70 Feuerwehrleute bekämpfen Großbrand

2.000 Ferkel in Zipplingen verbrannt: "Kein Quieken mehr"

70 Feuerwehrleute waren beim Großbrand in Unterschneidheim-Zipplingen im Einsatz. Die Löscharbeiten waren belastend wie gefährlich, bestätigte Kommandant Stefan König dem SWR.

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Von Autor/in Rainer Schlenz

Der Schaden geht in die Millionen und an die 2.000 Ferkel sind verendet beim Großbrand am Montag in einem Ferkelzuchtbetrieb in Unterschneidheim-Zipplingen im Ostalbkreis. Menschen sind nicht zu Schaden gekommen. Gleichwohl: Es war eine Herausforderung für die Feuerwehr.

Eine große Herausforderung waren natürlich neben dem Einsturz des Daches die Atemgifte, die am Einsatzort aufgetreten sind.

Brand in Zipplingen: Feuerwehreinsatz über eineinhalb Tage

Stunde um Stunde hat dieser Feuerwehreinsatz gedauert. Die letzten Glutnester wurden nach Auskunft von Kommandant Stefan König von der Feuerwehr Unterschneidheim am Montagabend um 22:30 Uhr gelöscht. Die Brandwache dauerte bis Dienstagmittag. Dann erst konnten die letzten Einsatzkräfte den Brandort verlassen.

Eineinhalb Tage waren die insgesamt 70 Feuerwehrleute in Zipplingen im Einsatz - von der Erkundung des Brandortes bis zur letzten Brandwache.
Eineinhalb Tage waren die insgesamt 70 Feuerwehrleute in Zipplingen im Einsatz - von der Erkundung des Brandortes bis zur letzten Brandwache. Achim Klemm

Großeinsatz auch emotional belastend

Der Einsatz war komplex und belastend. Die Tiere in dem Schweinestall waren offenbar schon leblos, als die Feuerwehr eintraf. "Da war schon kein Quieken mehr zu vernehmen", weiß der Kommandant von seinem Einsatzleiter. Ein emotionaler Druck ist dennoch vorhanden. Nicht jeder wird lange in diesen Einsatz geschickt. "Wir Führungskräfte achten sehr gezielt darauf, wie und wann wir die Einsatzkräfte mit diesen Bildern konfrontieren", so König.

"Gefahrenmatrix": Abwägung aller Gefahrenquellen

Zwei besondere Gefahren gingen von diesem Großbrand aus. Vor allem war da die enorme Rauchentwicklung. Die Rauchwolke war kilometerweit zu sehen. Die Atemgifte müssen erheblich gewesen sein. Die umliegende Bevölkerung wurde daher über die NINA-App gewarnt.

Eine besondere Gefahr ging von der enormen Rauchentwicklung und den Atemgiften aus, berichtet Kommandant König.
Eine besondere Gefahr ging von der enormen Rauchentwicklung und den Atemgiften aus, berichtet Kommandant König. Dieter Mack

Und noch eine Gefahr spielt in Zipplingen eine besondere Rolle. Bald war das Dach des großen Stalls eingestürzt. Ein Löschen von innen war nicht möglich. Mit schwerem Gerät, im Grunde einem Bagger mit großer Greifzange, wurden die eingestürzten Teile über die Mauern nach außen gezogen. Atemgift und das eingestürzte Dach - "es sind beides Riesenherausforderungen", sagt König.

Ebenso lief der Löschvorgang. Das Feuer im Stall wurde im Wesentlichen von der Drehleiter aus gelöscht. Gleichzeitig wurden die unmittelbar angrenzenden Gebäude "vollumfänglich" gerettet.

Eine besondere Gefahr ging von der enormen Rauchentwicklung und den Atemgiften aus, berichtet Kommandant König.
Noch ist der durch das Feuer entstandene Schaden nicht beziffert. Nach ersten Schätzungen der Polizei liegt er im Millionenbereich. Dieter Mack

Bürgermeister Joas: "Schwerer Schlag" für den landwirtschaftlichen Betrieb

Auch wenn aus Sicht der Feuerwehr der Einsatz erfolgreich war und kein Mensch verletzt wurde oder gar ums Leben kam, für den Hof selbst war es ein schwerer Schlag. "Der Betrieb wurde natürlich durch dieses Ereignis schon sehr getroffen", so Bürgermeister Johannes Joas (Grüne). "Nichtsdestotrotz hat er ja weitere Betriebszweige, die weiterlaufen müssen."

Dazu gehört eine Biogasanlage, die nicht nur Strom erzeugt, sondern auch ein Nahwärmenetz in Zipplingen betreibt. Entsprechend sei die Bedeutung des Betriebes für den Ort, so Joas. Die Reaktion in der Bevölkerung könne man mit zwei Worten zusammenfassen: "Betroffenheit und Mitgefühl".

Unterschneidheim

Großeinsatz der Feuerwehr Feuer in Zuchtbetrieb: Mindestens 1.500 Schweine in Unterschneidheim verbrannt

Bei einem Feuer in einem Schweinestall in Unterschneidheim im Ostalbkreis sind nach Angaben der Polizei am Montag mindestens 1.500 Tiere verendet. Die Feuerwehr ist weiter vor Ort.

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