Trotz Faschingszeit, kaltem Wetter und Fußball-Heimspiel sind rund 500 Menschen am Sonntagnachmittag auf den Münsterplatz gekommen, um für die Demokratie zu demonstrieren. Bemerkenswert ist die Zahl auch, weil dahinter nur eine lose Gruppe junger Ulmer steckt. "Wir sind kein Verein und keine Organisation", erklären sie, "sondern einfach nur demokratieverliebt."
Viele Studenten sind bei der Demo dabei, aber auch Familien und "Omas gegen Rechts". Einige Regenbogen-Fahnen sind zu sehen. Die 27-jährige Carina Kugelmann hat die Kundgebung organisiert.
Carina Kugelmann: Demokratie lieben und feiern
Man lebe immer noch in einem tollen Land, in dem vieles gut funktioniere, meint Kugelmann. Sie und ihre Mitstreiter rufen dazu auf, die Demokratie zu lieben und zu feiern. "Es gibt in Deutschland immer noch mehr, das uns verbindet als uns trennt." Mit der Demonstration "Gemeinsam für Demokratie" wollten sie den Menschen Hoffnung geben.
"Wir haben so viele Ängste. Aber wir wollten den Leuten auch zeigen: Es laufen so viele Dinge auch richtig in unserem Land. Wir leben immer noch in einer lauten, bunten, vielfältigen Demokratie." Das wollten sie in den Mittelpunkt stellen und ein bisschen Liebe und Hoffnung in die Welt bringen.
OB Ansbacher: Demokratie ist innere Einstellung
Prominentester Redner ist der Ulmer Oberbürgermeister Martin Ansbacher. "Demokratie ist mehr als ein politisches System", erklärt das Stadtoberhaupt, "es ist eine innere Haltung." Doch die Demokratie stehe derzeit weltweit unter Druck, und die Gesellschaft in Deutschland sei massiv verunsichert, weil einige versuchen würden, die Demokratie auszuhöhlen und zu bekämpfen. "Umso wichtiger ist es, dass Menschen bereit sind, wie hier, für die Demokratie einzustehen."
Das Grundgesetz und seine Artikel zur demokratischen Grundordnung stand im Mittelpunkt mehrerer anderer Reden, von Artikel 1 "Die Würde des Menschen ist unantastbar" über Artikel 3 "Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich" bis zu Artikel 20 "Deutschland ist ein demokratischer Bundesstaat."