Das geht aus Zahlen des Landesuntersuchungsamtes (LUA) in Rheinland-Pfalz hervor. Demnach gab es im ersten Halbjahr dieses Jahres (1 bis 31. Kalenderwoche) 643 Erkrankungen durch Borreliose. In der ersten Hälfte des Vorjahres seien es lediglich 386 gewesen, teilte LUA-Pressesprecherin Kerstin Stiefel dem SWR mit. Eine Borreliose-Erkrankung ist in Rheinland-Pfalz meldepflichtig.
Eine Tendenz, in welchen Landkreisen von Rheinland-Pfalz die Infektionszahlen besonders hoch seien, lasse sich aus den Zahlen nicht ablesen. Die wöchentlichen Fallzahlen der einzelnen Kreise lägen sehr nahe beieinander, so Stiefel.
Hinzu käme, dass es eine Dunkelziffer bei den Infektionszahlen gebe. Mitunter seien die Symptome derart unspezifisch, dass nicht immer auf Borreliose diagnostiziert werde.
Was ist Borreliose?
Die Borreliose (auch Lyme-Borreliose oder Lyme-Krankheit genannt) ist eine Infektionskrankheit, die durch Bakterien hervorgerufen wird. Die Bakterien werden durch Zecken übertragen. Bei einer Borreliose entzündet sich zunächst die Haut in der Nähe der Einstichstelle. Später können die "Borrelien" genannten Bakterien auch Gelenke, das Nervensystem und das Herz schädigen.
Wie kann man bei einer Borreliose tun?
Gegen die Borreliose kann man sich nicht impfen lassen. Frühzeitig erkannt, lässt sich die Erkrankung aber mit Antibiotika in der Regel gut behandeln. Auch wichtig: Die Borreliose wird nicht von Mensch zu Mensch übertragen.
Wie erkenne ich eine Borreliose?
Dass man Borreliose haben könnte, erkennt man an der sogenannten Wanderröte. Um die Einstichstelle bildet sich eine rundliche Rötung, die in der Mitte blasser ist und sich langsam ausbreitet. Auch Fieber und Kopfschmerzen deuten auf eine Erkrankung hin.
Wer die Wanderröte bei sich entdeckt, sollte unbedingt zum Arzt gehen und sich auf Borreliose untersuchen lassen. Wird die Borreliose frühzeitig mit einem Antibiotikum behandelt, heilt sie in der Regel ohne Folgen aus.
Warum gibt es gerade in diesem Jahr so viele Borreliose-Fälle?
Aufgrund des milden Winters entwickelt sich das laufende Jahr zu einem ausgeprägten Zeckenjahr mit einer ungewöhnlich hohen Anzahl von Zecken. Das hat Ute Mackenstedt, Parasitologin an der Uni Hohenheim, bereits im Juli dem SWR bestätigt. Sie sprach schon damals von 2025 als einem "sehr starkem Zeckenjahr".
Gefährliche Blutsauger in RLP Zecken immer häufiger ganzjährig aktiv
Experten zufolge sind Zecken an immer mehr Tagen im Jahr aktiv. Ein Überblick über die Ursachen und Risiken, die von Zecken ausgehen:
Wie verhindert man eine Borreliose-Infektion?
Das beste ist, Zeckenstiche ganz zu vermeiden. Etwa durch lange Kleidung, geschlossene Schuhe, oder Hosen, die in die Socken gesteckt werden. Spezielle Insektensprays können ebenfalls gegen Zecken schützen. Wer im Freien war, im Wald oder Wandern, sollte seinen Körper und die Kleidung danach gründlich nach Zecken absuchen.
Findet man eine Zecke, sollte diese schnell und sachgerecht entfernt werden - mit Pinzette, Zeckenzange oder Zeckenkarte. Das Infektionsrisiko für eine Borreliose steigt, je länger die Zecke in der Haut bleibt.