Aufregung am frühen Abend zwischen 17 und 18 Uhr am Ulmer Hauptbahnhof: Gleise wurden abgesperrt, ebenso der Fußgängersteg, auf dem Reisende zu den Bahnsteigen gelangen. Der ICE 514 von München Richtung Hamburg-Altona wurde gestoppt. Alle Fahrgäste mussten den Zug verlassen.
ICE evakuiert: Benzin-Geruch in den Waggons?
Fahrgäste berichteten, dass es in den Wagen sechs und sieben des ICE nach Benzin gerochen habe. Zuerst hatte die Bundespolizei sich nicht dazu äußern wollen und nur bestätigt, dass ein verdächtiger Gegenstand aufgetaucht sei. Der leere Zug wurde auf eine Nebenstrecke bei Beimerstetten (Alb-Donau-Kreis) gefahren.
Dort sei der Gegenstand von Spezialkräften untersucht worden, so ein Polizeisprecher. Eine konkrete Gefahr sei von diesem nicht ausgegangen. Ein Attentatsversuch könne ausgeschlossen werden. Der Bahnhof Beimerstetten und auch die Strecke von Ulm nach Geislingen wurden vorübergehend gesperrt.
Nach Informationen der Polizei vom späten Dienstagabend handelte es sich bei dem verdächtigen Gegenstand um einen Drei-Liter-Benzinkanister. Er wurde in einem Rucksack auf der Zugtoilette gefunden. Aus dem Kanister sei Gas ausgetreten, was den Geruch verursacht haben soll. Der Kanister wurde laut Polizei von der Feuerwehr zur sicheren Entsorgung übernommen. Wem Rucksack und Benzinkanister gehören, ist noch Gegenstand der Ermittlungen, so die Bundespolizei auf SWR-Nachfrage am Mittwoch.
Sperrungen am Ulmer Hauptbahnhof aufgehoben
Die Sperrungen am Ulmer Hauptbahnhof wurden am Dienstag kurz nach 18 Uhr wieder aufgehoben. Der Zugverkehr rollte wieder an. Die betroffenen Fahrgäste des ICE 514 mussten sich selbst um ihre Weiterfahrt kümmern. Wegen der Sperrungen am Ulmer Hauptbahnhof kam es auch auf anderen Strecken zu Verspätungen. Mutmaßlich waren Hunderte Reisende und Pendler von den Maßnahmen betroffen.