Die Elektrifizierung und der Ausbau der Brenzbahn zwischen Aalen und Ulm sind einen Schritt vorangekommen. Land, Kommunen und Deutsche Bahn haben sich auf die Finanzierung der Planungskosten in Höhe von rund 63 Millionen Euro geeinigt. Eine entsprechende Vereinbarung wurde am Mittwoch unterzeichnet – unter anderem vom Land Baden-Württemberg, dem Kreis Heidenheim, dem Ostalbkreis sowie der Stadt Ulm. Der Landrat des Alb-Donau-Kreises, Heiner Scheffold (parteilos) war nicht dabei, äußerte sich aber positiv.
Für die Menschen in Ostwürttemberg wird der Ausbau zukünftig ein verbessertes Angebot mit mehr Zügen und mehr Haltepunkten bringen.
Planung zum Brenzbahn-Ausbau dauert mehr als fünf Jahre
Wann die Zugstrecke tatsächlich ausgebaut werden kann, ist noch völlig offen. Die Planung wird mindestens fünfeinhalb Jahre dauern, wie die Vertragspartner mitteilten. Danach kann das Genehmigungsverfahren starten. Im Anschluss muss die Finanzierung des Millionenprojektes geklärt werden. Die Kosten werden, Stand heute, auf 600 Millionen Euro geschätzt.
Die Brenzbahn ist eine eingleisige und bislang nicht elektrifizierte Strecke zwischen Aalen, Heidenheim, Langenau und Ulm. Sie gilt als wichtige Verkehrsachse in der Region Ostwürttemberg.
Brenzbahn: Streit um Finanzierung der Planungskosten beigelegt
Schon 2020 hatte sich das Land mit den Kommunen und der Bahn grundsätzlich auf den Ausbau verständigt. Doch bereits wegen der Planungskosten wurde gestritten. Zuletzt gab es Unstimmigkeiten zwischen den Landkreisen Heidenheim und Alb-Donau.
Landrat Heiner Scheffold, der an der Vertragsunterzeichnung am Mittwoch nicht teilnehmen konnte, begrüßte jetzt die Einigung und Unterzeichnung: "Sie zeigt den gemeinsamen Willen, Verantwortung für eine zukunftsfähige, regionale Mobilität zu übernehmen", ließ er mitteilen. Der Alb-Donau-Kreis leistet einen einmaligen Beitrag zu den Planungskosten in Höhe von 721.000 Euro. Der Landkreis Heidenheim übernimmt gut 16 Millionen Euro, der Ostalbkreis circa 8,7 Millionen Euro und die Stadt Ulm knapp 2,5 Millionen Euro. Gut die Hälfte der Planungskosten von 63 Millionen Euro trägt das Land Baden-Württemberg.
Euphorie im Landkreis Heidenheim
Der Heidenheimer Landrat Peter Polta bezeichnete das Projekt als "einmalige Chance". Vor allem Pendler sollen von dem Ausbau profitieren: Ein Halbstundentakt zwischen Heidenheim und Aalen, zusätzliche Haltepunkte und eine stündliche Expressverbindung sollen die Brenzbahn in ferner Zukunft noch attraktiver machen – für Pendler ebenso wie für den Güterverkehr.