Die marode Adenauerbrücke muss neu gebaut werden. Abriss und Neubau sind noch eine Weile hin, die Vorarbeiten jedoch haben begonnen - und deswegen ist der Fuß- und Radweg derzeit gesperrt. Eine Umleitung ist zwar eingerichtet, doch die ist gar nicht so leicht zu finden.
Sperrung am Donauradweg in Ulm sorgt für frustrierte Radfahrer
Es ist ein sonniger Tag, viele Fahrradfahrer und Fahrradfahrerinnen sind auf dem Donauradweg unterwegs. Auf Höhe der Adenauerbrücke werden die meisten jedoch abrupt ausgebremst. "Donauradweg ab 01.08.2025 gesperrt“ steht auf einem großen Schild. Dahinter: viele Baustellenabsperrungen. Davor: verwirrte und verärgerte Radfahrer und Radfahrerinnen.
"Es ist überall Baustelle, man weiß gar nicht mehr, wie man irgendwo wieder rauskommt“, wundert sich eine Frau. Scherzend fügt sie hinzu: "Eigentlich müsste ich laufen oder mit dem Hubschrauber fliegen.“ Ein Mann ergänzt: "Wenn fremde Leute hier sind, die tun mir leid. Und wenn man alt ist, schlecht laufen kann und das Fahrrad als Alternative nutzt, dann ist es umso schlimmer.“
Eigentlich müsste ich laufen oder mit dem Hubschrauber fliegen.
Ein anderer Mann, der sich auf dem Nachhauseweg befindet, sieht alles etwas pragmatischer: "Ich muss jetzt einen Weg finden nach Hause. Aber wenn man sich auskennt und Schleichwege kennt, dann passt das schon.“
Baustelle am Donauradweg: Planung war nicht einfach
Die Umleitung auf der Ulmer Donauseite hat es in sich. Sie führt weit vom Donauufer weg. Es geht über die viel befahrene Zinglerstraße, den Park "Ehinger Anlage" und schließlich zurück zum Radweg am Donauradufer. Eine kürzere Umleitung sei jedoch nicht planbar gewesen, erklärt Torsten Fisch von der Stadt Ulm. Alle anderen Wege seien aufgrund der Baustelle an der Adenauerbrücke nicht befahrbar.
Zwar gibt die Stadt Ulm die Route der Umleitung vor. Für die Umsetzung, also das Aufstellen der Schilder und Absperrungen, ist jedoch das Bauamt in Krumbach verantwortlich. Die Umleitung auf der Ulmer Seite sei vorschriftsgemäß ausgeschildert, sagt Jürgen Gleixner vom Staatlichen Bauamt in Krumbach. Er meint jedoch auch: Aus eigener Erfahrung wisse er, dass Radfahrer oft nicht auf die kleinen gelben Schilder achten, die die Umleitungsstrecke vorgeben.
Vor allem bei einer touristischen Radstrecke wie dem Donauradweg könnte die Beschilderung noch verbessert werden, meint Torsten Fisch von der Stadt Ulm. So könnten beispielsweise die Symbole der unterschiedlichen Fernradwege auf den Umleitungsschildern ergänzt werden.
Sperrung des Donauradwegs verlängert
Eigentlich sollte der Donauradweg längst wieder frei sein. Die Sperrung wurde jedoch mehrfach verlängert und dauert nun bis zum 12. September 2025 - voraussichtlich. Es ist daher wahrscheinlich, dass der ein oder andere Radfahrer in den kommenden Wochen auf dem gesperrten Donauradweg stehen und verzweifelt nach einem Weg zur Weiterfahrt suchen wird.
Aber: Nicht jeder, der auf dem Donauradweg unterwegs ist, regt sich auf. Eine Radfahrerin merkt zwar an, dass man momentan nicht wirklich wisse, wo man fahren könne. Dennoch sieht sie die Baustellen auch als positiv. Denn sie würden eine Entwicklung für Ulm bedeuten.