Gewerkschaft ver.di fordert Angleichung der Gehälter

Warnstreik im Nahverkehr: Auch am Dienstag Einschränkungen im Raum Ulm

Auch am Dienstag müssen Fahrgäste im Großraum Ulm auf den SWU-Linien mit Einschränkungen rechnen. Wegen des Warnstreiks sollen erneut weniger Busse und Straßenbahnen fahren.

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Von Autor/in Markus Bayha

Fahrgäste in Ulm und Neu-Ulm müssen auch am Dienstag mit Einschränkungen im Nahverkehr rechnen. Erneut sollen wegen des Warnstreiks Busse und Straßenbahnen ausfallen. Die Gewerkschaft ver.di hat die rund 170 Fahrerinnen und Fahrer der SWU mobil GmbH zu der zweitägigen Aktion aufgerufen.

"Warnstreik am 13. und 14. April" - so steht es auf einer Anzeigetafel der Haltestelle Ehinger Tor in Ulm. Das bedeutet: Auch am Dienstag müssen Fahrgäste im Großraum Ulm auf den SWU-Linien mit Einschränkungen rechnen.
"Warnstreik am 13. und 14. April" - so steht es auf einer Anzeigetafel der Haltestelle Ehinger Tor in Ulm. Das bedeutet: Auch am Dienstag müssen Fahrgäste im Großraum Ulm auf den SWU-Linien mit Einschränkungen rechnen. Julia Reich

Schon am Montagmorgen waren vor allem Berufspendler, Schüler, Schülerinnen und Studierende von den Ausfällen im Nahverkehr betroffen. Manche sind genervt, andere haben auch Verständnis.

Viele informieren sich über die SWU-App, welcher Bus und welche Bahn fährt. Allerdings können am Dienstag - nach Angaben auf der Onlineseite der SWU - weniger Fahrten geleistet werden als am Montag.

Auch am Ehinger Tor in Ulm sind am Montagmorgen wegen eines Warnstreiks Busse und Straßenbahnen ausgefallen. Das hat im Berufsverkehr vor allem Pendler, Schülerinnen und Schüler betroffen. Der Warnstreik soll auch am Dienstag weitergehen.
Auch am Ehinger Tor in Ulm sind am Montagmorgen wegen eines Warnstreiks Busse und Straßenbahnen ausgefallen. Das hat im Berufsverkehr vor allem Pendler, Schülerinnen und Schüler betroffen. Der Warnstreik soll auch am Dienstag weitergehen. Julia Reich

Warnstreik im ÖPNV in Ulm: Diese SWU-Linien sind betroffen

Vom Streik betroffen sind laut den Stadtwerken Ulm/Neu-Ulm vor allem die Linien 1, 2, 4, 5, 7, 10 und E. Auf den Linien 11 und 15 fallen laut SWU voraussichtlich nur einzelne Busse am Morgen aus. Alle anderen Linien sollen planmäßig fahren, da sie laut SWU von Subunternehmen betrieben werden.

Ein Sprecher der Stadtwerke erklärte dem SWR, dass man versuche, ein Mindestangebot für die Straßenbahnen aufrechtzuerhalten. Gleichzeitig warnte er, dass es durch Krankheitsfälle zu weiteren spontanen Änderungen kommen könnte. Fahrgäste sollen sich tagesaktuell auf der Homepage der SWU informieren.

ver.di fordert Angleichung der Gehälter

Die Gewerkschaft ver.di will durch den Streik den Druck auf die SWU-Führung erhöhen. Am Donnerstag steht die zweite Verhandlungsrunde mit den Arbeitgebern an. Ein zentraler Streitpunkt: Die Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm beschäftigen das Fahrpersonal zum Großteil bei einer Tochtergesellschaft, der SWU mobil. Laut Gewerkschaft sind die Konditionen dort schlechter als bei SWU-Verkehr. Deshalb fordert ver.di eine Fahrdienstzulage von 13 Prozent, fünf Prozent Nahverkehrszuschlag sowie eine Lehrfahrerzulage von zehn Euro.

Zwei Fahrgäste in einer Ulmer Straßenbahn. Straßenbahnen und Busse der Stadtwerke Ulm (SWU) sollen laut ver.di am Montag und Dienstag bestreikt werden.
Straßenbahnen und Busse der Stadtwerke Ulm (SWU) sollen laut ver.di am Montag und Dienstag bestreikt werden. IMAGO / Arnulf Hettrich

"Ich bedauere sehr, dass nächste Woche auch die Kundinnen und Kunden belastet werden müssen für ein selbstverständliches Anliegen: Gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit im gleichen Konzern", so Friederike DeCoite, Verhandlungsführerin der Gewerkschaft. Sie rief zudem weitere SWU-Fahrerinnen und -Fahrer zu einem Solidaritätsstreik auf.

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Die Stadtwerke Ulm reagierten mit scharfer Kritik auf den erneuten Warnstreik. Ralf Gummersbach, Geschäftsführer der SWU-mobil, nannte das Vorgehen der Gewerkschaft "vollkommen unverständlich". Zudem wirft er ver.di vor, ein früheres Versprechen gebrochen zu haben, den Schulverkehr nicht zu beeinträchtigen. Auch die Forderungen von 18 Prozent mehr Lohn seien in der aktuellen wirtschaftlichen Lage für die Stadtwerke weder realistisch noch verhältnismäßig.

Bereits Ende März hatte ver.di die Beschäftigten der SWU-mobil zu einem Warnstreik aufgerufen. Dieser fiel damals auf einen verkaufsoffenen Sonntag.

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Markus Bayha
SWR Aktuell Autor Markus Bayha

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