Wer am Montagnachmittag und teils auch am Dienstagmorgen im Freien unterwegs war, wird es gesehen haben: Der Himmel war ungewöhnlich diesig. Der Horizont zeigte sich vielerorts mehr als verschwommene Linie denn als klarer Blick in die Ferne, fast sah es aus, als liege Sahara-Staub in der Luft. Woran liegt das?
Trüber Himmel durch hohe Luftfeuchtigkeit und Rußpartikel
Der SWR-Wetterexperte Gernot Schütz hat zwei Erklärungen für das Wetterphänomen. Zum einen sei die Luftfeuchtigkeit nach den heißen Temperaturen und dem darauffolgenden Regen recht hoch. "Man sieht die Feuchtigkeit im Dunst", sagt Schütz zur Erklärung. Das ist jedoch nicht alles: Möglicherweise seien Rauchpartikel in der Luft gewesen. Der Nordwestwind habe den Rauch des Brands im belgischen Naturschutzgebiet Hohes Venn bis nach Baden-Württemberg getragen. Mit dem Südwestwind sei dies am Dienstag jedoch weniger relevant.
Auch der Waldbrand im Waldbrand bei Schramberg im Kreis Rottweil könnte eine Rolle gespielt haben, sagt der SWR-Wetterexperte. Bis zu 20 Hektar Wald sind dort am Montagmorgen in Brand geraten. Am Dienstagmorgen musste die Feuerwehr erneut zu Löscharbeiten ausrücken.
Wetter in BW: Nach Hitze kommt schwüle Luft
Doch die Luftfeuchtigkeit, die neben den Rußpartikeln verantwortlich ist für die diesige Luft, hat nicht nur einen Einfluss auf die Sicht. Auch beim Sport im Freien macht sie sich bemerkbar. Durch den Regen sei die Luft feuchter und schwüler als noch während der Hitzetage, sagt der SWR-Wetterexperte Gernot Schütz. Und eine hohe Luftfeuchtigkeit könne das Herz-Kreislauf-System belasten, weil sich die Hitze eher im Körper staut. "Die Kühlung durch das Schwitzen funktioniert dann nicht mehr so richtig", sagt Schütz. "Wir spüren den Schweiß mehr." Bei trockener Luft verdunste der Schweiß schneller, bei feuchter Luft bleibe er länger auf der Haut.
Für den Atemapparat könne die hohe Luftfeuchtigkeit aber tatsächlich hilfreich sein, weil Nase, Hals und Rachenraum befeuchtet würden. Wie genau sich Wetter und Luftfeuchtigkeit auf die sportliche Leistungsfähigkeit auswirken, sei individuell jedoch sehr unterschiedlich.
Am Mittwoch gibt es in Baden-Württemberg laut Gernot Schütz wettermäßig große Unterschiede. Regen spiele zwar keine Rolle, jedoch sei es in Teilen von Baden-Württemberg wolkig und die Luftfeuchtigkeit noch höher als am Dienstag. Für wen das Wetter einen Unterschied macht, dem rät Schütz: Lieber noch am Dienstag joggen als am Mittwoch.