Am Montag beginnt offiziell der Ausbau der A8 bei Ulm: Zwischen Ulm-West und dem Kreuz Ulm/Elchingen wird die Autobahn verbreitert, Brücken werden erneuert und das Kreuz leistungsfähiger gemacht. Die Folge sind jahrelange Bauarbeiten mit spürbaren Einschränkungen. Unser FAQ erklärt, was genau geplant ist, wen es trifft und welche Vorteile der Ausbau bringen soll.
- Was genau wird an der A8 bei Ulm ausgebaut?
- Welche Einschränkungen kommen auf Autofahrer zu - und wie lange?
- Welchen Nutzen kann der Ausbau für Verkehr und Region haben?
- Was kostet das Projekt - und wer zahlt?
- Wie werden Anwohner und die Umwelt geschützt?
Was genau wird an der A8 bei Ulm ausgebaut?
Der Abschnitt zwischen der Anschlussstelle Ulm-West und dem Autobahnkreuz Ulm/Elchingen (rund 11,3 Kilometer) wird von vier auf sechs Fahrstreifen erweitert. Es gibt demnach künftig drei Spuren in jede Richtung plus Standstreifen. Gleichzeitig sollen zahlreiche Brücken ersetzt oder verstärkt, das Autobahnkreuz Ulm/Elchingen umgebaut und optimiert sowie eine neue Geh- und Radwegbrücke gebaut werden.
Welche Einschränkungen kommen auf Autofahrer zu - und wie lange?
Mit dem feierlichen Spatenstich am 31. August starten die Arbeiten sichtbar. Für alle, die dort täglich fahren, heißt das: Es wird über Jahre enger und langsamer. Die Autobahn GmbH plant eine Hauptbauphase mit Eingriffen in den Verkehr von 2027 bis Ende 2031, die Gesamtbauzeit läuft bis 2032. Für Autofahrer bedeutet das: verengte Fahrstreifen, Tempolimits, provisorische Verkehrsführungen sowie zeitweise Einschränkungen an Anschlussstellen und im Kreuz Ulm/Elchingen.
Welchen Nutzen kann der Ausbau für Verkehr und Region haben?
Laut Berechnungen der Autobahn GmbH soll die Verkehrsbelastung auf dem Streckenabschnitt bis 2030 von 22,2 Prozent auf 36,6 Prozent gegenüber dem Jahr 2010 steigen. Der aktuelle vierstreifige Ausbau sei damit an der Belastungsgrenze und könne den künftigen Verkehr nicht mehr aufnehmen. Dazu kommt: Die Trasse stammt teilweise noch aus dem Jahr 1938, entspricht nicht den heutigen Sicherheitsstandards und auch beim Lärmschutz besteht Nachholbedarf.
Mit sechs Spuren, moderner Trassierung und verbessertem Lärmschutz sollen Staus und Unfallrisiken sinken. Außerdem würde sehr wahrscheinlich der Pendlerverkehr profitieren. Auch für den Tourismus nach Österreich und in andere Länder sei der Ausbau laut Autobahn GmbH von großer Bedeutung. Es ist der letzte vierspurige Abschnitt zwischen Ulm und München.
Was kostet das Projekt - und wer zahlt?
Der Ausbau soll nach Angaben der Autobahn GmbH rund 391 Millionen Euro kosten. Davon entfallen etwa 203 Millionen Euro auf den Bauabschnitt 1 (Oberelchingen - Leipheim-Riedheim inklusive Arbeiten an der A7) und 188 Millionen Euro auf die Bauabschnitte 2 und 3 (Oberelchingen - Ulm‑West). Auftraggeberin ist die Autobahn GmbH des Bundes. Finanziert wird das Projekt also aus Bundesmitteln für den Ausbau der Bundesautobahnen.
Wie werden Anwohner und die Umwelt geschützt?
Beim Ausbau wird nachgebessert, was heute fehlt: Lärmschutzwälle werden aufgeschüttet und ausgebaut, die Strecke bekommt ein neues Entwässerungskonzept, das den empfindlichen Karstuntergrund der Schwäbischen Alb schützt. Straßenwasser wird gezielt aus sensiblen Bereichen abgeleitet. Seit 2023 laufen außerdem ökologische Vorabmaßnahmen, etwa die Bergung von Baumhöhlen, um neue Lebensräume für holzbrütende Arten zu schaffen.