Die Botschaft der Demonstranten war unmissverständlich: "Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Zukunft klaut!" So schallte es am Samstag durch die Speyerer Innenstadt. Zu dem Protestzug hatte die Gewerkschaft IG Metall aufgerufen, etwa 1.000 Beschäftigte nahmen laut Polizei teil.
Einer der Demonstranten war Klaus Kerber. "Ich finde das ganz schlimm, was hier in Speyer passiert", sagte er. Die Unternehmen schrieben schwarze Zahlen und bauten trotzdem Arbeitsplätze ab. Dadurch stünden viele Existenzen auf dem Spiel.
1.200 Jobs in Speyer auf der Kippe
Die Wut der Demonstranten richtete sich zum einen gegen MANN+HUMMEL. Der internationale Filterhersteller will seinen Standort in Speyer schließen und damit rund 600 Arbeitsplätze abbauen. Zur Begründung verweist das Unternehmen auf die lahmende Konjunktur sowie gestiegene Zölle und Energiekosten.
Mitarbeiter sind verärgert Gewerkschaft IG Metall stellt sich gegen Schließung von Mann+Hummel in Speyer
In Speyer stehen 600 Jobs auf der Kippe. Die IG Metall wehrt sich gegen die geplante Schließung bei Mann+Hummel und fordert Gespräche über Alternativen.
Einen Stellenabbau in gleicher Größenordnung plant auch der Automobilzulieferer TE Connectivity in Speyer. Die Argumentation ähnelt der von MANN+HUMMEL: Man befinde sich in einem "schwierigen Marktumfeld", heißt es von der Firmenleitung.
Oberbürgermeisterin solidarisiert sich mit Beschäftigten
Wenig Verständnis für die Pläne der Firmen zeigte am Samstag Speyers Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler (SPD): Der Verlust der Arbeitsplätze sei ein Schlag für die Stadt, sagte sie bei der Kundgebung der IG Metall. Es könne nicht sein, dass nur noch nach Profit gegangen werde. Rückendeckung für ihre Position bekomme sie von der Landesregierung, sagte Seiler.
Die IG Metall führt derweil Gespräche mit den Unternehmensleitungen, wie Gewerkschaftssekretär Wladislaw Wolter sagte. Es gehe vor allem darum, Zukunftsperspektiven für die Standorte zu entwickeln - etwa indem man schaue, was man noch optimieren und bei welchen Arbeitsabläufen man Geld einsparen könne. Dies wüssten die Beschäftigten am allerbesten, da sie damit tagtäglichen Umgang hätten.
Ob die Bemühungen der IG Metall reichen, um den Stellenabbau abzuwenden, ist offen. Sicher ist aber, dass die Gewerkschaft weiter kämpfen wird.