Am Amtsgericht Stuttgart hat am Donnerstag das Insolvenzverfahren von vier Varta-Gesellschaften begonnen. Betroffen sind rund 2.300 Arbeitsplätze an den Standorten in Ellwangen im Ostalbkreis sowie im bayerischen Nördlingen.
Ziel des Verfahrens ist es, neue Eigentümer für die Varta-Firmen zu finden, sie zu sanieren und die Produktion diverser Batterien zu erhalten. Sowohl der Insolvenzverwalter Tobias Wahl von der Kanzlei Anchor in Mannheim als auch die Gewerkschaft zeigen sich zuversichtlich, dass sich Investoren finden. "Das Interesse an den technologischen Kernkompetenzen von Varta ist im Moment unverändert," teilte Rechtsanwalt Wahl mit. Er lobte "den großen Einsatz aller Beteiligten" bei Varta. Das Geschäft habe sich in den letzten Monaten stabilisiert. Laut Insolvenzverwalter "eine gute Ausgangsbasis für die weitere Sanierung".
Insolvenzverfahren beginnt: 800 Arbeitsplätze bei Varta Microbattery in Ellwangen in der Schwebe
Fabian Fink, der zweite Bevollmächtigte der IG Metall Ostalb, hofft, dass der neue Investor die größte der vier insolventen Firmen, Varta Microbattery, "in ihrer jetzt bestehenden Form in Gänze auch übernimmt". Das sei jedoch noch ungewiss. Auch wenn die Firma derzeit "wirtschaftlich gut dasteht, nach wie vor Aufträge hat, sich auch selbst tragen kann", so Fink im SWR-Interview.
Laut IG Metall sind die rund 800 Arbeitsplätze bei Varta Microbattery in Ellwangen aktuell in der Schwebe. Gewerkschafter Fabian Fink warnt: "In einem Insolvenzverfahren ist es ja auch möglich, Teile des Betriebes heraus zu kaufen, Arbeitsplätze abzubauen, Arbeitsplätze zu verlagern."
IG Metall beobachtet das Insolvenzverfahren von Varta "mit Argusaugen"
Jetzt geht es für Fabian Fink nicht nur um die beste Lösung für die Gläubiger, sondern auch um die Frage: "Welche Investoren garantieren den Erhalt der Arbeitsplätze am Standort?" Die IG Metall kündigt an, das Insolvenzverfahren "mit Argusaugen" zu beobachten und notfalls auch Demos zu organisieren.
In einem Insolvenzverfahren ist es ja auch möglich, Teile des Betriebes heraus zu kaufen, Arbeitsplätze abzubauen, Arbeitsplätze zu verlagern.
Bei Varta Micro Production im bayerischen Nördlingen wird Ende Oktober das Licht ausgehen, weil der US-Konzern Apple bei Varta nichts mehr bestellt. Wie die deutsche Presseagentur dpa meldet, will der Großkunde dem Vernehmen nach seine Batterien der neuen Generation künftig in China beziehen. Die Schließung der Nördlinger Fabrik für Knopfzellen war schon im Mai beschlossene Sache. Betroffen sind 350 Beschäftigte.
Consumer Batteries, die Sparte Haushaltsbatterien, die wichtige Geldgeber aus dem Konzern herauslösen wollten, ist von den aktuell vier Varta-Insolvenzen nicht betroffen.