Motiv des Tatverdächtigen nach wie vor unklar

Nach Messerangriff in Ulmer Media Markt: "Es ist ein Schockmoment für alle"

Ein Tag nach dem Messerangriff im Media Markt in Ulm sitzt der Schock bei allen Betroffenen tief. Der Elektronikfachmarkt bleibt am Donnerstag geschlossen, das Motiv der Tat ist noch immer unklar.

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Nach dem Messerangriff am Mittwoch im Media Markt in Ulm zeigt sich das Unternehmen erschüttert: Einer ihrer Mitarbeiter sei bei der Tat lebensgefährlich verletzt worden, ein weiterer leicht verletzt, teilte eine Sprecherin des Unternehmens mit. Nach dem Angriff stellte die Polizei den mutmaßlichen Täter in der Nähe des Elektronikfachmarktes mit mehreren Schüssen. Der 29-jährige Flüchtling aus Eritrea liegt schwer verletzt auf einer Intensivstation.

Ulmer Media Markt am Donnerstag noch geschlossen

"Wir sind erschüttert über diesen tragischen Vorfall", heißt es von Unternehmensseite. "Unsere Gedanken sind bei den Verletzten, ihren Familien, Angehörigen und Freunden sowie unseren Kollegen." Man sammle derzeit alle notwendigen Informationen, um einen umfassenden Überblick über die Gesamtlage zu erhalten. Am Donnerstag bleibt der Elektronikfachmarkt noch geschlossen.

Die Mitarbeitenden würden seit der Tat von der Notfallseelsorge betreut. "Wir stellen eine weitere Betreuung sicher", so die Unternehmenssprecherin. "Zudem werden wir alles dafür tun, um die Sicherheit unserer Mitarbeitenden zu gewährleisten."

Mitarbeiterin aus Nachbargeschäft betreut Augenzeugen

Außer einem Schild vor dem geschlossenen Elektronikfachmarkt erinnern einen Tag nach der Tat noch Blutreste auf dem Asphalt und die Farbkreise der Spurensicherung an das Geschehene. Mehrere Mitarbeitende aus den umliegenden Geschäften erzählen, wie sie sich am Mittwochmittag in ihren Läden verbarrikadiert hatten. Zahlreiche Menschen seien zum Tatzeitpunkt völlig panisch aus dem Media Markt geflohen.

Sabrina Wieland, Mitarbeiterin des benachbarten Tierfachgeschäfts, nahm ein Pärchen auf, dass durch den Media Markt-Notausgang floh: "Sie haben geschildert, dass einer mit dem Messer drin ist und Leute attackieren will und rumschreit." Sie und ihre Kollegen hätten die beiden mit in den Aufenthaltsraum genommen, während die Filialleiter den Laden vorne abgeschlossen haben. "Die Frau hat panisch gezittert, selbst der Mann. Die Zwei wollten bei uns auch gar nicht mehr raus."

Blutspuren und Farbkreise der Spurensicherung erinnern an den Messerangriff im Ulmer Media Markt.
Auch ein Tag nach der Tag erinnern Blutspuren und Markierungen der Spurensicherung an den Messerangriff im Media Markt in Ulm, bei dem ein Mitarbeiter schwer und einer leicht verletzt wurde.

Zeugin über die Tat: "Wir haben drei Schüsse gehört"

Der mutmaßliche Täter verließ nach der Tat den Media Markt, kurze Zeit später stellten ihn Einsatzkräfte der Polizei in der Nähe. Weil er auch Polizeibeamte mit dem Messer bedrohte und sich weigerte, die Waffe fallen zu lassen, hätten die Beamten mehrere Schüsse auf ihn abgegeben, erklären Polizei und Staatsanwaltschaft.

"Wir haben gehört, dass drei Mal geschossen wird", schildert Sabrina Wieland die Situation. "Was passiert jetzt? Hatte er eine Schusswaffe? War's tatsächlich die Polizei?" Es sei ein Schockmoment für alle, so die Mitarbeiterin des Tierfachgeschäftes weiter. Sie sei aber froh über die Arbeit der Beamten. "Die Polizei war richtig schnell da."

Motiv des Tatverdächtigen noch immer unklar

Zu den Hintergründen der Tat machen Polizei und Staatsanwaltschaft bislang noch keine Angaben. Der mutmaßliche Täter sei bereits in der Vergangenheit wegen Gewaltdelikten aufgefallen und habe bis Dezember eine Haftstrafe verbüßt, teilten die Ermittler weiter mit. Gegen ihn soll ein Haftbefehl beantragt werden.

Ulm

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Der mutmaßliche Täter, der im Media Markt in Ulm zwei Menschen mit einem Messer angegriffen haben soll, hätte vor zwei Jahren in sein Herkunftsland Eritrea abgeschoben werden sollen.

SWR Aktuell Baden-Württemberg SWR BW

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