Brücke wird Baustoff

Die Gänstorbrücke geht in Rente - als Schotter

Die Ulmer Gänstorbrücke hat ausgedient - zumindest als Brücke. Jetzt bekommt sie ein zweites Leben: Der tonnenschwere Brückenschutt wird zum Baustoff. Ein Blick hinter die Kulissen.

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Von Autor/in Markus Bayha

Jahrzehntelang hat die Gänstorbrücke die Städte Ulm und Neu-Ulm verbunden. Jetzt wird das 75 Jahre alte Bauwerk abgerissen. Eine Beerdigung ist es nicht - eher eine Auferstehung: Denn der Abrissschutt wird zum Baustoff - und schenkt der Gänstorbrücke ein neues Leben.

Gänstorbrücke Ulm: Aus großen Betonbrocken werden kleine

Philipp Stech und seine Frau Anabel Daferner-Stech betreiben seit gut fünf Jahren das Kieswerk in Elchingen (Kreis Neu-Ulm). Bei ihnen kommt fast alles an, was vorher aus der Gänstorbrücke gerissen wurde. "Wir recyceln das, was von der Brücke übrig bleibt", erklärt Philipp Stech. Meistens sind das relativ große Betonstücke.

Wir recyceln das, was von der Brücke übrig bleibt.

Die werden mit einem sogenannten Pulverisierer, einer Art Schere, die an den Bagger angebracht wird, zerkleinert. Die zerkleinerten Stücke landen dann in einer Mühle, die sie in noch kleinere Teile zerbricht. Am Ende bleibt dann nur noch Schotter übrig.

Ein Haufen zerkleinerte Steine. Er ist alles, was von der Gänstorbrücke in Ulm übrig ist.
Dieser Haufen Steine ist alles was von der Gänstorbrücke in Ulm übrig ist. Sie werden wiederverwertet, zum Beispiel im Straßenbau. Karl Daferner Kieswerk GmbH & Co. KG

Nach dem Recyceln: Gänstorbrücke wird zur Straße

Die Maschinen laufen im Elchinger Kieswerk auf Hochtouren: "Aktuell sind wir bei circa 3.300 Tonnen, das ist schon eine ganze Menge," meint Philipp Stech nicht ohne Stolz. Auch einiges an Stahl läuft in Thalfingen auf. Auch der war in der alten Gänstorbrücke verbaut. Jetzt wird er aussortiert und dann eingeschmolzen.

Die Gänstorbrücke wird auf diese Weise fast komplett zu Baustoff recycelt. In Zukunft findet sie dann Verwendung auf verschiedenen Baustellen in der Region - besonders im Straßenbau. Dort wird die pulverisierte Gänstorbrücke als Schottertragschicht unter neu gebauten Straßen benutzt.

Abbruch der Gänstorbrücke dauert noch

Bis die Brücke komplett abgerissen und neu gebaut ist, vergehen noch mindestens zwei Jahre. Bis dahin wird noch die ein oder andere Tonne Bauschutt von Philipp und Anabel Stech zerbröselt und recycelt.

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Markus Bayha
SWR Aktuell Autor Markus Bayha