Ohne Jungs zum Lernerfolg

Schulzentrum St. Hildegard Ulm: Lernen Mädchen an Mädchenschulen besser?

Reine Mädchenschulen gelten als pädagogisches Auslaufmodell. Doch hat eine Mädchenschule nicht doch Vorteile? In Ulm gibt es so eine Einrichtung noch: Das St. Hildegard Schulzentrum.

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Von Autor/in Stefanie Schmitz

Von der Grundschule bis zum Abitur, ganz ohne Jungs. Das ist in Ulm möglich - im St. Hildegard Schulzentrum. Der SWR hat dort nachgefragt: Fällt den Mädchen ohne Jungs das Lernen wirklich leichter?

Das beobachten wir auch, dass Mädchen hier in den vier Jahren von zurückhaltenden, stillen Mädchen zu ganz selbstbewussten jungen Damen heranwachsen.

Den klassischen Schulgong gibt es nicht mehr am Schulzentrum St. Hildegard. Damit die Mädchen nicht rausgerissen werden aus ihrem Unterricht. Aber die Mädchen strömen Punkt 13 Uhr durchs Schulhaus hinaus an die frische Luft. Leise? Davon keine Spur, hier an der Mädchenschule wird auch geschrien, gelacht und gestritten. Rund 1.300 Mädchen werden hier von der Grundschule bis zum Gymnasium unterrichtet.

Ob reine Mädchenschulen einen größeren Lernerfolg garantieren, ist umstritten. Das Schulzentrum St. Hildegard in Ulm indessen ist von der Schulform überzeugt.
Ob reine Mädchenschulen einen größeren Lernerfolg garantieren, ist umstritten. Das Schulzentrum St. Hildegard in Ulm indessen ist von der Schulform überzeugt.

Fehlen die Jungs? Christian Hurter ist seit sieben Jahren am St. Hildegard Lehrer und kam von einer reinen Jungenschule. Der Wechsel war schon eine Umstellung für ihn: "Die Jungs sind im Umgang deutlich direkter, das Klima ist anders. Die vertragen auch mal mehr", meint Hurter.

Die Mädchen seien etwas zurückhaltender und beobachten erstmal mehr: "Wir haben auch ganz viele Mädchen an der Realschule, die Technik wählen." In einer gemischten Klasse sei das nicht unbedingt der Fall. Die Mädchen könnten sich ein bisschen freier entfalten.

Leiterin der Grundschule St. Hildegard: Mädchen trauen sich mehr

Sind Mädchenschulen also per se besser für die bestmögliche Bildung von Mädchen? Ja, sagt Julia Beckert, die Leiterin der St. Hildegard Grundschule. Weil sie sich unter Mädchen mehr trauen und mehr auf ihre Mitschülerinnen achten als in gemischten Schulen, so Beckert.

Studien zeigen auch, dass Mädchen von Mädchenschulen öfter ein Naturwissenschaftliches Studium oder einen solchen Beruf wählen. Aber auch der Umgang miteinander sei wichtig: "Achtsamkeit ist ein Teil von unserem Profilelement. Verantwortung übernehmen, für sich und auch für andere. Das erleben wir hier schon sehr stark und auch ein wenig stärker als an einer gemischten Schule."

Doch was motiviert Eltern, ihre Kinder auf eine reine Mädchenschule zu stecken? In der Grundschule sei das Motiv der Eltern oft klar, so Julia Beckert: "Dinge wie Achtsamkeit und Verantwortung übernehmen. Wir möchten das Selbstbewusstsein von Mädchen stärken und das ist auch ein Grund warum Eltern oft uns wählen, gerade in der Grundschule", sagt Beckert. "Das beobachten wir auch, dass Mädchen hier in den vier Jahren von zurückhaltenden, stillen Mädchen zu ganz selbstbewussten jungen Damen heranwachsen."

Auch soziale Vorteile in reiner Mädchenschule

Für manche Eltern liegt es auch daran, dass die Schülerinnen sich besser konzentrieren können - auf Freundschaften, auf das Miteinander und den Lernstoff. Christian Hurter beobachtet auch, dass seine Schülerinnen viel weniger Stress mit dem Aussehen und dem Styling haben, um andere Mitschüler zu beeindrucken. "Es ist nicht ganz unwichtig, sagen wir mal so. Es gibt auch Mädchen, die gut gestylt ins Haus kommen, aber für die große Masse spielt es nicht so die große Rolle."

Die Versetzungsquote ist laut Studien auch höher als an einer gemischten Schule, Julia Beckert sagt, es läge daran, dass Mädchen sich mehr unterstützen.

Bildung Mädchenschulen – Ohne Jungs zum Lernerfolg

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Autor/in
Stefanie Schmitz
SWR-Aktuell Redakteurin Steffi Schmitz
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Rainer Schlenz
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