Die Zahl der Geldautomatensprengungen in Rheinland-Pfalz ist in diesem Jahr weiter zurückgegangen: Laut Landeskriminalamt (LKA) waren es bis zum 12. Dezember zwölf vollendete oder versuchte Fälle. Im Jahr davor waren es mit 23 fast doppelt so viele Fälle, fünf Jahre zuvor kamen 35 zusammen.
Täter kommen meist aus den Niederlanden
Hinter den Sprengungen stecken nach Angaben des LKA vor allem "hochprofessionelle" Tätergruppen aus den Niederlanden. In Einzelfällen handele es sich um reisende Täter aus Osteuropa und um eher unprofessionell vorgehende, örtliche Nachahmungstäter.
Hoher Schaden durch Geldautomatensprengungen
Insgesamt verursachten die Täter dem LKA zufolge in diesem Jahr einen Gesamtsachschaden von geschätzt knapp 747.000 Euro. Die Behörde machte keine Angaben dazu, wie viel die Geldautomatensprenger erbeutet haben.
Fest steht: Sie haben ihre Taktik geändert. Wie die Ermittler erklären, griffen die Täter früher noch häufig zu Gasgemischen, um Automaten in die Luft zu jagen. Inzwischen setzten sie eher Festsprengstoff ein. Trotzdem gelingt nicht jede Geldautomatensprengung.
Banken schützen ihre Geldautomaten besser
Dass die Fallzahlen sinken, führen die Ermittler hauptsächlich darauf zurück, dass Banken ihre Automaten zunehmend gegen Angriffe rüsten. Sie setzen dabei vor allem auf Systeme, die Geldscheine mit einer Tinte einfärben und so unbrauchbar machen. Außerdem sollen Nebelsysteme es den Tätern schwer machen.
Polizei und Banken arbeiten zusammen gegen Täter
Die Schutzmaßnahmen sind abgestimmt, Grundlage ist eine Kooperationsvereinbarung zwischen dem rheinland-pfälzischen Innenministerium, dem Landeskriminalamt und den Dachverbänden der Banken aus dem Jahr 2023. Sie sieht vor, dass Banken umfassende Informationen an die Behörden übermitteln, die Polizei Risikoanalysen erstellt und mit den Banken Präventionsmaßnahmen vereinbart.
Fachleute koordinieren Sicherheitsmaßnahmen für Banken
Laut LKA fanden allein in diesem Jahr fünf Konferenzen der Polizei und des LKA mit Vorständen von Banken statt. Darüber hinaus gibt es den Angaben zufolge jedes Jahr ein sogenanntes Bankengespräch des Landeskriminalamtes, an dem auch Sicherheitsbeauftragte von Geld- und Kreditinstituten, Versicherungen und Automatenherstellern teilnehmen.