Die Gewerkschaft ver.di geht davon aus, dass in Ulm alle Busse und Bahnen in den Depots bleiben. Im Kampf um mehr Lohn haben die Beschäftigten der Stadtwerke bei SWU Verkehr und SWU mobil ihre Arbeit mit Beginn der Frühschicht am Freitag niedergelegt. Am Vormittag sprach ver.di von bislang 160 Bus- und Straßenbahnfahrerinnen und -fahrern, die sich an dem eintägigen Warnstreik im öffentlichen Nahverkehr beteiligen.
Vom Streik betroffen sind somit die SWU-Linien 1, 2, 4, 5, 7, 10 und 11. Da die Linien 5 und 7 auch ins benachbarte bayerische Neu-Ulm führen, wirkt sich der Streik auch auf der anderen Seite der Donau aus. Ob auf einzelnen Linien dennoch SWU-Busse fahren werden, die vertragsgemäß von Fremdunternehmen bedient werden, sei noch unklar, teilte die ver.di-Geschäftsstelle in Ulm mit.
Ver.di: Arbeitnehmer müssen auch an sich denken
"Jetzt in dieser Tarifrunde müssen die Betroffenen auch an sich denken", meint ver.di-Geschäftsführerin Maria Winkler. Die Gewerkschaft fordert für die 9.000 Beschäftigten in Baden-Württemberg neun Prozent mehr Lohn. Man habe den Warnstreik frühzeitig angekündigt, "um den Fahrgästen die Möglichkeit zu geben, anderweitig zu disponieren".
Warnstreiks auch in Heidenheim und Giengen
Betroffen von der ver.di-Aktion sind unter anderem auch die Städte Heidenheim und Giengen an der Brenz. Es werde keinen Stadtverkehr geben. Die Gewerkschaft hat das Fahrpersonal der Heidenheimer Verkehrsgesellschaft HVG zum Warnstreik aufgerufen.
Auch die Beschäftigten der Linien der Friedrich Müller Omnibus Unternehmen (FMO) sind dazu aufgerufen, am Freitag die Arbeit niederzulegen. Laut ver.di beteiligen sich auf der Ostalb bislang mehr als 50 Busfahrerinnen und Busfahrer am Warnstreik. Streiks im kommunalen Nahverkehr seien am Freitag in Baden-Württemberg auch in Stuttgart, Karlsruhe, Freiburg, Heilbronn, Esslingen, Konstanz und Baden-Baden geplant.
Bereits am Donnerstag haben Beschäftigte der Stadtwerke in Ulm, die nicht im Bereich Verkehr arbeiten, an dem Warnstreik teilgenommen. Vor allem der SWU-Kundenservice war betroffen. Nach Angaben von ver.di sind auch die Beschäftigten im Klärwerk Steinhäule sowie der Landeswasserversorgung Langenau zum Warnstreik aufgerufen gewesen. Auf dem Weinhof in Ulm versammelten sich nach Gewerkschaftsangaben am Vormittag rund 350 Arbeitnehmer und -nehmerinnen zu einer Kundgebung. Auch das Theater Ulm solidarisierte sich und trat ebenfalls in einen eintägigen Streik.