Fahrgäste in Ulm und Neu-Ulm müssen auch am Dienstag mit Einschränkungen im Nahverkehr rechnen. Erneut sollen wegen des Warnstreiks Busse und Straßenbahnen ausfallen. Die Gewerkschaft ver.di hat die rund 170 Fahrerinnen und Fahrer der SWU mobil GmbH zu der zweitägigen Aktion aufgerufen.
Schon am Montagmorgen waren vor allem Berufspendler, Schüler, Schülerinnen und Studierende von den Ausfällen im Nahverkehr betroffen. Manche sind genervt, andere haben auch Verständnis.
Viele informieren sich über die SWU-App, welcher Bus und welche Bahn fährt. Allerdings können am Dienstag - nach Angaben auf der Onlineseite der SWU - weniger Fahrten geleistet werden als am Montag.
Warnstreik im ÖPNV in Ulm: Diese SWU-Linien sind betroffen
Vom Streik betroffen sind laut den Stadtwerken Ulm/Neu-Ulm vor allem die Linien 1, 2, 4, 5, 7, 10 und E. Auf den Linien 11 und 15 fallen laut SWU voraussichtlich nur einzelne Busse am Morgen aus. Alle anderen Linien sollen planmäßig fahren, da sie laut SWU von Subunternehmen betrieben werden.
Ein Sprecher der Stadtwerke erklärte dem SWR, dass man versuche, ein Mindestangebot für die Straßenbahnen aufrechtzuerhalten. Gleichzeitig warnte er, dass es durch Krankheitsfälle zu weiteren spontanen Änderungen kommen könnte. Fahrgäste sollen sich tagesaktuell auf der Homepage der SWU informieren.
ver.di fordert Angleichung der Gehälter
Die Gewerkschaft ver.di will durch den Streik den Druck auf die SWU-Führung erhöhen. Am Donnerstag steht die zweite Verhandlungsrunde mit den Arbeitgebern an. Ein zentraler Streitpunkt: Die Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm beschäftigen das Fahrpersonal zum Großteil bei einer Tochtergesellschaft, der SWU mobil. Laut Gewerkschaft sind die Konditionen dort schlechter als bei SWU-Verkehr. Deshalb fordert ver.di eine Fahrdienstzulage von 13 Prozent, fünf Prozent Nahverkehrszuschlag sowie eine Lehrfahrerzulage von zehn Euro.
"Ich bedauere sehr, dass nächste Woche auch die Kundinnen und Kunden belastet werden müssen für ein selbstverständliches Anliegen: Gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit im gleichen Konzern", so Friederike DeCoite, Verhandlungsführerin der Gewerkschaft. Sie rief zudem weitere SWU-Fahrerinnen und -Fahrer zu einem Solidaritätsstreik auf.
Warnstreik von ver.di Ulm: Zahlreiche Bus- und Straßenbahnausfälle am verkaufsoffenen Sonntag
Am verkaufsoffenen Sonntag in Ulm sind zahlreiche Busse und Straßenbahnen ausgefallen. Ver.di hatte die Beschäftigten der Stadtwerke-Tochter SWU mobil zum Warnstreik aufgerufen.
Streik im ÖPNV: SWU kritisiert Forderungen der Gewerkschaft
Die Stadtwerke Ulm reagierten mit scharfer Kritik auf den erneuten Warnstreik. Ralf Gummersbach, Geschäftsführer der SWU-mobil, nannte das Vorgehen der Gewerkschaft "vollkommen unverständlich". Zudem wirft er ver.di vor, ein früheres Versprechen gebrochen zu haben, den Schulverkehr nicht zu beeinträchtigen. Auch die Forderungen von 18 Prozent mehr Lohn seien in der aktuellen wirtschaftlichen Lage für die Stadtwerke weder realistisch noch verhältnismäßig.
Bereits Ende März hatte ver.di die Beschäftigten der SWU-mobil zu einem Warnstreik aufgerufen. Dieser fiel damals auf einen verkaufsoffenen Sonntag.