Kurioses Hobby in Unterschneidheim

Weltgrößte Sammlung von Riesen-Playmobil-Figuren: Achim Wille hat 550 davon

"Es ist ein tolles Gefühl, die weltgrößte Playmobil-Sammlung zu haben", sagt Achim Wille in Unterschneidheim. Seine Figuren sind bis zu zwei Meter groß - und davon hat er 550 Stück.

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Von Autor/in Peter Köpple

Er behauptet von sich, die weltgrößte Playmobil-Sammlung zu haben. Man muss es Achim Wille glauben. Denn es handelt sich nicht um die handelsüblichen siebeneinhalb Zentimeter kleinen Spielfiguren, sondern um riesige Playmobilmänner und -frauen. Bis zu zwei Meter hoch. Es sind Figuren, die es eigentlich nirgends zu kaufen gibt. Sie dienen normalerweise als Werbefiguren, stehen vor Spielzeugläden oder zwischen den Regalen. Irgendwie hat es Achim Wille in Unterschneidheim im Ostalbkreis geschafft, davon 550 Stück zu sammeln.

Da steckt schon ein ganz großes Kind im Manne, wenn der 56-Jährige mit leuchtenden Augen und Stolz seine Figuren zeigt. Ein überlebensgroßer Indianer, gut zwei Meter hoch. "Da kommt innerlich Freude auf, den hier zu sehen und anfassen zu dürfen. Sie glauben gar nicht, wie viele Sammler mit dem hier ein Bild haben möchten." Achim Wille hat auch viele besonders wertvolle Exemplare, den Fußballer im Bayern-Trikot zum Beispiel, 1,20 Meter groß, mit original Unterschriften von Manuel Neuer, Bastian Schweinsteiger und all den anderen Bayern-Stars.

Besonders stolz ist Achim Wille auf seine größten Figuren. Diese Indianer-Figur misst zwei Meter.
Besonders stolz ist Achim Wille auf seine größten Figuren. Diese Indianer-Figur misst zwei Meter.

Playmobil-Figuren vom Keller bis unters Dach

Das ganze Haus ist voll. Im Keller stehen sie in Reih und Glied, im Treppenhaus und auf dem Dachboden. Nur Achim Willes Lieblingsfiguren wie die Ritter dürfen ins Wohnzimmer. Als die Sammlung vor rund zehn Jahren begann, hielt sich die Begeisterung bei Ehefrau Susanne zunächst in Grenzen. "Das war schon verrückt am Anfang", erzählt sie über das ungewöhnliche Hobby ihres Mannes. "Ich hab immer gefragt: Was findet man daran? Die Figuren sind schön, ja. Aber muss man so viele haben?"

Doch kurz darauf, bei einem Ausflug in den Playmobil-Park bei Nürnberg, hat auch Susanne Gefallen an diesem Hobby gefunden. Da standen zwei Gärtner-Figuren mit Blumenkästen. "Die hab ich gesehen", erinnert sie sich, "und dann habe ich gesagt, die muss ich haben." Jetzt stehen sie bei Willes im Esszimmer. Ehemann Achim hat es mal wieder geschafft, diese Figuren, die offiziell gar nicht verkauft werden, irgendwie zu organisieren.

Auch die Kellerräume sind voller übergroßer Playmobil-Figuren. "Diese hier stand bei Zirkus Roncalli", erklärt Sammler Achim Wille.
Auch die Kellerräume sind voller übergroßer Playmobil-Figuren. "Diese hier stand bei Zirkus Roncalli", erklärt Sammler Achim Wille.

Achim Wille hat die Sammelleidenschaft derart gepackt, dass er gar nicht mehr aufhören kann, neue Riesenexemplare zu suchen. Wann immer er in einem Schaufenster oder im Internet eine extragroße Playmobilfigur zu einem bezahlbaren Preis haben kann, schlägt er zu. Seltene Stücke können dabei schon mal mehrere hundert Euro kosten.

So manche Figur hat Achim Wille doppelt oder noch häufiger. Er erzählt von den blau-orangefarbenen Roboterfiguren, mit denen seiner Frau ein Malheur passiert ist. Als Susanne einen Playmobil-Roboter zu den anderen tragen wollte, ist sie gestolpert und auf die Figur draufgefallen. "Da war der Roboter dann Schrott", meint Wille. "Aber ich habe meiner Frau dann verziehen. Schließlich habe ich den Roboter 13 mal."

"Am liebsten ist mir, wenn sie gar nicht putzt. Dann gibt es keine Kratzer", sagt Achim Wille. Doch seine Frau Susanne besteht darauf, dass die Figuren im Wohnzimmer regelmäßig abgestaubt werden.
"Am liebsten ist mir, wenn sie gar nicht putzt. Dann gibt es keine Kratzer", sagt Achim Wille. Doch seine Frau Susanne besteht darauf, dass die Figuren im Wohnzimmer regelmäßig abgestaubt werden. Philipp Oswald

Am Anfang war eine Playmobil-Ritterburg für den Enkel

Angefangen hatte das verrückte Hobby mit einer handelsüblichen Ritterburg, die Achim Wille vor gut zehn Jahren für seinen Enkel gekauft hatte. "Die hat mir dann so gut gefallen, dass ich sie gar nicht mehr hergeben wollte." Die Ritterburg wuchs schnell auf mehrere Quadratmeter an. Und irgendwie passte dann auch plötzlich eine große Figur als Blickfang dazu. Der Enkel hat stattdessen einen Bauernhof von Playmobil bekommen.

Für die inzwischen 550 extragroßen Plastikmänner und -frauen ist das Haus der Willes in Unterschneidheim längst zu klein geworden. Für seine Sammlung hat der Playmobil-Fan eine Scheune angemietet. Dort stehen Feuerwehrmänner, Polizisten, Ritter, hübsche Damen, Weihnachtsmänner, Prinzessinnen, Cowboys und Piraten, als wäre sie eine Terrakotta-Armee. Und mitten drin fühlt sich Achim Wille einfach wohl. "Das ist der Wahnsinn", sagt er über seine eigene Sammlung. "Wenn ich hierher komme, geht für mich die Sonne auf. Weil ich weiß, ein anderer hat das nicht."

Nächstes Jahr im Mai will er seine extragroße Playmobil-Sammlung zum ersten Mal öffentlich präsentieren. Achim Wille plant eine Ausstellung in Nördlingen.

550 riesige Playmobil-Figuren passen in kein Wohnhaus. Achim Wille hat extra eine zusätzliche Scheune angemietet, um all seine Lieblinge unterzubringen.
550 riesige Playmobil-Figuren passen in kein Wohnhaus. Achim Wille hat extra eine zusätzliche Scheune angemietet, um all seine Lieblinge unterzubringen. Philipp Oswald
Baiersbronn

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Peter Köpple
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