Der Wille zu helfen, liegt in der Familie: Nicht nur die Eltern Andrea und Masoud Rastakhiz, sondern auch die Töchter Lily und Sina arbeiten in der Pflege - alle beim selben Arbeitgeber: Im Klinikum Heidenheim haben die vier ihre Berufung gefunden.
Traumjob Pflege: Vorbilder in der Familie
Blutabnahme in der Notaufnahme Heidenheim: Lily Rastakhiz breitet Papier auf einer Untersuchungsliege aus. Sorgfältig legt sie Spritzen, Pflaster und Desinfektionsmittel bereit. Dann holt die 21-Jährige einen Patienten herein. Blut abnehmen ist für sie Routine. Seit 6:30 Uhr versorgt sie an diesem Donnerstagmorgen Menschen, die akut Hilfe benötigen.
Zu helfen, das hat die Pflegefachfrau schon als Kind gelernt. Ihre Eltern Andrea und Masoud arbeiten in der Psychiatrie des Klinikums Heidenheim: "Wenn Mama und Papa vom Früh- oder Nachtdienst nach Hause gekommen sind, haben sie natürlich immer erzählt, was sie gemacht haben." Für Lily sind sie echte Vorbilder. Ebenso wie ihre große Schwester Sina. Als diese ihre Pflegeausbildung begonnen hat, durfte die jüngere Schwester mit in die Lehrbücher schauen und kam zu dem Entschluss: Das will sie auch.
Schichtdienst und Schicksalsschläge
Heute arbeiten die Schwestern nur wenige Klinikflure voneinander entfernt. Der Schichtdienst von Sina Rastakhiz beginnt um 9 Uhr in der Teeküche der Urologie mit der Teambesprechung. Dann richtet Sina Medikamente, bezieht Betten, organisiert Operationen. Das könne anstrengend sein, so die 27-Jährige. Es gebe auch mal schwierige Tage, aber auch Dankbarkeit.
Es gibt schwierige Tage, auch viele Schicksalsschläge. Aber den Menschen zu helfen, die Dankbarkeit, die zurückkommt, wenn die Patienten wieder gesund nach Hause gehen - da freut man sich jeden Tag aufs Arbeiten.
Sinas Karriere als Gesundheits- und Krankenpflegerin begann früh: Als Kind begleitete sie ihre Eltern immer wieder zur Arbeit in die Psychiatrie, zum Schichtwechsel. Auf der Akutstation arbeitet Mutter Andrea Rastakhiz rund 30 Jahre später noch immer. In einem Fotoalbum findet sich dort sogar ein Foto mit einer siebenjährigen Sina am Stationsschreibtisch. "Sie war auch immer ganz interessiert, wenn wir von der Arbeit heimgekommen sind und davon geredet haben", erinnert sich die gelernte Krankenschwester.
Pflegeberuf: "Man muss dazu geboren sein"
Pflegekraft, davon ist sie überzeugt, wird man nicht einfach so. "Man muss dazu geboren sein. Man muss das wirklich gern machen. Und das machen wir - und vielleicht haben wir das unseren Kindern auch so rübergebracht." Immerhin haben sie den Beruf in die Wiege gelegt bekommen, auch von Vater Masoud Rastakhiz. Er ist Leiter der Station 43, Bereich "Sucht und Psychotherapie". Er arbeitet nur wenige Treppenstufen von seiner Frau entfernt.
Kennengelernt hat sich das Paar bei der Arbeit. "Eigentlich wollte ich keinen Mann mehr. Aber dann kam er um die Ecke", lacht die gelernte Krankenschwester. "Und dann hat es gefunkt", ergänzt Masoud Rastakhiz. Dass auch die Töchter in der Pflege arbeiten, macht die beiden stolz. "Das ist sehr schön, dass sie ein Ziel haben fürs Leben. Das freut mich ganz arg", meint Masoud Rastakhiz.
Vier Familienmitglieder - ein Arbeitgeber: Gesprächsstoff zumindest geht der Familie zu Hause nicht aus. Vater Masoud gefällt es, sich mit den anderen über Klinikthemen auszutauschen. Und zu erfahren, was die anderen Stationen beschäftigt. Gleichzeitig sei wichtig, nach Feierabend nicht nur über den Job zu sprechen: "Es dreht sich ja nicht nur alles um die Arbeit."
Im Klinikum laufen sich die Rastakhiz selten über den Weg. Für Treffen müssen die vier ihre Dienstpläne regelrecht abstimmen. Bald geht es für die ganze Familie in den Urlaub nach Kroatien - alle zusammen, ganz privat.