Jahrzehntelang hat die Gänstorbrücke die Städte Ulm und Neu-Ulm verbunden. Jetzt wird das 75 Jahre alte Bauwerk abgerissen. Eine Beerdigung ist es nicht - eher eine Auferstehung: Denn der Abrissschutt wird zum Baustoff - und schenkt der Gänstorbrücke ein neues Leben.
Gänstorbrücke Ulm: Aus großen Betonbrocken werden kleine
Philipp Stech und seine Frau Anabel Daferner-Stech betreiben seit gut fünf Jahren das Kieswerk in Elchingen (Kreis Neu-Ulm). Bei ihnen kommt fast alles an, was vorher aus der Gänstorbrücke gerissen wurde. "Wir recyceln das, was von der Brücke übrig bleibt", erklärt Philipp Stech. Meistens sind das relativ große Betonstücke.
Wir recyceln das, was von der Brücke übrig bleibt.
Die werden mit einem sogenannten Pulverisierer, einer Art Schere, die an den Bagger angebracht wird, zerkleinert. Die zerkleinerten Stücke landen dann in einer Mühle, die sie in noch kleinere Teile zerbricht. Am Ende bleibt dann nur noch Schotter übrig.
Nach dem Recyceln: Gänstorbrücke wird zur Straße
Die Maschinen laufen im Elchinger Kieswerk auf Hochtouren: "Aktuell sind wir bei circa 3.300 Tonnen, das ist schon eine ganze Menge," meint Philipp Stech nicht ohne Stolz. Auch einiges an Stahl läuft in Thalfingen auf. Auch der war in der alten Gänstorbrücke verbaut. Jetzt wird er aussortiert und dann eingeschmolzen.
Die Gänstorbrücke wird auf diese Weise fast komplett zu Baustoff recycelt. In Zukunft findet sie dann Verwendung auf verschiedenen Baustellen in der Region - besonders im Straßenbau. Dort wird die pulverisierte Gänstorbrücke als Schottertragschicht unter neu gebauten Straßen benutzt.
Abbruch der Gänstorbrücke dauert noch
Bis die Brücke komplett abgerissen und neu gebaut ist, vergehen noch mindestens zwei Jahre. Bis dahin wird noch die ein oder andere Tonne Bauschutt von Philipp und Anabel Stech zerbröselt und recycelt.