Jonas (8 Jahre), Bastian (9 Jahre) und Felix (6 Jahre) sammeln den liegengebliebenen Müll in der Ortsmitte von Gerhausen, einem Stadtteil von Blaubeuren im Alb-Donau-Kreis, auf. Einmal die Woche laufen sie den Sportplatz, das Schulgelände und die Strecke entlang des Flüsschens "Blau" ab.
Drei Freunde aus Blaubeuren: Müll sammeln als Hobby
Die Idee kam den beiden Drittklässlern Jonas und Bastian nach den Natur- und Umwelttagen an ihrer Schule. Mit der Klasse waren sie Müll sammeln und direkt hellauf begeistert. Seitdem ziehen sie regelmäßig los und sind überzeugt: Ohne sie würde das Dorf "vermüllen".
Müll sammeln ist zu ihrem neuen Hobby geworden. Auch der sechsjährige Felix, der Bruder von Jonas, packt kräftig mit an. Der kleinen Müllbande macht das Abfallsammeln sogar richtig Spaß. "Ich bin an der frischen Luft und mache gleichzeitig was für die Umwelt", freut sich Jonas.
Glasscherben und Dinge mit Brandsymbol sind tabu
Leere Zigarettenschachteln, Plastikverpackungen und Flaschen landen im Eimer. Dort, wo viele Hundebesitzer unterwegs sind, liegen auch immer wieder Hundekotbeutel und Papier auf dem Boden. Einmal haben die Freunde auch eine Hundeleine aus der "Blau" gezogen.
Was ihnen definitiv nicht in den Eimer kommt, sind Glasscherben oder Dinge, auf denen ein Feuersymbol zu sehen ist, wie beispielsweise auf Deo- oder Haarspraydosen. Das sei einfach zu gefährlich, sagen sie. "An den Scherben können wir uns schneiden. Wir legen sie aber trotzdem vorsichtig in den Schatten, damit nichts anfängt zu brennen."
Bei schönem Wetter leeren die drei Jungs rund zehnmal ihre Eimer. "Das ist schon viel, dabei sammeln wir nur in Gerhausen", sagt Jonas. Wenn sie älter sind, wollen sie ihr Gebiet erweitern und auch in Blaubeuren die Straßen sauber halten.
Müllzangen und Eimer spendiert der Bauhof
Der städtische Bauhof ist begeistert und hat die drei fleißigen Helfer sofort mit Müllzangen, Eimern und Säcken ausgestattet. Den Müll, den sie bei ihrem wöchentlichen Streifzug durch den Ort aufsammeln, dürfen die Jungs einfach neben die öffentlichen Mülleimer stellen. Die Bauhof-Mitarbeiter sammeln die Säcke dann ein.
Die Müllbande ist mittlerweile recht bekannt im Ort. Von dem einen oder anderen Spaziergänger bekommen sie sogar ein kleines Taschengeld für ihr Engagement zugesteckt. Und natürlich sind auch die Eltern mächtig stolz auf ihre Sprösslinge.