Vier Jahre Baustelle

Sperrung der B10 in Ulm: Vier Dinge, die Sie wissen müssen

Die B10 in Ulm wird aus Richtung Norden stadteinwärts für vier Jahre gesperrt, um zwei Brücken zu ersetzen. Für Autofahrer bedeutet das Umwege. Vier Dinge, die Sie jetzt wissen müssen.

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Von Autor/in Markus Bayha

Bereits einen Tag früher als geplant, am 28. November, etwa gegen 21 Uhr ist es soweit: Die B10 in Ulm wird für vier Jahre stadteinwärts aus Richtung Norden gesperrt.

Das trifft alle, die in Ulm und Umgebung wohnen, Pendlerinnen und Pendler in ihrem Alltag und auch Reisende. Denn auf der Fahrt aus Richtung Stuttgart nach Österreich nehmen einige die Abkürzung über die B10 durch Ulm.

Brücke und Tunnel werden neu gebaut

Dort müssen zwei Brücken ersetzt werden: Die Brücke neben dem IKEA-Möbelhaus wird neu gebaut. Anstelle der benachbarten Brücke über den großen Kreisverkehr am Blaubeurer Tor entsteht ein Tunnel. Die Herausforderung: Pünktlich zur Landesgartenschau an der B10 in Ulm im Jahr 2030 muss alles fertig sein.

Hier sind vier Dinge, die Sie wissen müssen:

Warum fängt die Sperrung der B10 früher an als geplant?

Das hängt interessanterweise mit der Deutschen Bahn zusammen. Der Ulmer Hauptbahnhof hätte Mitte Januar eigentlich für vier Wochen komplett gesperrt werden sollen, um das neue elektronische Stellwerk in Betrieb zu nehmen. Da in dieser Zeit kein einziger Zug gefahren wäre, wollte die Stadt viele der nötigen Arbeiten an der B10-Baustelle und der Wallstraßenbrücke in diesem Zeitraum durchführen. Die Brücke führt nämlich direkt über die Bahngleise.

Die Sperrung des Bahnhofs wurde aber abgesagt. Eigentlich eine gute Nachricht für die Stadt Ulm, nur eben nicht für die Planer der B10-Baustelle. Um trotzdem weiter im Zeitplan zu bleiben, sei jetzt jede Stunde und sogar jede Minute Gold wert, meint Michael Jung, der Leiter der Abteilung Verkehrsplanung und Straßenbau bei der Stadt Ulm. Deswegen wird jetzt nicht erst am 29. November um 6 Uhr morgens die B10 stadteinwärts gesperrt, sondern bereits am 28. November ab 21 Uhr.

Die Stadt Ulm hat einen Livestream eingerichtet, über den man die derzeitige Baustelle am nordöstlichen Blaubeurer Ring und die Verkehrslage beobachten kann:

LIVE: Umbau nordöstlicher Blaubeurer Ring

Welche Arbeiten werden jetzt durchgeführt?

Mit der Sperrung beginnen dann auch die Vorbereitungen für den Abbruch der Wallstraßenbrücke. Die Brücke wird erst "erleichtert", erklärt Michael Jung. Es werden die Geländer abgenommen, der Fahrbahnbelag entfernt. Im Endeffekt kommt alles weg, was schon mal weg kann. Der Zeitplan dafür ist eng: Im Februar 2026 wird der Riesenkran aufgestellt, der die Wallstraßenbrücke abreißt. Zuerst wird die eine Seite der Brücke abgerissen und neu gebaut, dann die andere. Das dauert pro Hälfte jeweils zwei Jahre.

Auf was müssen Autofahrer in Ulm sich einstellen?

Rund 36.000 Fahrzeuge rollen laut Michael Jung jeden Tag stadteinwärts über die B10 in Ulm. Autofahrer müssen ab dem 28. November auf einer der Umleitungsstrecken ausweichen. Aus Richtung Süden kommend führt die Umleitung über den Berliner Ring. Wer von Osten kommt, muss auf die Heidenheimer und Stuttgarter Straße ausweichen. Michael Jung rät, am besten Fahrgemeinschaften zu bilden und mehr Zeit einzuplanen, vor allem zu den Stoßzeiten. Wenn möglich sollte man auf öffentliche Verkehrsmittel wie Bahn, Bus und Straßenbahn umsteigen.

Eine Karte, auf der Umleitungen eingezeichnet sind. Autofahrer müssen wegen der Sperrung der B10 in Ulm künftig Umwege auf sich nehmen.
Die B10 in Ulm wird ab kommender Woche für vier Jahre von Norden her stadteinwärts gesperrt. Autofahrerinnen und Autofahrer müssen dann auf eine der Umleitungen ausweichen.

Erfahrungsgemäß würden Autofahrerinnen und Autofahrer in den ersten Wochen unterschiedliche Wege und Uhrzeiten testen, um herauszufinden, wie sie am schnellsten ans Ziel kommen. Die Stadt beobachtet die Verkehrslage ebenfalls mit einem Monitoring-System und will die Umleitungsstrecken gegebenenfalls optimieren.

Was kostet der Umbau der B10?

Die Kosten für die Erneuerung der B10 in Ulm waren ursprünglich auf etwas mehr als 200 Millionen Euro angesetzt. Mittlerweile sind sie für das Gesamtprojekt auf rund 305 Millionen Euro gestiegen. Noch teurer werden soll es aber nicht, meint Ulms Baubürgermeister Tim von Winning (parteilos).

Vom Land wird das Projekt mit 105 Millionen Euro unterstützt. Schon jetzt ist es eines der größten Einzelprojekte der jüngeren Stadtgeschichte, so Ulms Baubürgermeister. Die Stadt hat Hoffnung auf noch mehr Fördergelder. Landesverkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) kommt zum Spatenstich der neue Wallstraßenbrücke nach Ulm. Hoffentlich mit "einem dicken, schweren Sack", so Tim von Winning.

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Markus Bayha
SWR Aktuell Autor Markus Bayha

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