In sieben Bundesländern war die Wirtschaftsleistung im ersten Halbjahr 2025 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum rückläufig. Das zeigen die vorläufigen Zahlen der Statistikämter des Bundes und der Länder. Darunter fallen auch die wirtschaftlich stärksten Länder in Deutschland: Baden-Württemberg, Bayern und Nordrhein-Westfalen. Diese drei machen zusammen mehr als die Hälfte des deutschen Bruttoinlandsprodukts aus.
2023 lag BW über dem Bundesdurchschnitt
In Baden-Württemberg ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im ersten Halbjahr preisbereinigt um 0,8 Prozent gesunken, so die vorläufigen Zahlen des statistischen Landesamtes Baden-Württemberg. Damit setzt sich die negative Wirtschaftsentwicklung aus dem Vorjahr mit einem Minus von 0,4 Prozent fort. 2023 lag Baden-Württemberg mit einem BIP-Plus von 0,2 Prozent noch ein halbes Prozent über dem Bundesdurchschnitt von minus 0,3 Prozent.
Auf und Ab in Ost- und Westdeutschland
Im Ländervergleich ging die Wirtschaftsleistung in Baden-Württemberg damit überdurchschnittlich stark zurück. Das Saarland verzeichnete mit einem Minus von 1,9 Prozent den größten Rückgang im Vergleich zum ersten Halbjahr 2024. In Brandenburg betrug das Minus ein Prozent. Bundesweit stagnierte das preisbereinigte BIP im ersten Halbjahr 2025 und blieb bei 0 Prozent.
Die frühere Trennung zwischen Ost und West ist bei der BIP-Entwicklung nicht mehr erkennbar. Sowohl in den alten als auch in den neuen Bundesländern gibt es inzwischen wirtschaftlichen Auf- und Abschwung.
Auch in Bayern gab es mit einem preisbereinigten BIP von minus 0,4 Prozent einen Rückgang. Sachsen-Anhalts Wirtschaftsleistung ergab ein Minus von 0,3 Prozent, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein jeweils minus 0,2 Prozent.
Gründe für Abwärtstrend in Baden-Württemberg
Laut den Statistikern ist der Trend in Baden-Württemberg insbesondere auf deutliche Rückgänge der Bruttowertschöpfung in der Industrie und im Baugewerbe zurückzuführen. Die Dienstleistungsbereiche lieferten hingegen leichte Wachstumsimpulse.
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Die Perspektive sieht aber nicht ganz so düster aus: In diesem Jahr könnte das Bruttoinlandsprodukt insgesamt um 0,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zulegen - und in den folgenden beiden Jahren um 1,3 und 1,4 Prozent. Das steht im sogenannten Herbstgutachten. Es ist eine Hochrechnung der Wirtschaftsforschungsinstitute DIW Berlin, Ifo München, IfW Kiel, IWH Halle und RWI Essen.