Trotz Warnschildern

Warum regelmäßig Lkw in Jagstzells Bahnunterführung stecken bleiben

Die Bahnunterführung im Verlauf der B290 in Jagstzell (Ostalbkreis) ist berühmt-berüchtigt: Immer wieder bleiben dort Lastwagen hängen, weil sie zu hoch sind. Was macht diese Unterführung zur Dauerfalle für Lkw-Fahrer?

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Von Autor/in Frank Polifke

Zu hoch, zu spät gebremst - und schon ist der Lastwagen festgefahren: Die Bahnunterführung an der B290 in Jagstzell (Ostalbkreis) gilt als bekannte Problemstelle. Über die letzten Jahre hat sie sich einen zweifelhaften Ruf erarbeitet. Der Grund: Lkw-Fahrer folgen oft blind ihrem Navigationssystem und bleiben stecken.

Lkw bleiben stecken: Allein vier Unfälle im Jahr 2025

Rot-weiße Warnbaken an der Brücke, Schilder, die auf die Durchfahrtshöhe von dreieinhalb Meter hinweisen, Schilder zur Umleitungsstrecke für zu hohe Lastwagen. Das alles hilft oft nicht. Lkw-Fahrer versuchen trotzdem, durchzukommen. Wer an der Unterführung wohnt, hört schon, dass wieder etwas passiert ist: "Man hört halt einen Knall oder einen Schlag", berichtet Petra Müller. "Es kann mal sein, dass Wochen oder Monate lang gar nichts passiert, und dann einer pro Woche," erinnert sich Raimund Hauser.

Ja, man hört halt einen Knall oder einen Schlag

Abruptes Ende einer Lkw-Fahrt: Immer wieder bleiben Lastwagen in der Unterführung in Jagstzell hängen. Die Durchfahrt ist nur für Fahrzeuge von bis zu dreieinhalb Metern Höhe zugelassen.
Abruptes Ende einer Lkw-Fahrt: Immer wieder bleiben Lastwagen in der Unterführung in Jagstzell hängen. Die Durchfahrt ist nur für Fahrzeuge von bis zu dreieinhalb Metern Höhe zugelassen. Jason Tschepljakow

Allein im Jahr 2025 hat es viermal geknallt. Ende März ist ein Lkw-Fahrer sogar zweimal, am Nachmittag und in der Nacht, durchgefahren. Laut Polizei wurde der Querträger der Bahnunterführung, die Warnbaken und der Lkw beschädigt. Geschätzter Schaden: 15.000 Euro. Zwei Wochen später versuchte es wieder ein Trucker. Sein Lkw musste abgeschleppt werden. Bei einem Unfall im August entstand 20.000 Euro Schaden, bei einem weiteren im Oktober 10.000 Euro.

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Lkw-Fahrer folgen wohl oft blind dem Navigationssystem

Auf längere Zeit gesehen, sind in 15 Jahren 18 Trucker mit zu hohen Lastwagen durch die Jagstzeller Bahnunterführung gefahren. Aus Unachtsamkeit, weil sie blind dem Navi folgten, aus der Hoffnung heraus, dass es schon reichen werde - über die Gründe kann oft nur spekuliert werden. Die Folgen: immer wieder Schäden an Brücke und Lkw, stundenlange Straßensperrung, Staus und Umleitungen.

Vor der Unterführung ist die Umleitungsstrecke für alle Fahrzeuge höher als 3,50 Meter ausgeschildert.
Trotz Ausschilderung der Umleitungsstrecke: Allein im Jahr 2025 hat es viermal gekracht, weil Lkw-Fahrer durch die Unterführung wollten.

Doch wie könnte die Lastwagen-Falle entschärft werden? Johannes Schubert-Segalotto, der in der Nähe eine Fahrschule betreibt, verweist auf spezielle Navigationssysteme für Lastwagen. Vor der Fahrt können Länge, Gewicht und auch die Höhe des Lkw eingegeben werden: "Dann wird man schon im Vorfeld auf diese Strecke hingewiesen, dass man Umgehungsstrecken fahren kann." Und wer trotzdem in die Nähe der Brücke gerät, werde vor einer Durchfahrt gewarnt.

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Frank Polifke
Frank Polifke
Onlinefassung
Monika Götz
SWR Aktuell-Autorin Monika Götz

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