In Ulm unterwegs zu sein bedeutet, neue Wege kennenzulernen. Manchmal jeden Tag. Der Grund sind aktuell 70 Baustellen im Stadtgebiet. Damit jeder richtig an der Baugrube entlang oder auch durch oder weiträumig herum fährt, braucht es Schilder. Viele Schilder. Der Höhepunkt der Baustellenschilderflut ist nun erreicht, schreibt die Stadt: mit 12.000 Stück.
Rot-weiß gestreifte Baken stehen am Blaubeurer Kreisverkehr Spalier - so viele, dass bei rasanter Fahrt schnell übersehen werden kann, wo ein Schlupfloch wieder hinausführt. Radfahrer schlängeln sich an der Örlinger Straße über behelfsmäßige Brücken mitten durch eine Baustelle, zwischen Baustellenzäunen hindurch und über Stahlplatten hinweg. Fußgänger suchen sich an der Baustelle der Adenauerbrücke manchmal recht kreativ ihre Wege. Die Beschilderung ist da, hilft aber nicht immer.
Wie Ulm ohne die Baustellen aussähe, lässt sich heute wohl nicht mit Sicherheit sagen. Die Zahl der fest installierten Verkehrszeichen schätzt eine Sprecherin der Stadt mit Hilfe von ChatGPT auf 15.930. Mit den Baustellenschildern hat sich die Zahl also fast verdoppelt.
Der Höhepunkt des Schilderwaldes in Ulm ist erreicht
So weisen heute geschätzt mehr als 27.000 Schilder motorisierten und nicht-motorisierten Passanten den Weg - oder versperren ihn. Das Bild wird vervollständigt von 350 Umleitungsschildern und 13 Kilometer Bauzaun. Kurzfristig aufploppende Vollsperrungen zentraler Kreuzungen wie des Willi-Brandt-Platzes für sämtliche Verkehrsteilnehmer nicht mitgezählt.
Aber es gibt Hoffnung: Der Höhepunkt ist erreicht, so die Sprecherin der Stadt. Ende November kommt zwar noch eine Vollsperrung der viel befahrenen B10 stadteinwärts hinzu. Der Schilderwald wird sich dann aber schon ein bisschen gelichtet haben. Denn bis dahin sollen viele kleine Baustellen beendet sein.