Die Weihnachtsbäume im Land werden teurer als in den vergangenen Jahren. Zwischen 23 und 30 Euro pro Meter wird die Nordmanntanne in diesem Jahr wohl kosten und damit ein bis zwei Euro mehr als 2024. Das schätzt der Bundesverband der Weihnachtsbaumerzeuger.
Wie viel kostet ein Weihnachtsbaum?
Die Preiserhöhung trifft die allermeisten Weihnachtsbaum-Käufer. Denn die Nordmanntanne ist die mit Abstand beliebteste Baumart für Weihnachtsbäume. Ihr Marktanteil liegt bei etwa 80 Prozent, so der Verband.
Auf Platz zwei folgt mit weitem Abstand die Blaufichte. Sie wird in diesem Jahr laut Erzeugerverband zwischen 15 und 19 Euro pro Meter verkauft. Die günstigste Variante, die Rotfichte, liege bei 12 bis 16 Euro. Der große Preisunterschied erkläre sich vor allem dadurch, dass die Fichtenarten viel schneller wachsen, als die Tannen.
Am Ende sind diese Preisspannen aber nur Empfehlungen des Verbandes. Jeder Betrieb entscheidet für sich, wie viel er für den Meter verlangt. Und viele setzen eben dieses Jahr etwas höher an, als 2024.
Kosten für Transport und Arbeit steigen
Beim Betrieb von Sebastian Fertig in Mudau (Neckar-Odenwald-Kreis) steht bereits fest: Den Preis vom vergangenen Jahr kann er nicht halten. "Damit ich den Gewinn halten kann im Betrieb, muss ich die Kosten für die Weihnachtsbaum anziehen", sagt er. Fertig ist Vorsitzender des Christbaumverbandes Baden-Württemberg und baut auf 3,5 Hektar Fläche Bäume an. Alleine sei er mit diesem Problem bei weitem nicht. Die ganze Branche habe mit steigenden Kosten zu kämpfen.
Das liege neben den langfristig steigenden Kosten, etwa für Diesel, Material und Co, auch an höheren Lohnkosten. Denn viele Produzenten sind auf die Hilfe von Saisonarbeitern angewiesen. Und die werden immer teurer, so die Erzeuger. Von einer gesetzlichen Ausnahme profitiere die Branche nicht, weil die Ernte erst spät im Jahr stattfindet, erklärt Sebastian Fertig.
Saisonarbeiter nur schwer zu bekommen
Um landwirtschaftlichen Betrieben bei der Steigerung des Mindestlohns im nächsten Jahr entgegenzukommen, hat die Bundesregierung beschlossen, dass Saisonarbeitskräfte bis zu 90 Tage pro Jahr sozialversicherungsfrei beschäftigt werden dürfen. Von dieser Regelung profitieren allerdings eben die Branchen, die früh im Jahr auf die Saisonarbeiter zurückgreifen, sagt Fertig.
Denn überhaupt Arbeitskräfte zu finden, sei schwierig. Die schwere körperliche Arbeit steht offenbar nicht besonders hoch im Kurs. Viele Saisonarbeiter kommen aus dem Ausland. Und oft sind es eben die selben, die den Job auch zu anderen Zeiten schon übernehmen.
Günstiger Spargel - teurere Weihnachtsbäume?
"Es kommen viele Saisonarbeitskräfte, die im Frühjahr oder im Sommer schon im Spargelanbau oder beim Erdbeerhof waren. Und die haben dann zum Teil die Zeit schon voll und dann können wir sie nicht mehr als Saisonarbeitskräfte anstellen", sagt er. Den Weihnachtsbaumerzeugern bleibe dann nur die teurere Festanstellung.
Er hoffe darauf, dass die Politik sich der Sache annimmt, so Sebastian Fertig. "Wir gehören genauso dazu wie ein Spargelbauer, Erdbeerbauer, Hopfenbauer." Und der Anteil heimischer Weihnachtsbäume ist nach wie vor sehr hoch. Nach Verbandsangaben werden pro Jahr 23 bis 25 Millionen Weihnachtsbäume verkauft. Importiert wurden aber laut statistischem Bundesamt im letzten Jahr nur gut 1,8 Millionen.