll. Der Missbrauch wird in Echtzeit gegen Bezahlung gestreamt.
Die Aktionen vor der Kamera reichen laut Mitteilung von einfachem Posing bis hin zu schweren sexuellen Übergriffen durch Dritte oder sadistischen Handlungen. Die Ermittler müssen noch klären, um welche konkreten Handlungen es im aktuellen Fall geht.
Der Tatverdächtige ist nach einer Durchsuchung am vorigen Donnerstag festgenommen worden. Das Cybercrime-Zentrum hatte Haftbefehl wegen des Verdachts der Anstiftung zu schwerem sexuellen Missbrauch in kinderpornografischer Absicht beantragt. Ermittler fanden bei der Durchsuchung elektronische Speichermedien, die jetzt ausgewertet werden.
Missbrauch von Kindern übers Internet: Weiterer Verdächtiger aus dem Ostalbkreis in Haft
Vor knapp einem Jahr wurde ebenfalls im Ostalbkreis schon einmal ein Tatverdächtiger festgenommen, der live im Internet dabei zugesehen haben soll, wie Kinder missbraucht werden. Der 60-Jährige soll ebenfalls Anweisungen gegeben haben. Die Generalstaatsanwaltschaft sieht nach eigenen Angaben keinen Zusammenhang zwischen den beiden Fällen im Ostalbkreis.