Mehr Umsatz, aber weniger Gewinn

Zeiss aus Oberkochen steigert Umsatz und trotzt geopolitischem Umfeld

Der Optik- und Elektronikkonzern Zeiss hat seinen Umsatz im vergangenen Geschäftsjahr auf 11,9 Milliarden Euro gesteigert. Während das Geschäft mit Halbleitern boomt, sinkt die Nachfrage bei Brillengläsern weiter.

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Von Autor/in Christina Scherer

Während das Geschäft mit Halbleitern so gut läuft wie nie, schwächelt der Optik- und Elektronikkonzern Zeiss beim Verkauf von Brillengläsern. Trotz angespannter geopolitischer Lage konnte das Unternehmen aus Oberkochen im Ostalbkreis seinen Umsatz steigern, wenngleich der Gewinn zurückgegangen ist.

Zeiss: Eine Milliarde Euro mehr Umsatz als im Vorjahr

Der Umsatz der Zeiss-Gruppe stieg um eine Milliarde auf rund 12 Milliarden Euro. Der Gewinn sank jedoch um 79 Millionen auf rund 950 Millionen Euro. Die aktuelle Prognose für das kommende Geschäftsjahr sei trotz solider Bilanz- und gesunder Liquiditätslage angespannt, sagte Andreas Pecher, Vorstandsvorsitzender der Zeiss-Gruppe bei der Bekanntgabe der aktuellen Zahlen.

Ein hochleistungsfähiges Messgerät aus der Sparte "Industrielle Messtechnik" von Zeiss: Ein Lichtsensor, der stark reflektierende Oberflächen messen kann, zum Beispiel eine menschliche Kniescheibe.
Ein hochleistungsfähiges Messgerät aus der Sparte "Industrielle Messtechnik" von Zeiss: Ein Lichtsensor, der stark reflektierende Oberflächen messen kann, zum Beispiel eine menschliche Kniescheibe.

Geopolitische Spannungen machen Zeiss trotz Umsatzplus Sorgen

Im Auge hat er dabei die Spannungen zwischen den USA und China, aber auch zwischen China und Europa. Protektionismus und die damit einhergehenden Handels- und Strafzölle oder Zertifizierungszwänge seien Hindernisse für freie Märkte. "Wir gehen davon aus, dass sich das auch im laufenden Geschäftsjahr nicht verbessern wird", so Pecher.

Wir wollen das Heft in der Hand halten, deshalb sind Innovationen unsere Antwort.

Zeiss‘ Antwort auf das unsichere Marktumfeld seien Neuheiten und Investitionen. 15 Prozent des Umsatzes floss zuletzt in Forschung und Entwicklung, sagte Finanzvorstand Stefan Müller bei der Pressekonferenz. Damit habe man deutlich mehr investiert als abgeschrieben. "Wir wollen das Heft in der Hand halten, deshalb sind Innovationen unsere Antwort", so Pecher.

Zeiss: Zugpferd ist Halbleitertechnik für Mikrochips

Mit rund 5,5 Milliarden Euro hat die Halbleitersparte für die Produktion von Mikrochips den Mammutanteil des Gesamtumsatzes eingespielt: Ein Plus von 23 Prozent. Woher kommt dieser enorme Zuwachs? Die Nachfrage nach immer kleineren Mikrochips sei extrem hoch, die Fabriken entsprechend ausgelastet.

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Davon profitiert Zeiss: Die ausgekügelte Zeiss-Technologie mit Ultraviolettlicht ist laut Pecher nicht so einfach nachzumachen. Schließlich arbeite man im 0,1-Millimeter-Bereich noch immer derart präzise, dass da so schnell keine Nachahmer auf den Plan treten könnten, so Pecher. Künstliche Intelligenz spiele Zeiss in die Karten.

Neben der Halbleitersparte ist die Medizintechnik stark. Schwächer hingegen ist die Industrielle Messtechnik - den Unsicherheiten in der Autoindustrie geschuldet.

Trotz solider Lage: Stellen in einzelnen Bereichen bei Zeiss bedroht

Die aktuelle Prognose für das kommende Geschäftsjahr sei trotz solider Lage angespannt: Sollten Einsparungen beim Personal notwendig werden, seien die favorisierten Schritte Kurzarbeit und der Abbau von Stundenkonten. "Zur Sicherung dauerhafter Wettbewerbsfähigkeit kann in einzelnen Bereichen auch ein Wegfall von Arbeitsplätzen erfolgen", räumte Pecher aber auch ein.

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Brillenglashersteller Zeiss Vision Care in Aalen trifft es als einen dieser "einzelnen Bereiche": Wie bereits bekannt, werden dort bis Ende kommenden Jahres 180 Stellen sozialverträglich abgebaut. Das Geschäft mit Brillengläsern läuft nicht mehr so gut. Der Preisdruck sei in dieser Zeiss-Sparte hoch, so Pecher.

Auch bei Neuinvestitionen, etwa in einen Zeiss-Campus für Messtechnik in Aalen-Ebnat, sei man verhaltener, so Finanzchef Stefan Müller. Für den Moment sei dieses Projekt zurückgestellt. Über den richtigen Zeitpunkt entscheide man in Abhängigkeit von der weiteren Geschäftsentwicklung.

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