Zum ersten Mal seit Jahrzehnten erlebt Ulm ein Schwörwochenende mit Fischerstechen "am Stück". Das Fischerstechen findet nicht wie sonst an den beiden Sonntagen vor dem Schwörmontag statt, sondern am Freitag und Sonntag. Der Grund: Die Koordination des Stadtfestes mit den Herausforderungen der Baustellen an der Donau.
Damit beginnen die Schwörfeierlichkeiten offiziell am Freitag, 18.7. um 15:30 Uhr mit einem Festzug von Trommlern, Fahnenschwingern, Musikantinnen, tanzenden Weißfischern mit Fischermädchen und weiteren historisch Kostümierten
Am Abend - um 18.30 Uhr startet dann der erste Teil des Fischerstechens.
Außergewöhnliches Schwörwochenende in Ulm und Neu-Ulm: Herausforderungen für Fischerstecher
"Das stellt uns als Organisatoren schon vor gewisse Herausforderungen", sagt Susanne Grimmeiß, Vorsitzende des Ulmer Schiffervereins. Zum Beispiel müssten ja die Kostüme der 32 Fischerstecher vom Stechen am Freitagabend bis zum Stechen am Sonntagnachmittag getrocknet werden, damit sie erneut einsatzfähig sind. Auch haben die Fischerstecher weniger Zeit, sich von eventuellen Blessuren zu erholen.
Donaupegelstand schon am Schwörwochenende vor zwei Jahren geregelt
Grund dafür, dass dieses Jahr das Fischerstechen sozusagen in kompakter Form am Freitag und Sonntag statt findet, sind die Baustellen an den Brücken in Ulm - besonders an der Gänstorbrücke. Es geht schlussendlich um den Pegelstand der Donau:
Bei hohem Pegel der Donau kann an der Brücke nicht gearbeitet werden. Bei niedrigem Pegel ist aber kein Fischerstechen möglich. "Das haben wir schon vor zwei Jahren geregelt", sagt Timo Roth, bei der Stadt Ulm zuständig für die Baustellen an den Brücken. Damals habe man schon vereinbart, dass der Schwörmontag und das Nabada nicht gefährdet werden dürfen, durch eventuell nötiges Niedrigwasser der Donau.
Man habe entsprechend geplant und die Pläne seien aufgegangen. In der kommenden Woche, also rund zwei Wochen vor Schwörmontag, seien zunächst die Arbeiten beendet, die irgendwas mit dem Pegelstand der Donau zu tun haben könnten. Unterbrochen müssen die Arbeiten nur am Schwörmontag - und das nur aus Sicherheitsgründen. Damit nicht irgendwas versehentlich ins Wasser fällt, während unten die Nabader vorbeitoben. Somit kann in Ulm ganz traditionell und offiziell von Freitag bis inklusive Montag durchgefeiert werden.
Weil in Ulm auch noch gleichzeitig das Volksfest stattfindet vom 11.7. - 27.7. - also über das Schwörwochenende hinweg - steuert Ulm auf ein intensiveres Festwochenende hin als die Jahrzehnte zuvor.