Die Handelsbeziehungen zu den USA sind zurzeit ziemlich schwierig. Trotzdem ist Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) diese Woche vor Ort, um die Beziehungen zu Baden-Württemberg und den Unternehmen im Land zu verbessern. Mit dabei ist ein 60-köpfiges Delegationsteam aus baden-württembergischen Unternehmern und Wissenschaftlern.
Delegationsreise soll baden-württembergische Wirtschaft stärken
Der wirtschaftliche Fokus der Reise liegt auf der Luft- und Raumfahrt und der Autoindustrie. Deshalb geht die Reise auch nicht nur nach Washington, ins politische Zentrum, sondern auch nach Atlanta und Orlando in Florida. Atlanta ist ein wichtiger Standort für die Autoindustrie, vor allem auch wenn es um Themen wie E-Autos und autonomes Fahren geht.
Kompromiss teuer erkauft Zoll-Einigung mit den USA: Aufatmen überwiegt in Baden-Württemberg
Eine weitere Eskalation im Zollstreit sei abgewendet worden, meint der Wirtschaftsverband Unternehmer Baden-Württemberg. Dies bedeute Planungssicherheit, aber zu einem hohen Preis.
Neue Kooperationen für Luft- und Raumfahrt?
Für die Luft- und Raumfahrt spielt vor allem Florida eine ganz wichtige Rolle, dort ist der US-Weltraumbahnhof Cape Caneveral, von dem aus auch Elon Musk und Jeff Bezos ihre Raketen starten. Und um diese großen Unternehmen herum haben sich natürlich auch viele andere Firmen angesiedelt. Die Unternehmer aus Baden-Württemberg hoffen, dass sich da möglicherweise neue Geschäfte oder Kooperationen ergeben - gerade weil die Wirtschaft in Deutschland aktuell schwächelt, suchen viele nach neuen Geschäftsmöglichkeiten.
USA weiterhin für BW-Unternehmen attraktiv
In Washington hat sich die Delegation unter anderem mit Christoph Schemionek, Präsident des "Representative of German Industry and Trade" (RGIT), getroffen. Das RGIT ist das Verbindungsbüro des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) und der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) in Washington, D.C. Deren jährliche Umfrage bei den Unternehmen zeigt: Die USA sind immer noch ein attraktiver Markt. Gerade auch wegen der neuen "Amerika first"-Strategie, sagt Schemionek. Denn in Baden-Württemberg gebe es viele innovative Unternehmen.
Die USA sind auf dem Weg, sich zu reindustrialisieren - oder haben das zumindest vor. Und da können natürlich baden-württembergische Unternehmen unglaublich viel dazu beitragen, das Land hier voranzubringen.
Florida: Zusammenarbeit mit Baden-Württemberg geplant
Konkret wird es am Donnerstag in Orlando: Dort trifft Ministerin Hoffmeister-Kraut den Gouverneur von Florida, Ron de Santis. Gemeinsam wollen sie eine "Joint Declaration of Intent" unterzeichnen - also eine Absichtserklärung für eine wirtschaftliche Zusammenarbeit. Damit ist Baden-Württemberg das erste Bundesland, mit dem Florida so etwas abschließt.