Für den Kauf des strauchelnden Batterieherstellers VARTA aus Ellwangen (Ostalbkreis) gibt es offenbar viele Kaufinteressenten. Das sagte der Insolvenzverwalter Tobias Wahl der Deutschen Presse-Agentur. "Es gibt bereits jetzt zu diesem frühen Zeitpunkt eine erfreulich große Zahl von Interessenten", so Wahl.
Insolvenzverwalter sieht Chance für nachhaltige Sanierung
Der Insolvenzverwalter sagte allerdings nichts darüber, ob es sich bei den Interessenten um Finanzinvestoren oder um Industrieunternehmen handelt, die VARTA weiterführen könnten. Wie das Unternehmen in dieser Woche mitteilte, sei eine langfristige Perspektive durch den Verkauf an einen Investor sowie der Erhalt von Arbeitsplätzen das erklärte Ziel.
"Der Markt für Energiespeicher ist unverändert eine Zukunftsbranche", so Wahl. VARTA verfüge über ein umfangreiches Know-how in diesem Sektor. "Aufgrund der hohen technischen Kompetenz und gewachsener Kundenbeziehungen in der ganzen Welt glaube ich an die Chance für eine nachhaltige Sanierungslösung."
VARTA will Insolvenz in Eigenregie stemmen
Das Unternehmen hatte vor einer Woche nach eigenen Angaben für die VARTA AG als Konzernmuttergesellschaft sowie drei weitere Einheiten einen Antrag auf ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung gestellt. Der Geschäftsbereich mit den Haushaltsbatterien, den wichtige Geldgeber aus dem Konzern herauslösen wollen, sei davon nicht betroffen.
Mittlerweile befinden sich die vier Einheiten in klassischen vorläufigen Insolvenzverfahren und nicht mehr in Eigenverwaltung, wie Varta diese Woche mitteilte. Für eine Entscheidung über die Ausgestaltung einer Investorenlösung sei es noch zu früh, antwortete Wahl auf die Frage, ob die Gesellschaften im Paket angeboten werden oder auch als einzelne Teile. Der Fokus liege auf der Sicherung des Geschäftsbetriebs.
Tausende Arbeitsplätze bei VARTA bedroht
Bei den vier von der Insolvenz betroffenen Unternehmen arbeiteten dem vorläufigen Insolvenzverwalter zufolge circa 2.300 Menschen. Ob es zum Verlust von Arbeitsplätzen kommt, sei allerdings noch nicht ausgemacht, sagt Heike Madan von der IG Metall in Aalen im Gespräch mit dem SWR. Klar ist jedoch: Am Standort in Nördlingen (Kreis Donau-Ries) hat VARTA bereits 350 stellen gestrichen.
"Die Kolleginnen und Kollegen bei VARTA haben diese Krise nicht verursacht", so Madan. Sie hätten in der Vergangenheit Restrukturierungen mitgetragen und Zukunftsängste ausgehalten. Man fordere den größtmöglichen Erhalt von Arbeitsplätzen, sozialverträgliche Lösungen, wenn es zum Stellenabbau kommen sollte und klare Perspektiven für die verbleibenden Standorte.
Kundgebung in Ellwangen angekündigt
Die IG Metall hat für den Freitag ab 16 Uhr eine Kundgebung auf dem Marktplatz in Ellwangen angekündigt. Die Gewerkschaft befürchtet, dass sowohl Arbeitsplätze als auch industrielles Know-how in der Region verloren gehen könnten. Die IG Metall rechnet mit mehreren hundert Teilnehmenden.