Der Dresdner Extremschwimmer Joseph Heß hat die Donau auf ihrer gesamten Länge von Ulm aus durchschwommen und dabei einen europäischen Fluss im Ausnahmezustand erlebt. Nach knapp 60 Tagen im Wasser erreichte er am Dienstag die Hafenstadt Sulina in Rumänien und damit das Ende der schiffbaren Donau.
Start in Ulm: 60 Tage lang die Donau herunter
Symbolisch sprang Heß zwar auch in die Donauquelle in Donaueschingen - richtig los ging es für ihn aber erst ab Ulm, dem schwimmbaren Teil der Donau. Von dort führte ihn der Fluss über Wien, Bratislava, Budapest und Belgrad durch insgesamt zehn Länder. Rund 2.600 Kilometer legte der Extremsportler schwimmend zurück, nach eigenen Angaben mache er rund 35.000 Armzüge pro Tag. 8.000 bis 10.000 Kilokalorien habe er täglich verbrannt.
Das war das größte Abenteuer meines Lebens.
"Das war das größte Abenteuer meines Lebens", sagte Heß nach seiner Ankunft. Zugleich machte er deutlich, wie sehr ihn die Belastung gefordert hat: "Ich habe täglich meine Schultern gemerkt und bekomme die Arme kaum noch über den Kopf." Er habe außerdem offene Hautstellen und eine Entzündung im Ohr, sagte er gegenüber dem SWR. Die Entzündung hatte er sich nach eigenen Angaben in Serbien zugezogen, "wo der Fluss wirklich wirklich schmutzig war".
Nach 2.600 Kilometern in der Donau: Symbolischer Schlusssprung in Sulina
In Sulina (Rumänien) setzte Heß einen symbolischen Abschluss: Nach dem Passieren der Tafel mit der Seemeile Null sprang er von der Donau ins Schwarze Meer. "Es war schön, aber jetzt bin ich auch erst einmal froh, dass es vorbei ist. Ich freu mich auf meine Familie zu Hause", sagte Heß nach der Ankunft in einem Internetvideo.
Es war schön, aber jetzt bin ich auch erst einmal froh, dass es vorbei ist. Ich freu mich auf meine Familie zu Hause.
60 Tage in der Donau unterwegs Von Ulm bis ins Schwarze Meer: Extremschwimmer legt rund 2.600 Kilometer für sauberes Wasser zurück
Der Extremschwimmer Joseph Heß hat sich für die kommenden zwei Monate ein Ziel gesetzt: Er will die Donau von Ulm bis zur Mündung durchschwimmen. Wozu solch eine Strapaze?
Niedrigwasser: Die Donau im Ausnahmezustand
Unterwegs wurde deutlich, dass die Donau derzeit weit von einem Normalzustand entfernt ist. Historisch niedrige Wasserstände ließen Seitenarme austrocknen, neue Sandbänke und Inseln entstehen. Bei Prahovo (Serbien) tauchten deutsche Kriegsschiffswracks aus dem Zweiten Weltkrieg aus dem Wasser auf. In Belgrad, der serbischen Hauptstadt, wurde die starke Abwasserbelastung zur konkreten Gesundheitsgefahr für Heß: Die Stadt leitet große Mengen ungeklärten Abwassers in den Fluss, in dem der Extremschwimmer täglich stundenlang unterwegs war.
In den letzten Tagen schwamm Heß entlang der rumänisch-ukrainischen Grenze, entlang mit Netzen gegen mögliche Drohnenangriffe gesicherter Handelsschiffe und zerstörter Industrieanlagen. Neben dem Drohnenalarm auf dem Handy konnte er nach eigenen Angaben in der Ferne Explosionen hören. Begleitet wurde Joseph Heß' Schwimmaktion von einem Filmteam.
Mikroplastik in der Donau: Wasserproben sollen ausgewertet werden
Entlang der gesamten Strecke wurden regelmäßig Wasserproben genommen, um die Mikroplastik-Belastung der Donau zu untersuchen. Aus den Informationen soll eine durchgehende Mikroplastik-Kartierung des Flusses entstehen. Erste Auswertungen zeigen: Die Belastung ist nicht gleichmäßig, sondern konzentriert sich in Hotspots, etwa im Umfeld von Kläranlagen und Mündungen von Nebenflüssen. Die vollständige Analyse der Daten steht noch aus.