Beispiele aus Freiburg und Aalen

Bei Unfällen und Notfällen: Wie Technologie aus BW Leben retten könnte

Wer einen Unfall hat, hofft auf schnelle Hilfe. Tatsächlich könnten neue Technologien aus Aalen und Freiburg Leben retten. Welche Rolle KI-Sensoren, ein sicherer Messenger und Drohnen spielen.

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Von Autor/in Frank Wiesner

Bei Unfällen oder Katastrophen zählt oft jede Sekunde. Moderne Technologien aus Baden-Württemberg ermöglichen es Rettungskräften, schneller und präziser zu reagieren.

Feuerwehrleute legen eine Patientien auf eine Trage und transportieren sie ab.
Eine neue Unterlage in der Rettungstrage kann helfen, Leben zu retten: Sobald das Unfallopfer auf der Trage liegt, werden Vitaldaten erfasst und auf Tables, Smartphones und zur Einsatzleitung übertragen. Der Notarzt hat damit sofort Informationen über den Patienten. Frank Wiesner

"Blackpin": Der sichere Messenger für Rettungskräfte

Bei einer groß angelegten Übung auf dem Gelände der FBI GmbH, einem Unternehmen für Brand- und Gefahrenschutz in Amstetten im Alb-Donau-Kreis, wird ein Unfall mit Brand in einem Tunnel simuliert. In einem brennenden Auto sitzt eine leblose Frau am Steuer. Der Feuerwehrmann meldet seinen Kameraden: "Wir haben eine Person, nicht ansprechbar." Die Herausforderung bei einem echten Einsatz: Informationen über Verletzte und Gefahren müssen blitzschnell an die richtigen Stellen gelangen. Hier kommt die Digitalisierung ins Spiel.

Eine der Innovationen, die im Rettungswesen zunehmend eingesetzt werden, ist "Blackpin". Die in Aalen im Ostalbkreis entwickelte Kommunikationsplattform funktioniert wie ein sicheres WhatsApp speziell für Feuerwehrleute, Notärzte und Pflegekräfte.

Blackpin kann mit Menschen und Maschinen gleichzeitig kommunizieren. Ein praktisches Beispiel: Eine verletzte Person wird auf eine Matte mit Sensoren gelegt. Diese erfasst sofort Daten wie Gewicht und Größe und sendet sie an Tablets, Handys und die Einsatzleitung.

Sandra Jörg, Gründerin von Blackpin, erklärt: "Es sind Drucksensoren, die das Körpergewicht und die Größe messen. Mithilfe von KI kann dann abgeleitet werden, ob es sich um ein Kind, einen Mann oder eine Frau handelt."

Eine Frau steht an einer Rettungstrage und drückt mit der flachen Hand auf eine Matraze. Die Sensoren in der Matraze übertragen die Daten auf ein Tablett.
Die Einlage in der Rettungstrage kann in Echtzeit Vitaldaten von Patienten übertragen. Die Übertragung funktioniert über einen sicheren Messenger namens Blackpin. Sandra Jörg, Gründerin von Blackpin, demonstriert die Funktionsweise via Drucksensorik. Sie plant auch eine Anwendung im Pflegebereich für bettlägrige Patienten. Frank Wiesner

Noch während Verletzte vom Unfallort weggebracht werden, liegen die Daten bereits beim Notarzt vor. Voraussetzung für den Einsatz solcher Technologien ist ein stabiles 5G-Netz, das die Feuerwehr innerhalb weniger Minuten am Einsatzort aufbauen kann.

Gegen Wundliegen: "Digitale Matratze" für den Pflegebereich

Für die "digitale Matratze" plant Sandra Jörg auch eine Anwendung im Pflegebereich. Dort kann die neue Technologie besonders bettlägrigen Patienten helfen. Die Sensor-Bettmatte erfasst die Liegeposition des Patienten und kann so Körperstellen identifizieren, die durch Wundliegen gefährdet sind - ein Dekubitus, sprich: ein Druckgeschwür - kann dadurch verhindert werden. Präsentiert wird diese Anwendung im DiS in Aalen (Digital Innovation Space).

Drohnen liefern Echtzeitbilder von Einsatzorten

Ein weiterer Schritt in die Zukunft: Drohnen, die gefährliche Einsatzgebiete erkunden und Echtzeitbilder an die Einsatzleitung senden. Auch hier ist Blackpin die Schnittstelle. Zwar ist diese Technologie noch in der Entwicklung, doch ihre Potenziale sind enorm. Durch die Aufnahmen könnten Einsatzkräfte wertvolle Informationen über das Terrain und mögliche Gefahren gewinnen. Ein Beispiel dafür ist der Tunnelbrand: Was befindet sich hinter der Rauchwolke?

Aus Sprachanrufen werden Videocalls: Ersthelfer können angeleitet werden

In Freiburg wird derzeit ein neues Notrufsystem getestet. Notrufe, die zunächst als Sprachanrufe eingehen, können in einen Videonotruf umgewandelt werden - vorausgesetzt, der Anrufer stimmt zu. Henning Schmidtpott von der Feuerwehr Freiburg erläutert die Vorteile: "Bei Herz-Wiederbelebungsmaßnahmen können wir die Ersthelfer professionell anleiten - etwa ob sie zu langsam oder zu schnell drücken. Auch bei Bränden hilft uns das, den Brand besser einzustufen." Die Umstellung von Audio- auf Videonotrufe kommt in der Freiburger Leitstelle derzeit etwa zweimal täglich vor.

Mann sitzt vor Monitoren
Pilotprojekt auf der Leitstelle in Freiburg: Sie kann Sprachanrufe in Video umwandeln, sofern der Anrufer zustimmt. Dadurch gint es erste Bilder vom Unfallort, lange bevor die ersten Einsatzkräfte vor Ort sind.

Fazit: Digitalisierung kann Leben retten

Innovative Technologien wie Blackpin, Drohnen und Videonotrufe zeigen, wie die Digitalisierung das Rettungswesen verändert. Sie ermöglichen schnellere Kommunikation, präzisere Lageeinschätzungen und eine bessere Koordination der Rettungskräfte. Die Beispiele aus Aalen und Freiburg sind nur ein Vorgeschmack auf das Potenzial, das die Digitalisierung für die Rettung von Menschenleben bietet.

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