"Ich bin Bürger des Deutschen Reiches"

Prozess am Landgericht Ellwangen gegen "Reichsbürger" wegen Waffenhandels

Im Prozess wegen Waffenhandels gegen ein Paar aus Neresheim hat sich der Angeklagte vor dem Ellwanger Landgericht am Donnerstag als "Bürger des Deutschen Reiches" bezeichnet.

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Von Autor/in Rainer Schlenz

Ein Paar aus Neresheim im Ostalbkreis muss sich wegen "unerlaubten Handelns mit Waffen" verantworten. Am Donnerstagnachmittag hat der Prozess am Landgericht Ellwangen begonnen. Das Paar gehört mutmaßlich zur "Reichsbürger"-Szene.

Gesinnung des Angeklagten wird sichtbar

An seiner Gesinnung lässt der 48-jährige Hauptangeklagte keinen Zweifel: Auf seinem T-Shirt steht das Wort "racist". Und auf dem Rücken seines T-Shirts sind ein weißes und ein schwarzes Strichmännchen zu sehen - versehen mit der Aufschrift: "I don't mix".

Wegen Waffenhandels muss sich ein Paar aus Neresheim im Ostalbkreis vor dem Ellwanger Landgericht verantworten. Auch im Gerichtssaal lässt der Angeklagte keinen Zweifel an seiner Gesinnung. Auf seinem T-Shirt steht das Wort "racist".
Auch im Gerichtssaal lässt der Angeklagte keinen Zweifel an seiner Gesinnung. Auf seinem T-Shirt steht das Wort "racist". Rainer Schlenz

Als sich die beiden Angeklagten im Gerichtssaal nach einiger Zeit der Trennung aufgrund der Haft sehen, umarmen und küssen sie sich. Auf die Frage des Richters, ob er deutscher Staatsbürger sei, antwortet der Mann, er sei "Bürger des Deutschen Reiches".

Prozess am Landgericht Ellwangen um Waffenhandel

Hauptanklagepunkt gegen das Paar ist der Waffenhandel. Im Kern geht es um den Verkauf von 110 Metallstücken, sogenannte Laufbündel. Dabei handelt es sich um die Rohware für die Herstellung von Pistolenläufen. Die Stahlstücke sind jedoch noch nicht durchbohrt. Bei dem Mann ist zudem Schwarzpulver sowie kinderpornographisches Material gefunden worden.

Im Prozess wird es darum gehen, ob es sich bei den Laufbündeln schon um Waffenteile handelt. Den Verkauf der Bündel räumt der Angeklagte ein. Er bestreitet jedoch, dass daraus Pistolen entstehen sollten. Sie würden auch als "Dekostücke" verwendet. Zudem seien sie aus Hartmetall, für Laien also nicht ohne weiteres zu verarbeiten. Die Verteidigung forderte daher schon zu Prozessbeginn die Einstellung des Verfahrens.

Angeklagter entlastet seine Frau

Ein Sachverständiger, der Aussagen zur Waffenfähigkeit des Materials machen kann, verfolgt den Prozess. Der 48-jährige Angeklagte hat bei seiner Aussage seine Frau in Schutz genommen: Ihre Rolle beschränke sich bei den Verkäufen im Wesentlichen auf die Buchhaltung.

Es ist nicht die erste Begegnung des Mannes mit der Justiz: Er verbüßt derzeit eine zweijährige Haftstrafe, unter anderem wegen Volksverhetzung und unerlaubtem Waffenbesitz. Der 48-Jährige war im Februar 2023 bei einem SEK-Einsatz im bayerischen Bissingen festgenommen worden. Er war zu einem ersten Gerichtstermin nicht erschienen und danach monatelang untergetaucht.

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