Robert Smejkal, Klempnermeister aus Heidenheim, kämpft mit explodierenden Spritpreisen. Für seinen Betrieb werden Baustellenfahrten zunehmend zur Kostenfalle. Doch nicht nur kleine Handwerksbetriebe stehen unter Druck - auch große Unternehmen in der Region spüren steigende Preise an der Zapfsäule und reagieren darauf.
Steigende Spritpreise: Belastung für Betriebe
"Es ist unerträglich", sagt Klempnermeister Robert Smejkal. Der Geschäftsführer einer Flaschnerei in Heidenheim kämpft seit Wochen mit massiv gestiegenen Spritpreisen. Für seinen Betrieb, der auf Mobilität angewiesen ist, sind die Kosten deutlich in die Höhe geschossen.
"Wir haben dieses Jahr die Erhöhung der Versicherungsbeiträge für unsere Fahrzeuge verkraften müssen, die teilweise bei rund 30 Prozent lag", sagt der 65-Jährige. Doch die Spritpreise treffen ihn noch härter. Seine Firma beschäftigt 32 Mitarbeiter, die häufig weit entfernte Baustellen anfahren. "Wir haben eine Baustelle in Memmingen - das sind 89 Kilometer hin und zurück, täglich mit zwei Fahrzeugen. Da verfahren wir aktuell rund 400 Euro Diesel in der Woche", so Smejkal.
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Früher lagen die monatlichen Dieselkosten seiner Firma bei etwa 4.000 Euro. "Jetzt sind es zwischen 5.000 und 5.500 Euro", erklärt der Klempnermeister. Besonders problematisch: Laufende Verträge lassen sich nicht nachträglich anpassen. "Am Ende zahlt es der Verbraucher bei neuen Verträgen. Es ist existenzbedrohend, wenn wir die gestiegenen Kosten dauerhaft aus unseren Margen decken müssen." Zusätzlich belasten steigende Gaspreise den Betrieb. Werkstatt und Büro werden mit Gas beheizt: Die Photovoltaikanlage auf dem Dach reicht nicht aus, um den Bedarf zu decken, sagt er.
Am Ende zahlt es der Verbraucher bei neuen Verträgen. Es ist existenzbedrohend, wenn wir die gestiegenen Kosten dauerhaft aus unseren Margen decken müssen.
Spritpreise: Große Unternehmen setzen auf Elektromobilität
Nicht nur kleine und mittelständische Betriebe wie Smejkals Flaschnerei spüren die Belastung. Auch größere Unternehmen in der Region Ulm kämpfen mit den hohen Spritpreisen. Der Schmierstoffhersteller Liqui Moly aus Ulm etwa hat rund 260 Fahrzeuge im Einsatz und setzt nach eigenen Angaben auf möglichst effizientes Fahrverhalten, um den Verbrauch zu senken. "Das war so, ist so und wird auch immer so bleiben", sagt eine Unternehmenssprecherin.
Einige Unternehmen gehen noch weiter und investieren verstärkt in Elektromobilität. Der Ulmer Fußbodenhersteller Uzin Utz hat bereits ein Drittel seiner 120 Firmenfahrzeuge auf Elektroantrieb umgestellt. Auch der Schalungsspezialist PERI aus Weißenhorn im bayerischen Landkreis Neu-Ulm, der Optikkonzern Zeiss aus Oberkochen (Ostalbkreis) sowie das Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim aus Biberach bauen ihre E-Flotten weiter aus.
Klempnermeister appelliert an die Politik: Steuern und Abgaben senken
Klempnermeister Robert Smejkal aus Heidenheim fühlt sich zunehmend belastet. Gleichzeitig sieht er sich in der Verantwortung gegenüber seinen Mitarbeitern: "Jeden Monat muss ich das Geld zusammenbekommen, damit Löhne und Gehälter gesichert sind." Doch der Druck wächst weiter: Neben den hohen Energiepreisen stehen ab Mai auch tarifliche Lohnerhöhungen von bis zu 3,5 Prozent an.
Smejkal sieht die Politik in der Verantwortung. Sein Appell: Überstunden sollten steuer- und sozialversicherungsfrei sein. "Dann hätten die Mitarbeiter am Monatsende mehr netto im Geldbeutel - und das würde direkt wieder in die heimische Wirtschaft fließen."