Mit Bus oder Straßenbahn entspannt zum verkaufsoffenen Sonntag in Ulm fahren - das war nicht ganz einfach. Die Gewerkschaft ver.di hatte insgesamt 50 Fahrerinnen und Fahrer der Stadtwerke-Tochter SWU mobil zum ganztägigen Warnstreik aufgerufen. Der Grund: Die insgesamt 173 Beschäftigten würden im Gegensatz zu Fahrerinnen und Fahrern der Stadtwerke-Abteilung SWU Verkehr benachteiligt, sagte eine Sprecherin dem SWR.
Warnstreik in Ulm am Familiensonntag
Schon länger sei die Ungleichbezahlung von Fahrerinnen und Fahrern innerhalb des Stadtwerke-Konzerns der Gewerkschaft ver.di ein Anliegen, so Verhandlungsführerin Friederike DeCoite: "Es gibt hier unterschiedliche Tarife. Beschäftigte der SWU mobil sind schlechter gestellt als die Kolleginnen und Kollegen der anderen Tochtergesellschaft", erklärt DeCoite.
Ver.di-Sprecherin: "Wollen Druck erhöhen"
Genau genommen gebe es schon bei der SWU Verkehr unterschiedliche Bezahlungen für "Altfahrerinnen und Altfahrer und jenen, die neu dazu kamen", so die Sprecherin. Zudem habe man sich später dazu entschieden, Neuzugänge in einer anderen Gesellschaft zu beschäftigen und sie bei der SWU mobil anzustellen: "Und diese unterliegen im Gegensatz zu Fahrerinnen und Fahrern der SWU Verkehr, die dem Bereich des öffentlichen Dienstes zugerechnet werden, einem eigenen Tarif." Dies sei ein Haustarifvertrag mit schlechteren Konditionen in vielerlei Hinsicht, erläutert Friederike DeCoite.
Ver.di:" Gleiche Tarife für gleiche Arbeit"
So fordere ver.di für die Beschäftigten der SWU mobil eine Fahrdienstzulage von 13 Prozent, eine Nahverkehrszulage und eine sogenannte Lehrfahrerzulage. Hintergrund sei, dass diese Zulagen auch Altfahrerinnen und Fahrern bei der SWU Verkehr bezahlt würden: "Diese Zulagen dienen auch dazu, sichtbar und spürbar zu machen, dass der Fahrdienst besondere Herausforderungen für die Kollegen und Kolleginnen birgt. Dass es ein sehr stressiger und belastender Job ist, auch mitunter gefährlich. Und das sollte sich dann auch entsprechend in der Vergütung niederschlagen", so die Sprecherin.
Den Warnstreik auf den verkaufsoffenen Sonntag zu legen - damit wollte ver.di Druck auf die Arbeitgeber ausüben, ohne den Berufs- und Schulverkehr zu belasten, sagte DeCoite.
Nicht betroffen waren andere Gesellschaften der Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm sowie die SWU Verkehr, so die Gewerkschaft in der Ankündigung des Warnstreiks. Einige Linien sollen daher am Sonntag ganz regulär fahren, teilen die Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm auf ihrer Internetseite mit.